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Vechta will auf (fast) allen öffentlichen Gebäuden Photovoltaik

Die Stadt macht jetzt Tempo. Treibende Kraft ist das Wasserwerk. Die Planungen für weitere Anlagen laufen – auf der Fläche und auf Dächern. Das Rathaus steht allerdings nicht auf der Liste.

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Vorreiter: Das Wasserwerk hat schon vor Jahren auf seinem Altbau eine PV-Anlage montieren lassen. Foto: Chowanietz

Vorreiter: Das Wasserwerk hat schon vor Jahren auf seinem Altbau eine PV-Anlage montieren lassen. Foto: Chowanietz

Die Stadt Vechta geht weiter in die Sonnenenergie-Offensive: Das Wasserwerk der Stadt Vechta plant für das kommende Jahr mindestens 7 weitere Photovoltaikanlagen auf Dächern öffentlicher Gebäude. Der städtische Betrieb rechnet dafür mit weiteren Investitionen in Solarkraftwerke in Höhe von 650.000 Euro netto aus Krediten. Wasserwerksleiter Benjamin Kampers macht dabei Tempo: Ein Teil der Anlagen soll schon im April/Mai kommenden Jahres in den Betrieb gehen, um möglichst viele Sonnenstunden mitzunehmen.

Denn eines ist klar: Mit seiner neuen Sparte Photovoltaik hilft der städtische Eigenbetrieb der Stadt in Richtung Klimaneutralität – das ist ein erklärtes Ziel. Die neuen Anlagen sollen sich aber auch finanziell für die Stadt rechnen: durch die Senkung von Stromkosten in den städtischen Einrichtungen und durch die Einspeisevergütung des Energieversorgers. Kampers klare Ansage: "Wir wollen kein Geld verlieren." Deshalb sollen die Anlagen auch möglichst früh im Jahr vor Beginn der sonnenreichsten Zeit ans Netz gehen.

Das Wasserwerk nimmt zum Start der Photovoltaik-Sparte viel Geld in die Hand. Bereits beschlossene Sache sind die neue PV-Anlage auf der neuen Schlammtrocknungshalle des energieintensiven Klärwerks mit einer Spitzenleistung von 100 Kilowatt (kW) sowie kleine Anlagen auf den Dächern der Geschwister-Scholl-Oberschule und den neuen Kindertagesstätten in Telbrake und Oythe. Dafür standen bereits in diesem Jahr insgesamt rund 270.000 Euro aus Krediten bereit. Alle Anlagen sollen bis spätestens Ende des Jahres am Netz sein.

Liste neuer Anlagen noch nicht abschließend

Außerdem laufen die Planungen für eine Flächen-PV-Anlage auf 6500 Quadratmetern Grünfläche direkt am Wasserwerk. Das Gelände ist als Wasserschutzgebiet landwirtschaftlich nicht nutzbar und gilt damit als ideal für die Versorgung des Wasserwerks. Die große Anlage soll bis zu 500 kW Leistung bringen. Hier ist von Investitionen von 800.000 Euro die Rede.

Jetzt stehen 7 weitere Dächer öffentlicher Einrichtungen auf der Liste:  das der Christophorusschule, des städtischen Bauhofs in Calveslage, des neuen Feuerwehrhauses, des Städtischen Kindergartens, der Grundschule Langfördern, der Kindertagesstätte Arche Noah auf dem Stukenborg und das der Martin-Luther-Schule. Wasserwerks-Chef Benjamin Kampers geht davon aus, dass sich mit den angesetzten 650.000 Euro auch noch weitere Anlagen realisieren lassen. "Die Liste ist bestimmt noch nicht abschließend."

Die Liste mit den 7 neuen Standorten ist ein Ergebnis einer Untersuchung der Stadtverwaltung. Die hatte geprüft, ob die Dächer städtischer Einrichtungen überhaupt für Photovoltaik-Anlagen geeignet sind. Die Gebäude müssen nämlich auch im Eigentum der Stadt sein. Und die Statik muss passen.

Nicht alle Gebäude geeignet

Es gibt allerdings noch andere Ausschlusskriterien: Das frisch sanierte Alte Rathaus bekommt keine Photovoltaik-Anlage. Grund sei hier der Denkmalschutz, erklärt Kampers. Und auch der Rathausneubau bleibt zunächst außen vor. Denn dort steht nach erster Einschätzung von Experten in den kommenden 5 Jahren bereits eine Dachsanierung an – der Neubau wurde 1999 fertiggestellt. Das Problem ist auch der Vechtaer Politik bekannt. Erst, wenn die Frage nach der Dachsanierung geklärt ist, soll es konkrete PV-Planungen geben. Die Vechtaer Politik sieht hier allerdings großes Potenzial, weil im Rathaus über Tag viel Energie verbraucht wird.

Wie Kampers im Betriebsausschuss des Wasserwerks erklärte, sei die Ansage von Bürgermeisters Kristian Kater, dass bei sämtlichen Gebäudesanierungen und Neubauten künftig das Thema Photovoltaik mitgedacht werden soll. Möglichst alle Dächer sollen genutzt werden. Das heiße etwa auch, dass bei Sanierungen notfalls die Statik alter Dächer verbessert werden müsse, damit sie die zusätzlichen 20 Kilo pro Quadratmeter stemmen können.

Grünes Licht aus dem Betriebsausschuss hat Kampers für die neuen Anlagen bereits. Jetzt fehlt noch die Zustimmung für seinen Finanzplan aus dem Stadtrat. Die erwartet er Mitte Dezember. Dann könnte die Ausschreibung für die 7 Anlagen noch in diesem Jahr losgehen.

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