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Unmut über Praxiserweiterung: Anwohner wollen Naturfläche in Bösel erhalten

Die Gemeinde will den Bebauungsplan für den Anbau einer Physiotherapiepraxis ändern. Damit wird eine rund 1600 Quadratmeter große Fläche als Wohnbauland ausgewiesen. Diese Ankündigung löst Unmut aus.

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Natürliches Areal: Grünfläche und Baumbestand an der Pfarrer-Sommer-Straße in Bösel. Ein Teil des Areals soll nun für die Erweiterung einer Praxis verkauft werden. Foto: Wimberg

Natürliches Areal: Grünfläche und Baumbestand an der Pfarrer-Sommer-Straße in Bösel. Ein Teil des Areals soll nun für die Erweiterung einer Praxis verkauft werden. Foto: Wimberg

Die geplante Erweiterung einer Physiotherapie-Praxis in Bösel hat Unmut unter Anwohnern ausgelöst. Sie beklagen den Eingriff in die Natur, befürchten, dass ein idyllisches Biotop und rund 200 Jahre alte Eichen weichen müssten und planen offenbar eine Rettungsaktion.

Bei der Fläche handelt es sich um ein rund 1600 Quadratmeter großes und natürlich gewachsenes Areal im Siedlungsgebiet an der Pfarrer-Sommer-Straße. Daran angrenzend befindet sich die Physiotherapie-Praxis. Inhaber Markus Preuth möchte die Räume erweitern,  und für dieses Bauvorhaben muss der Bebauungsplan „Auf dem Esch“ geändert werden.

Wie berichtet, befindet sich der unbebaute Boden im Besitz der Gemeinde und erfüllt aktuell den Aspekt „Natur und Landschaft“. Die gesamte Fläche soll nun jedoch überplant und als Wohnbauland ausgewiesen werden. Ein Teil ginge dann nach dem Verkauf an den Praxiseigentümer, um sein Vorhaben verwirklichen zu können. Ein städtebaulicher Vertrag, so die Verwaltung weiter, werde unter anderem die Kompensation des damit wegfallenden Baumbestandes regeln.

"Ich kenne keine Gegenstimme."Markus Preuth, Praxiseigentümer

„Ich weiß um die Diskussionen“, betonte Bürgermeister Hermann Block, der das Thema auch in der Ratssitzung am Mittwochabend zur Sprache brachte. Gegner hatten die Möglichkeit, ihre Bedenken in der Einwohnerfragestunde zu äußern. Auf der Tagesordnung stand der Punkt jedoch nicht und wurde demnach auch nicht politisch beraten.

Laut Block können Einwände bis zum 10. August eingereicht werden. So lange liegen die Pläne im öffentlichen Bauleitverfahren noch aus. Danach entscheide sich nach „sach- und fachgerechter Prüfung“, ob eine Erweiterung stattfinden kann. „Wir wollen der Praxis eine Zukunft geben und unterstützen den Bau“, sagte der Verwaltungschef. Dabei solle so wenig Baumbestand wie möglich entfernt werden. „Um ein Biotop handelt es sich dort wohl nicht.“

Markus Preuth hat nach eigenen Angaben von Ärger oder Unstimmigkeiten bisher noch nichts gehört. „Ich kenne keine Gegenstimme und stehe für Fragen zur Verfügung“, reagierte der Praxiseigentümer auf Anfrage von OM online. Seine Erweiterung sei, wenn überhaupt, nur mit einem geringen Baumverlust verbunden, so Preuth. Die verbleibende Fläche bleibt weiterhin im Besitz der Gemeinde.

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