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Vandalismus im Parkhaus führt zu verschärften Kontrollen

In der Mobilitätsstation am Vechtaer Bahnhof werden zusätzliche Kameras zur Videoüberwachung installiert. Neben Sachbeschädigungen kommt es immer wieder zum Missbrauch des Servicetelefons.

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Mehr Sicherheit für die Mobilitätsstation: Die Drehkreuzanlage im Erdgeschoss wird bereits seit einem Jahr mit einer Kamera überwacht. Aufgrund von Sachbeschädigungen werden die Kontrollen durch Ausstattung und Personal weiter verschärft. Foto: Speckmann

Mehr Sicherheit für die Mobilitätsstation: Die Drehkreuzanlage im Erdgeschoss wird bereits seit einem Jahr mit einer Kamera überwacht. Aufgrund von Sachbeschädigungen werden die Kontrollen durch Ausstattung und Personal weiter verschärft. Foto: Speckmann

Gestohlene Fahrräder, zertrümmerte Scheiben, missbrauchte Servicetelefone: In der Mobilitätsstation am Bahnhof kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen. Um die Verursacher zu ermitteln und möglichen Taten vorzubeugen, verschärft die Stadt Vechta jetzt die Kontrollen. Mit zusätzlichen Kameras sollen wesentliche Bereiche des öffentlichen Gebäudes künftig besser überwacht werden.

Die ersten Maßnahmen zur Videoüberwachung sind bereits vor einem Jahr eingeleitet worden.  Das Wasserwerk Vechta, zuständig für den Betrieb und die Unterhaltung der städtischen Parkhäuser, hat damals zwei Kameras im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss der Mobilitätsstation installiert. Sie nehmen insbesondere den Kassenautomaten, die Drehkreuzanlage und den Fahrstuhl ins Visier.

Nun erfolgt eine Nachrüstung durch zwei weitere Kameras, um insbesondere den Ein- und Ausgang im ersten Obergeschoss sowie Großteile des Parkbereichs im zweiten Obergeschoss abzudecken. Handlungsbedarf ist gegeben, wie Werkleiter Benjamin Kampers unlängst im städtischen Betriebsausschuss deutlich machte: „Im Fahrradparkhaus kommt es nach wie vor vermehrt zu Vandalismus.“

Wachsames Auge: Mit Hilfe von Kameras werden wesentliche Bereiche in der Mobilitätsstation überwacht. Die Aufnahmen dürfen maximal 72 Stunden gespeichert werden. Foto: SpeckmannWachsames Auge: Mit Hilfe von Kameras werden wesentliche Bereiche in der Mobilitätsstation überwacht. Die Aufnahmen dürfen maximal 72 Stunden gespeichert werden. Foto: Speckmann

Immer wieder hätten Täter die Scheiben des Schutzbehälters für den Feuerlöscher im Treppenbereich eingeschlagen oder verbeult. Der Löschschaum sei teilweise im Gebäude versprüht worden. Auch verbrannte Papierreste im Obergeschoss seien schon entdeckt worden. Im vergangenen Jahr habe sogar eine Mülltonne gebrannt. Darüber hinaus gebe es vereinzelt Farbschmierereien.

Mit einem Kopfschütteln erinnert der Werkleiter an einen Vorfall im Mai dieses Jahres, als sogar Feuerwehr und Malteser am Bahnhof anrücken mussten. Drei Mädchen hatten im Fahrradparkhaus gespielt. Dabei verhakte sich eine Person im Drehkreuz. Sie ließ sich nur mit Mühe aus der misslichen Situation befreien, wie die Bilder der bereits zu diesem Zeitpunkt installierten Videoüberwachung belegten.

Besonders ärgerlich  ist der Missbrauch der Ruftasten an den Ein- und Ausfahrtssäulen sowie an den Kassenautomaten. Durch die grundlose Betätigung wird das Personal immer wieder gestört, denn Anrufe außerhalb der Öffnungszeiten des Wasserwerkes gehen direkt an das Bereitschaftstelefon. „Insbesondere in den Abend- und Nachtstunden machen Leute sich einen Spaß daraus“, sagt Kampers.

