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Vechtaer Klärwerk stößt an seine räumlichen Grenzen

Die Stadt Vechta will ein neues Betriebsgebäude für etwa 2,1 Millionen Euro errichten. Der Entwurf hat nicht nur zweckmäßige Vorzüge.

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Das geplante Betriebsgebäude setzt nachhaltige Akzente. Eine Dachbegrünung soll sich positiv auf das Mikroklima auswirken und auch die Errichtung einer Photovoltaikanlage zulassen. Entwurf: Ingenieurbüro Frilling und Rolfs

Das geplante Betriebsgebäude setzt nachhaltige Akzente. Eine Dachbegrünung soll sich positiv auf das Mikroklima auswirken und auch die Errichtung einer Photovoltaikanlage zulassen. Entwurf: Ingenieurbüro Frilling und Rolfs

Wer das Gelände des Vechtaer Klärwerks betritt, rümpft schnell die Nase. Der Geruch ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber die Mitarbeiter haben sich längst daran gewöhnt. Sie reiben sich vielmehr die Augen. denn der Entwurf für ihre künftige Arbeitsstätte ist ein Hingucker. Das neue Betriebsgebäude wird nicht nur zweckmäßig sein, sondern auch architektonische und nachhaltige Vorzüge haben.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Bauen hat der zuständige Fachdienstleiter Hubertus Weißer erstmals öffentlich einen groben Entwurf für den Verwaltungstrakt präsentiert. Etwa 2,1 Millionen Euro soll der Neubau im südwestlichen Bereich des Betriebsgeländes am Bokerner Damm kosten. Die Summe sei ein realistischer Ansatz mit Blick auf vergleichbare Bauprojekte, meint der Verwaltungsvertreter.

Das Klärwerk müsse vergrößert und modernisiert werden, weil auch die Kommune und somit die Anforderungen an die Stadtentwässerung wachsen würden, heißt es aus dem Rathaus. Die Räume im vorhandenen Betriebsgebäude, das 1954 erbaut und in den Jahren 1972 und 1994 erweitert wurde, reichten inzwischen nicht mehr aus. Der Altbau soll später für die Erweiterung der technischen Ausrüstung dienen.

Neun Mitarbeiter sind im Klärwerk derzeit tätig

"Wir sind an der Grenze, es muss etwas getan werden", unterstreicht Weißer den Handlungsbedarf. Das alte Gebäude entspreche nicht mehr den Arbeitsstättenrichtlinien und den Ansprüchen an eine zeitgemäße Betriebsführung. Auch die Sanitäranlagen würden wegen der steigenden Mitarbeiterzahl nicht mehr ausreichen. Zurzeit sind neun Mitarbeiter und ein Auszubildender im Klärwerk tätig.

Das neue Verwaltungsgebäude soll über eine Bruttogeschossfläche von rund 1100 Quadratmetern verfügen. Im Erdgeschoss sind die Schaltwarte zur Steuerung der Kläranlage sowie Labor- und Aufenthaltsräume angesiedelt. Der Fachmann spricht hier vom sogenannten Schwarzbereich. Im Obergeschoss sind mehrere Umkleiden sowie Besprechungs- und Schulungsräume vorgesehen.

"Die gewählte Dachform spiegelt die typische Rundbecken-Charakteristik eines Klärwerks wider"Fachdienstleiter Hubertus Weißer

Fast ins Schwärmen gerät der Fachdienstleiter, wenn er auf die Gestaltung der Gebäudehülle blickt: "Die gewählte Dachform spiegelt die typische Rundbecken-Charakteristik eines Klärwerks wider." Darüber hinaus lasse das Dach die Montage einer Photovoltaikanlage zu. Andere Gebäude auf dem Gelände würden sich ebenfalls zur Erzeugung regenerativer Energien anbieten.

Das Gründach sei nicht nur in optischer Hinsicht ansprechender gegenüber einem abgeklebten Flachdach, sondern auch in Bezug auf die Umwelt wertvoller, da das anfallende Niederschlagswasser zurückgehalten werde und den Pflanzen zum Wachstum diene. Auch die Grünfassade sei aus umwelttechnischen Gründen gewählt worden. Sie solle sich ebenfalls positiv auf das Mikroklima auswirken.

Politischer Beschluss zur Umsetzung steht noch aus

Laut Fachbereichsleiterin Christel Scharf soll der Entwurf noch verfeinert werden. Anschließend stehen die Vorbereitung des Bauantrags, eine genauere Kostenschätzung und die Ausschreibung an. Der politische Beschluss für die Umsetzung steht noch aus, wenngleich die Mittel bereits im Haushalt berücksichtigt sind. Mit dem Baubeginn wird frühestens Ende 2022 gerechnet, teilt die Verwaltung auf Nachfrage mit

In dem neuen Betriebsgebäude sollen die Fäden für das rund 360 Kilometer lange Kanalnetz zusammenlaufen. Das Entsorgungsgebiet umfasst etwa 85 Quadratkilometer. Es beinhaltet neben dem Stadtgebiet auch die Orte Hagstedt, Lutten und Westerlutten sowie den Autobahnparkplatz. Nach Angaben der Verwaltung beläuft sich die Abwassermenge auf rund 2,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

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