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Vechta wappnet sich gegen Starkregen

Das Wohngebiet im Bereich Hagener Straße, Monikastraße, Von-Frydag-Straße und Achtern Diek wird an einen Graben und ein Regenrückhaltebecken angeschlossen. Baustart ist voraussichtlich im Mai.

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Das nächste große Projekt: In diesem Jahr möchte die Stadt Vechta sich weiter gegen Starkregen wappnen – etwa durch die Vergrößerung eines Regenrückhaltebeckens, die Ertüchtigung eines Grabens und das Umleiten des Wassers in einen Graben. Grafik: Stadt Vechta/Kläne

Das nächste große Projekt: In diesem Jahr möchte die Stadt Vechta sich weiter gegen Starkregen wappnen – etwa durch die Vergrößerung eines Regenrückhaltebeckens, die Ertüchtigung eines Grabens und das Umleiten des Wassers in einen Graben. Grafik: Stadt Vechta/Kläne

Regen ohne Pause, Überflutungen und Schäden – auch in Vechta kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Starkregenereignissen. Die Stadt Vechta reagiert: Auch im Jahr 2023 rüstet sie das Entwässerungssystem im Stadtgebiet nach, um es an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Mit dem nächsten größeren Projekt soll das Wohngebiet im Bereich Hagener Straße, Monikastraße, Von-Frydag-Straße und Achtern Diek effektiver vor Überflutungen geschützt werden. In diesem vergleichsweise tiefliegenden Bereich standen in den vergangenen Jahren Straßen und Häuser nach starken Regenfällen unter Wasser, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Die oft trockenen Böden und die Kanalisation können die Wassermengen in diesen Fällen nicht mehr aufnehmen. Die Folge sind überflutete Straßen, vollgelaufene Keller sowie Schäden an Gebäuden und Geräten.

Die Regenwasser-Kanalisation des Gebietes wird an einen bestehenden Graben zwischen der Buddenkämpe und der Von-Ascheberg-Straße sowie im weiteren Verlauf an ein Regenrückhaltebecken angeschlossen, schreibt die Stadt weiter. Um diesen Anschluss herzustellen, wird ein Rohr von der Monikastraße aus unter dem Bahndamm hindurch zur anderen Seite gepresst. Durch dieses immer mit Wasser gefüllte Rohr – auch Düker genannt – wird das Wasser nach der Fertigstellung in den Graben abgeleitet.

Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Mai

Der Graben liegt derzeit trocken, er muss aufgereinigt und ertüchtigt werden. Vor Beginn der Brut- und Setzzeit Anfang März plant die Stadt zunächst die Gehölze zurückzuschneiden. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Mai. Der Graben mündet in ein bestehendes Regenrückhaltebecken. Dieses wird vergrößert, damit es zusätzliche Wassermengen aufnehmen und gedrosselt in die angeschlossenen Gewässer und Kanäle abgeben kann. Die Stadt betont: Angesichts der steigenden Zahl an Starkregenereignissen seien die Regenrückhaltebecken in ihrer Funktion als technische Bauwerke enorm wichtig, um zusätzliche Speicherkapazitäten zu schaffen und Kanäle zu entlasten.

Zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen erstellt die Stadt Vechta eine Karte, die darstellt, wo Starkregenereignisse eine besondere Gefahr darstellen, so die Mitteilung. So können insbesondere die Einwohner erkennen, welche Schutzmaßnahmen für die Zukunft hilfreich sein könnten.

Bei Straßensanierungen zählt die Versickerung

Neben diesen Maßnahmen achte die Stadt bereits im Zuge von Straßensanierungen darauf, Versickerungsmaßnahmen anzulegen. Größere Kanäle mit bis zu einem Meter Durchmesser wurden beispielsweise in der Oyther Straße, der Kolpingstraße und in den Straßen Tannenweg und Tannenhof verlegt, teilt die Stadt mit. Auch der Bau neuer Kanal-, Graben- und Rückhaltesysteme, von Wehranlagen, Schutzwällen und Schutzwänden im Hochwasserschutzprojekt der Stadt tragen dazu bei, das Wasser bei Starkregenereignissen besser abzuleiten oder gezielt zu speichern.

Eine Überflutungssicherheit kann es nach Auffassung von Experten in der Siedlungsentwässerung aber nicht geben. Die bestehenden Entwässerungssysteme können nicht alle extremen Niederschlagsereignisse vollständig fassen und jederzeit sicher ableiten, so die Stadt. Es sei keine Frage mehr, ob öffentliche Flächen oder gewerbliche Betriebsflächen und Betriebsgebäude von einem Starkregen- und Überflutungsereignis betroffen sein werden, sondern wann dies der Fall sein wird.

Für Hausbesitzer stehen online Informationen bereit

Hausbesitzerinnen und -besitzer können laut Stadt aber schon jetzt vorsorgen: Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), der auch die Stadt Vechta angehört, stellt eine kompakte Bürgerinformation bereit. Darin wird erklärt, wie Hausbesitzer Eingänge und Lichtschächte sichern, Außenwände und Keller abdichten können.

Ebenso gibt es Infos über die Regenwasserversickerung, Dachentwässerung beziehungsweise Gründächer, finanzielle Absicherung und viele weitere Punkte. Abrufbar sind Erklärvideos und das gesamte Paket unter https://de.dwa.de/de/starkregen-erklaervideos.html.


Info:

  • Unter bestimmten Voraussetzungen gewährt die Stadt Vechta eine Reduzierung des Niederschlagswasserentgelts, wenn eine Dachbegrünung oder Versickerungsanlage nachgewiesen wird.
  • Mit dem Förderprogramm Nachhaltiges Bauen hat die Stadt Vechta finanzielle Anreize für derartige Maßnahmen geschaffen. Die Höhe der Förderung beträgt 25 Euro pro Quadratmeter begrünter Dachfläche, maximal 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben und bis zu 2500 Euro für Wohngebäude und 10.000 Euro für Gewerbegebäude. Die Förderung für die Herstellung von Versickerungsanlagen liegt bei 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben; die maximale Förderhöhe beträgt 1500 Euro pro Gebäude beziehungsweise Grundstück.
  • Weitere Informationen dazu und die Broschüre zum Download sind unter www.vechta.de/klimaschutz/ abrufbar.

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