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Vechtaer Gulfhaus will sportliche Defizite auffangen

Neue Angebote sollen dem Wunsch vieler Kinder und Jugendlicher in der Corona-Pandemie gerecht werden. Dabei kann es auch mal schmutzig werden.

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Stehen in den Startlöchern: Gulfhaus-Leiter Sebastian Krause, Stadtjugendpfleger Tobias Hartmann und Praktikant Aravinthan Vijayakumar (von rechts) wollen im Rahmen der Jugendpflege regelmäßige Sport- und Bewegungsangebote für junge Menschen in der Stadt Vechta anbieten.   Foto: Speckmann

Stehen in den Startlöchern: Gulfhaus-Leiter Sebastian Krause, Stadtjugendpfleger Tobias Hartmann und Praktikant Aravinthan Vijayakumar (von rechts) wollen im Rahmen der Jugendpflege regelmäßige Sport- und Bewegungsangebote für junge Menschen in der Stadt Vechta anbieten.   Foto: Speckmann

An Aktivitäten mangelt es im Gulfhaus in Vechta wahrlich nicht. Das zeigt schon ein flüchtiger Blick auf das Frühjahrsprogramm. In einem Punkt besteht jedoch Nachhol- beziehungsweise Verbesserungsbedarf. Sport und Bewegung sind in der Vergangenheit zu kurz gekommen. Das soll sich in den nächsten Wochen und Monaten ändern. Bei den geplanten Aktionen dürften die jungen Leute ganz schön ins Schwitzen kommen.

Das Angebot trägt den Titel „New Sport meets Trend Sport“. Dabei können die Teilnehmer bekannte Sportarten wie Basketball oder Hockey ausüben, aber auch Neuheiten wie Spikeball oder Flag Football kennenlernen. „Unser Ziel ist, dass die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, verschiedene Sportarten auszuprobieren und sich körperlich zu betätigen“, erklärt Einrichtungsleiter Sebastian Krause.

Maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Projekts hat Aravinthan „Ara“ Vijayakumar. Der 24-jährige Lohner besucht die Justus-von-Liebig-Schule in Vechta und absolviert zurzeit ein zweimonatiges Praktikum in dem städtischen Jugend- und Kulturzentrum. Schon in der Vorbereitung auf seine Hospitanz hat sich der angehende Erzieher vorgenommen, den Fokus auf den sportlichen Bereich zu legen.

„Aufgrund von Corona kam in den letzten Jahren nicht nur der Schulstoff zu kurz, sondern auch die sportliche Betätigung“, stellt der Praktikant fest. Kinder und Jugendliche hätten eine lange Zeit auf Bewegung verzichten müssen, sei es im Schulunterricht oder im Verein. Viele hätten auch nicht die Möglichkeit, sich zu Hause ausreichend zu bewegen. Die Folgen seien Unbeweglichkeit und Gewichtszunahme.

Umfrage zeigt Wunsch nach Bewegung auf

Die persönlichen Beobachtungen würden sich auch in bundesweiten Studien zu Auswirkungen der Pandemie bei Kindern und Jugendlichen widerspiegeln, ergänzt Diplom-Sozialpädagoge Krause. Geringe bis fast gar nicht stattfindende Angebote hätten Folgen. Die Gesamtsituation schlage sich auf die Gesundheit und die Psyche nieder. Aufgrund des Defizits hätten die jungen Leute zunehmend Lust auf Bewegung.

Bestärkt in ihren Plänen sehen sich Krause und seine Kollegen durch ihre jüngste Umfrage, an der sich etwa 150 Kinder und Jugendliche aus der Stadt Vechta über die sozialen Netzwerke beteiligten. Sie sollten mitteilen, welche Themen sie besonders interessieren und was ihnen im Gulfhaus zu kurz kommt. Gleich an erster Stelle rangierten verschiedene Anregungen zu Sport und Bewegung, gefolgt von Tagesfahrten und Kultur.

„Wir haben zwar immer mal wieder sportliche Aktionen in unseren Ferienprogrammen, aber kein offenes kontinuierliches Angebot, was nicht an die Mitgliedschaft in Vereinen gebunden ist."Gulfhaus-Leiter Sebastian Krause

„Wir haben zwar immer mal wieder sportliche Aktionen in unseren Ferienprogrammen, aber kein offenes kontinuierliches Angebot, was nicht an die Mitgliedschaft in Vereinen gebunden ist“, räumt der Gulfhaus-Leiter ein. Daran will er nun im Schulterschluss mit Stadtjugendpfleger Tobias Hartmann arbeiten. Sie wollen neben dem neuen Projekt noch weitere Vorschläge aus der Umfrage aufgreifen, etwa eine Fahrt zum Jump House in Bremen.

„Ara“ Vijayakumar ist bereits Feuer und Flamme. Er will seine Begeisterung für den Sport auf möglichst viele junge Menschen übertragen und dabei neue Anreize schaffen, etwa durch das Spielen von Flag Football. Dabei handelt es sich um eine Variante des American Football. Die Regeln sind nahezu gleich. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied, wie der 24-Jährige erläutert: „Körperkontakt ist hier nicht erlaubt.“

Für das neue Projekt ist es den Jugendpflegern gelungen, zumindest vorübergehend einen Platz in der großen Sporthalle an der Geschwister-Scholl-Oberschule zu bekommen. Dort eröffnet sich während der Semesterferien der Universität Vechta ein Zeitfenster, und zwar jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr. Das kostenlose Angebot können alle Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 16 Jahren nutzen.

Team soll bei „Xletix Kids“ in Hamburg starten

Neben dem wöchentlichen Angebot in der Sporthalle wollen die Vechtaer Jugendpfleger noch ein weiteres Projekt auf die Beine stellen. Hier geht es um einen Hindernislauf. Auf dem Gelände am Gulfhaus wird geklettert, gekrabbelt und vor allem viel gelacht, wobei der Parcours auch vor Schlamm und Wasser nicht haltmacht. „Da wird es auch mal schmutzig“, sagt Hartmann schmunzelnd.

Bei dem Hindernislauf gehe nicht um den persönlichen Erfolg, sondern um die gegenseitige Unterstützung in der Gruppe, ergänzt Krause. Mitmachen können Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren. Ziel ist die Teilnahme an den „Xletix Kids“ in Hamburg. Bei dem Wettbewerb am 10. September will das Gulfhaus mit einer eigenen Mannschaft starten. „Das wird ein toller Tag. Da räumen wir Hamburg auf“, lautet die Kampfansage.

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