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Vechtaer Kreishaus verwandelt sich in Spieleparadies

Die Kreisjugendpflege und der Verein "Würfeltrolle" veranstalten am 7. Mai wieder ein "Spieltakel". Bei 300 Angeboten wird rasch deutlich, dass Spielen nicht nur etwas für Kinder und Jugendliche ist.

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Im Kreishaus grassiert das Spielefieber: Kreisjugendpfleger Frank Lawicka (rechts) und sein Kollege Markus Büscherhoff, zugleich Schatzmeister des Vereins "Würfeltrolle", stimmen sich in der Mittagspause mit den Kolleginnen Andrea Mix, Lina Möller, Hanna Weß und Julia Pieper (von links) auf das Event am 7. Mai ein.   Foto: Speckmann

Im Kreishaus grassiert das Spielefieber: Kreisjugendpfleger Frank Lawicka (rechts) und sein Kollege Markus Büscherhoff, zugleich Schatzmeister des Vereins "Würfeltrolle", stimmen sich in der Mittagspause mit den Kolleginnen Andrea Mix, Lina Möller, Hanna Weß und Julia Pieper (von links) auf das Event am 7. Mai ein.   Foto: Speckmann

In der Regel zocken die „Würfeltrolle“ an ihrem Stammtisch, diesmal betreten sie die ganz große Bühne. Im Schulterschluss mit der Kreisjugendpflege verwandelt der Vechtaer Verein das Kreishaus am 7. Mai (Samstag) von 10 bis 21 Uhr in ein Spieleparadies. Unter dem Motto „Spieltakel“ sind Besucher aller Altersgruppen zum Mitmachen aufgerufen. Von 3 bis 99 Jahren, wie es so schön heißt.

Wegen der Corona-Pandemie haben sich die Akteure mehr als ein Jahr bis zur Neuauflage gedulden müssen. Nun findet die Veranstaltung zum 3. Mal in ihrer noch jungen Geschichte statt. Die Besucher können bei freiem Eintritt verschiedenste Gesellschafts-, Rollen- und auch Tabletop-Spiele ausprobieren. „Das wird ein Tag voller Spannung und Spaß für die ganze Familie“, versichern die Macher im Kreishaus.

Die Idee für dieses Event ist vor einigen Jahren im Jugendamt des Landkreises Vechta geboren worden. „Spielen ist ein Riesenthema in der Jugendpflege. Ohne Spiele gäbe es keine Kinder- und Jugendarbeit“, erklärt Kreisjugendpfleger Frank Lawicka. Natürlich weiß er, dass viele junge Leute mit Konsolen und Handys zocken, aber Brett- oder Kartenspiele haben keineswegs an Reiz verloren.

Sein Kollege Markus Büscherhoff weiß aus Erfahrung, dass auch viele Erwachsene gerne dem Spielefieber verfallen. Er ist Schatzmeister der „Würfeltrolle“, die sich bereits 2004 gegründet haben und regelmäßig im Gulfhaus treffen. „Spielen ist ein Kulturgut. Das betrifft jeden. Man kennt es aus der Kindheit, auch wenn der Ernst des Lebens den Spieltrieb manchmal unterdrückt“, sagt der Vechtaer.

Jung und Alt können an einem Tisch sitzen

Mit ihrer gemeinsamen Veranstaltung haben sich die Organisatoren zum Ziel gesetzt, das Gesellschaftsspiel in die Familien zu tragen. Hier könnten Jung und Alt an einem Tisch sitzen und zusammen Zeit verbringen. Zudem biete sich die Aktion dazu an, Netzwerke zu schaffen. Spielen sei eine gute Gelegenheit, um sich kennenzulernen. Das stellt auch Büscherhoff immer wieder in seinem Verein fest.

Aus dem Bestand der „Würfeltrolle“ fließen etliche Spiele in den Aktionstag ein. Zudem haben sich mehrere Verlage erkenntlich gezeigt. Mit ihren Spenden wird auch die Tombola gespeist, an der jeder Besucher automatisch teilnimmt. An den Tischen im großen Foyer und in den anderen Räumen stehen erfahrene Spieleerklärer zur Verfügung. Sie helfen den Teilnehmern bei der Regelkunde und dem Einstieg in die Spielrunde.

Unter den etwa 300 Spielen befinden sich viele Neuerscheinungen. Die Teilnehmer können Robin Hood bei seinen Abenteuern begleiten, Eisenbahnstrecken aus aller Welt bereisen oder auch mit Harry Potter um Hogwarts kämpfen. Wer sich dem „königlichen Spiel“ widmen möchte, ist beim Schachverein Kaponier Vechta an der richtigen Adresse. Nur digitale Angebote wird es an diesem Tag nicht geben.

Beim letzten „Spieltakel“ im Januar 2020 haben sich etwa 700 Besucher im Kreishaus vergnügt. Die Gastgeber rechnen wieder mit einer großen Beteiligung, zumal das Interesse an Gesellschaftsspielen stetig zunimmt. Während Restaurants, Bars oder Kinos im Lockdown ihre Türen schließen mussten, haben immer mehr Menschen daheim im Familien- oder Freundeskreis bei Brett-, Karten- oder Würfelspielen zusammengefunden.

Corona-Pandemie führt zu Umsatzrekorden

Die große Nachfrage in der Pandemie hat der Branche neue Umsatzrekorde beschert, gerade bei Produkten für Erwachsene. Im Jahr 2020 wurden zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Und auch im Folgejahr gelang es den wichtigsten Anbietern im deutschsprachigen Raum, trotz der Corona-Lockerungen ein Umsatzplus von rund 4 Prozent zu erzielen, wie der Verband der Spieleverlage unlängst auf seiner Internetseite berichtete.

Im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) herrscht weiter Zuversicht. „Die Pandemie zwang zwar die Fami­lien an die Küchen- oder Wohnzimmertische, aber unsere Umfrage von No­vember 2021 zeigt deutlich, dass das keine Eintagsfliege ist“, erklärt Geschäftsführer Ulrich Brobeil in einer Mitteilung. 37 Prozent der Befragten wollten den Gesellschaftsspielen auch zukünftig einen größeren Stellenwert in ihrem Alltag einräumen.

Auch die „Würfeltrolle“ wollen auf dieser Erfolgswelle mitreiten. Sie hätten zu Beginn der Pandemie einen Zulauf registriert, berichtet Büscherhoff. Allerdings hätten die Kontaktbeschränkungen dazu geführt, dass die Stammtische nicht mehr wie gewohnt stattfinden konnten. Nun solle es wieder regelmäßige Treffen geben. Vor diesem Hintergrund dürfte das „Spieltakel“ beste Werbung sein.

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