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Vechtaer Schüler setzen sich für Ukrainerinnen ein

Die Jugendlichen haben die Kinderbetreuung der Ukrainerinnen übernommen. So hatten die Mütter Zeit, Deutsch zu lernen.

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Viel Lob und ein Gutschein: Bei einer Abschlussveranstaltung dankten die Organisatoren den rund 100 Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz (nicht alle sind abgebildet). Foto: Böckermann

Viel Lob und ein Gutschein: Bei einer Abschlussveranstaltung dankten die Organisatoren den rund 100 Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz (nicht alle sind abgebildet). Foto: Böckermann

Rund 100 Schülerinnen und Schüler der BBS Marienhain hatten sich in den vergangenen Monaten ehrenamtlich für ukrainische Flüchtlinge engagiert, indem sie kostenlos die Kinderbetreuung übernahmen, während die Mütter in Kursen der Kreisvolkshochschule Vechta (KVHS) und des Ludgerus-Werkes Lohne Deutsch lernten. Das teilt die Kreisvolkshochschule mit. Für dieses Engagement dankten die Verantwortlichen den Jugendlichen jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde und übergaben ihnen als Anerkennung für ihren Einsatz HGV-Gutscheine für Vechta und Lohne.

„Als Anfang März die ersten ukrainischen Flüchtlinge im Landkreis Vechta ankamen, wuchs die Nachfrage nach Deutschkursen“, blickt Ulrike Ripke, die pädagogische Leiterin der Kreisvolkshochschule Vechta zurück. Es folgte ein großer organisatorischer Aufwand. So mussten Dozentinnen und Dozenten gefunden werden, und es fehlten Räumlichkeiten, da die Seminarräume in der Kreisvolkshochschule ausgebucht waren. Für Teilnehmerinnen mit kleinen Kindern musste eine Kinderbetreuung organisiert werden, und nicht zuletzt musste die Finanzierung von Dozentengehältern, Schulbüchern, Lernmaterial und Spielmaterial für die Kinder sichergestellt sein. Mit der BBS Marienhain und dem Ludgerus-Werk Lohne seien schnell Partner gefunden worden, um die Herausforderungen zu meistern.

„Eurem Engagement ist es zu verdanken, dass diese drei Sprachkurse für ukrainische Flüchtlinge in dieser Form möglich geworden sind.“Ulrike Ripke

Finanzielle Unterstützung bekam die KVHS von der Bürgerstiftung Vechta und dem Landes-Caritasverband für Oldenburg. So konnten im Marienhain zwei Sprachkurse realisiert werden. Ein weiterer Kurs fand in den Räumen des Ludgerus-Werkes in Lohne statt, der aus Mitteln des Landes Niedersachsen finanziert wurde. Die Kinderbetreuung an beiden Orten übernahmen die Schülerinnen und Schüler ehrenamtlich. „Eurem Engagement ist es zu verdanken, dass diese drei Sprachkurse für ukrainische Flüchtlinge in dieser Form möglich geworden sind“, richtete Ulrike Ripke ihren Dank an die anwesenden Jugendlichen.

Beteiligt an der Aktion waren Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz, der Fachschule Sozialpädagogik und der Fachoberschule Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik. „Wir haben das Potenzial und die pädagogischen Grundlagen, um das zu leisten“, betonte Ilona Eswein, die als Lehrerin die Organisation übernommen hatte, laut Mitteilung. Es sei schon eine Herausforderung gewesen, die Betreuungszeiten mit dem Schulunterricht, Hausaufgaben, Klausuren und Prüfungen zu koordinieren, so Eswein.

Anfängliche Bedenken waren schnell zerstreut

Die Schülerinnen und Schüler sammelten aber auch neue Erfahrungen, die sie in ihre Ausbildung mit einfließen lassen können. „Anfänglich gab es Bedenken wegen der Sprache, die sich aber schnell zerstreuten“, so Ilona Eswein und ergänzt: „Das Spiel ist unsere Sprache zur Verständigung.“ Man müsse aber auch das Vertrauen der Mütter und auch der Kinder gewinnen, denn viele hätten traumatische Erlebnisse hinter sich.

Im Durchschnitt wurden regelmäßig fünf bis acht Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren betreut. Markus Graw, Leiter der beruflichen Weiterbildung des Ludgerus-Werkes, hob im Rahmen der Feierstunde die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Schülerinnen und Schüler hervor. Zum Organisationsteam gehörten zudem Ralf Schopmans und Maria Jäger von der Kreisvolkshochschule, Dr. Gabriele Grieshop, Kathryn Berendes, Luzia Ries-Kattinger, Yvonne Moormann, Irmgard Bücker sowie Mareike Holthaus-Hövemann von der BBS Marienhain und Insa Born vom Ludgerus-Werk.

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