Ruftasten werden außer Betrieb genommen

Die unsachgemäße Nutzung verursacht Unmut und unnötige Kosten. Die Werkleitung hat daher entschieden, die Ruftasten außer Betrieb zu nehmen. Als Ersatz dienen Aufkleber mit den Kontaktdaten der Bereitschaft. Die Hinweise sind an den einzelnen Säulen und Kassenautomaten angebracht. „Telefonisch ist die Bereitschaft also weiterhin erreichbar“, unterstreicht der Werkleiter.

Laut Kampers halten sich die Sachbeschädigungen in den beiden Parkhäusern in der Innenstadt zuletzt in Grenzen. Am Krankenhaus soll es in diesem Jahr bisher nur Einzelfälle gegeben haben. Im Parkhaus am Bahnhof wurde eine Sachbeschädigung am Gebäude festgestellt. Im Vorjahr hatte es gleich mehrere Schäden an Fahrzeugen gegeben, die Schranke wurde mehrfach abgefahren und die Ausfahrtsäule getroffen.

Die Videoüberwachung beschränkt sich nicht nur auf die Mobilitätsstation. Im Parkhaus am Bahnhof sind schon vor längerer Zeit neun Kameras installiert worden. Diese sind auf alle Ebenen des öffentlichen Parkraumes verteilt, insbesondere im Bereich der Kassenautomaten sowie der Ein- und Ausgänge. Im Parkhaus am Krankenhaus gibt es zwei Kameras, jeweils mit Blickrichtung auf die Automaten.

Die Überwachung ist durchaus erlaubt, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage erklärt. Nach dem Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz dürfen öffentliche Straßen und Plätze sowie andere öffentlich zugängliche Orte mittels Bildübertragung beobachtet werden, wenn dort wiederholt Straftaten oder nicht geringfügige Ordnungswidrigkeiten begangen wurden und die Beobachtung zur Verhütung erforderlich ist.

"Das Videomaterial darf nur für 72 Stunden gespeichert werden und wird automatisch gelöscht.“Volker Kläne, Pressesprecher der Stadt Vechta

Zwingende Voraussetzung ist die Erstellung einer sogenannten Datenschutzfolgeabschätzung. Diese wird durch einen Datenschutzbeauftragten überprüft. Zuvor muss eine umfangreiche Abwägung der Verhältnismäßigkeit und Notwendigkeit erfolgen, erläutert Pressesprecher Volker Kläne: „Das Videomaterial darf nur für 72 Stunden gespeichert werden und wird automatisch gelöscht.“

Der öffentliche Raum, wie zum Beispiel die Straße, muss bei der Überwachung außen vor bleiben. Die Behörde dürfe lediglich den Parkbereich im Parkhaus durch die Kameras festhalten, so Kläne weiter. Zudem müssten Hinweisschilder und Informationsblätter nach der Datenschutzgrundverordnung zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen aushängen.

Sicherheitsdienst verstärkt die Kontrollgänge

Neben der technischen Aufrüstung will die Kommune übrigens auch den Personaleinsatz verstärken. „Die Frequenz der Kontrollgänge durch einen Sicherheitsdienst soll im Bereich des Parkhauses am Bahnhof und des Fahrradparkhauses erhöht werden“, kündigt der Pressesprecher an. Entsprechende Maßnahmen hat die Kommune bereits vor geraumer Zeit im nahegelegenen Zitadellenpark vorgenommen.

Kampers zufolge konnte die Polizei einige Sachbeschädigungen aus dem Vorjahr aufklären. In mehreren Fällen seien die Täter ermittelt, die Verfahren jedoch aus verschiedenen Gründen eingestellt worden. Dennoch sei es weiterhin wichtig, dass alle Vorkommnisse zur Anzeige gebracht würden. Aufgrund der begrenzten Speicherzeit des Videomaterials sollten die Hinweise möglichst frühzeitig erfolgen.

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