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Unterrichtskonzepte bringen Schüler zum Staunen

Mit kleinen Impulsen arbeitet die Realschule daran, das Thema Umwelt stärker in den Alltag zu integrieren. Wie die Green School arbeitet, stellte jetzt deren Unterrichtsleiterin Leslie Medema vor.

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Schlammcatchen im Unterricht: Unterrichtsleiterin Leslie Medema erzählt Schülerinnen und Schülern, was eine Green School von üblichen deutschen Schulen unterscheidet.    Foto: Stix

Schlammcatchen im Unterricht: Unterrichtsleiterin Leslie Medema erzählt Schülerinnen und Schülern, was eine Green School von üblichen deutschen Schulen unterscheidet.    Foto: Stix

Ökologisch, selbstbestimmt, manchmal chaotisch und mit viel Freiraum für Schüler und Lehrer: Beim Besuch der amerikanischen Pädagogin Leslie Medema, die bei den Green Schools in Bali, Südafrika, Neuseeland und Mexiko den Unterrichtsbereich verantwortet, lernten Schülerinnen und Schüler der Realschule Friesoythe, wie Schulalltag auch aussehen und wie der Umweltgedanke im Unterricht fest verankert sein kann.

Medemas Besuch war der dritte Teil in einer kleinen, eher zufällig zustande gekommenen Veranstaltungsreihe zu ökologischen Themen an der Realschule. Kurz vor den Sommerferien war die Umweltaktivistin Janine O'Keeffe zu Gast an der Dr.-Niermann-Straße, zu Beginn des Schuljahres setzten sich Schülerinnen und Schüler außerdem im Rahmen einer Kunstausstellung in der Alten Wassermühle mit dem Klimawandel auseinander.

Schüler sind sich ihrer Verantwortung für die Umwelt bewusst

Umweltschutz war denn auch eines der zentralen Themen, die Medema bei ihren Besuchen in 4 verschiedenen Klassen ansprach. Die 8.-Klässler ließen dabei keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Umwelt bewusst sind und zumindest theoretisch wissen, wie sie einen eigenen Beitrag leisten können. Selbst mit dem Rad fahren, statt sich mit dem Auto bringen und holen zu lassen, oder auch Recycling standen ganz oben auf ihrer Liste. Den Konsum nahm auch Medema ins Visier. „Kauft nichts, was Ihr nicht braucht“, legte sie den Schülern ans Herz. „Kauft Secondhand und kauft lokal statt übers Internet.“

Ins Staunen kamen die Realschüler, als Medema über die Unterrichtskonzepte der Grünen Schulen sprach. Neben dem Lehren und Lernen in und mit der Natur spielt hier vor allem der Spaß am Unterricht eine große Rolle. „Mehr als 80 Prozent der Kinder weltweit gehen nicht gerne zur Schule“, sagte die gebürtige US-Amerikanerin. Deshalb gelte an ihren Schulen sogar für den Mathematikunterricht eine wichtige Regel: „Wir lernen Mathe auf lustige Art und Weise.“ Und anderes auch: Ein Mal pro Woche steht das in Bali beliebte Schlammcatchen auf dem Stundenplan.

"Wenn 5 Kinder Skateboard lernen wollen, dann machen wir eine Skateboardklasse auf."Leslie Medema, Unterrichtsleiterin Green School

Hinzu kommt, dass sowohl die Lehrenden als auch die Lernenden die Unterrichtsfächer und den Lernstoff selbst mitgestalten können. „Wenn 5 Kinder Skateboard lernen wollen, dann machen wir eine Skateboardklasse auf“, erzählt die Pädagogin. Durchschnittlich 15 Schüler habe eine Klasse, feste Einheiten gebe es allerdings nicht. Und auch die Lehrpläne seien flexibel. „Man kann ja eh nicht alles lernen“, betont Medema. „Es geht uns darum, dass die Schüler das Lernen lernen, um sich selbst immer weiter bilden zu können.“

Diese andere Herangehensweise an das Thema Unterricht habe die Schüler sehr interessiert, erzählt Schulleiter Tim Schülke, der den Besuch seiner früheren Studienkollegin in Friesoythe eingefädelt hatte. „Dass Schule an anderen Orten auf der Welt so ganz anders ist, hat die Jugendlichen stark zum Nachdenken angeregt.“

Er selbst sieht die Besuche von O'Keeffe und Medema wie auch die Kunstausstellung als kleine Impulse auf dem Weg, das Thema Umwelt fest an der Realschule zu verankern. „Es wäre mir ein Anliegen, dass wir in Richtung Umwelt und Umweltschule etwas machen“, sagt er. "Der Gedanke ist virulent, er wird von vielen getragen und durch das Einzelengagement vieler vorangetrieben, ist aber momentan noch ein organischer Prozess, der noch nicht systematisch verfolgt wird."

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