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Unterricht zwischen Tomaten und Bohnen

Die St.-Johannes-Schule in Bakum ist sogenannte "Ackerschule". Mehrere Schüler kümmern sich, auch in den Ferien, um ein eigenes Gemüsebeet.

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Grün an grün: In Bakum bewirtschaften Oberschüler im Rahmen einer Acker-AG eine Ackerfläche – auch in den Ferien. Foto: C. Meyer

Grün an grün: In Bakum bewirtschaften Oberschüler im Rahmen einer Acker-AG eine Ackerfläche – auch in den Ferien. Foto: C. Meyer

"Es ist zwar Schule, aber es macht mehr Spaß", sagt Keon Hamer. Der 7.-Klässler der St.-Johannes-Oberschule Bakum nascht zwischendurch eine Karotte, während er bei der Ernte des Gemüses tatkräftig mithilft. Er und 14 weitere Schüler nehmen an der Acker-AG der Schule teil. Die findet im übrigen auch in den Ferien statt. Aber das scheint die meisten nicht zu stören. Denn die Schüler sind mit Begeisterung dabei, wenn sie Unkraut jäten, mit der Harke den Boden auflockern oder eben das Gemüse ernten dürfen.

Wie Schulleiterin Bettina Willms wissen lässt, ist die Schule seit Februar 2020 sogenannte Ackerschule. Die Oberschule ist die einzige im Landkreis Vechta, die an dem Programm der Gemüseackerdemie teilnimmt. Ziel sei es, "die Wertschätzung von Lebensmitteln bei Kindern und Jugendlichen zu steigern", wie der Webseite des Vereins zu entnehmen ist. Dafür betreuen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrkräften eine Ackerfläche, auf der verschiedene Gemüsesorten angebaut werden. Die Pflanzen werden von dem Verein zur Verfügung gestellt.

In Bakum dürfen die Oberschüler in der Nähe des Sportplatzes rund 150 Quadratmeter Ackerfläche nutzen, die ihnen Franz Hölscher zur Verfügung gestellt hat, erzählt Willms. Das Wasser darf die Schule vom Sportplatz beziehen. Zahlreiche Gemüsesorten haben ihren Platz auf der Ackerfläche gefunden: Zucchini, Mangold, Tomaten, Kürbis, Rote Beete, Kohlrabi, Fenchel, Radieschen, Kartoffeln, Gurken – um nur einige zu nennen.

Foto: C. MeyerFoto: C. Meyer

Programm beginnt im Winter mit Theorie-Teil 

Normalerweise beginnt das Programm der Ackerschule im Winter mit einem Theorie-Teil. Dafür werden die Lehrkräfte vonseiten der Gemüseackerdemie geschult und mit entsprechendem Begleitmaterial ausgestattet, erklärt Kirsten Adler, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Stefanie Steinbrecher die Acker-AG in Bakum anbietet. Doch da die Oberschule zum Beginn der Corona-Pandemie mit dem Programm gestartet hatte, waren anfangs überhaupt keine Schüler dabei. Erst in den Sommerferien im vergangenen Jahr konnten erstmals die Schülerinnen und Schüler teilnehmen, sagt Bettina Willms.

Deshalb laufe die Acker-AG aktuell eher nach dem Motto „learning by doing“, sagt Kirsten Adler. Die Lehrerinnen erklären direkt auf dem Feld ihren Schülern, was es zu wissen und was es zu tun gibt. Jeden Montagmittag während der Schulzeit und jeden Montagvormittag in den Ferien – dann auf freiwilliger Basis – trifft die AG sich auf dem Acker und erledigt, was gerade ansteht. Kürzlich hieß es: Ernte.

Schülern macht die Arbeit viel Spaß

Doch vor der Kür gibt es noch den Pflichtteil. Ausgestattet mit Eimern und Harken durchforsten die Schüler die Fläche nach Unkraut, entfernen es und lockern daraufhin den Boden ordentlich auf. Mit vereinten Kräften sind sie damit kurzerhand fertig. Fix machen sie sich daran, das reife Gemüse zu ernten. Karotten, Mangold wie auch Rote Beete und Zucchini landen in den Eimern der Schüler. Jeder einzelne von ihnen ist engagiert bei der Sache, der Umgang miteinander kameradschaftlich. Die Schulleiterin verrät, dass das Interesse und die Nachfrage an der AG bei den Schülern groß seien.

Während er mit der Harke zwischen den Pflanzen den Boden bearbeitet, verrät Paul Thölking, dass er sich durchaus vorstellen könne, Landwirt zu werden. Dem 7.-Klässler gefalle die AG gut, da er lerne, wie man Gemüse anbaut. Er packe auch in den Ferien tatkräftig weiter mit an, sagt er. Wie auch Tim Beckermann, der ebenfalls bekundet, dass ihm die AG Spaß mache. Keon Hamer schätzt es, gemeinsam mit seinen Mitschülern auf dem Feld zu arbeiten. Außerdem gefalle ihm, dass er etwas anpflanzen und die Ergebnisse zu Hause vorzeigen kann.

Foto: C. Meyer
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Denn: Die Ernte wird nach verrichteter Arbeit fair unter den Schülern aufgeteilt. Eigentlich hätte das Gemüse für den Hauswirtschaftsunterricht verwertet werden sollen, sagt Schulleiterin Bettina Willms. Aber die Corona-Pandemie hat den Schulalltag fest im Griff. Deshalb finden Rote Beete und Co. derzeit den Weg in die heimischen Kochtöpfe der Schüler. Und wie schmeckt's? Da müssen die Schüler gar nicht lange überlegen: natürlich gut!

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