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Universität Vechta: Im 2. Anlauf bestehen fast 95 Prozent

Nach dem katastrophalen Prüfungsergebnis Anfang Februar verläuft die Wiederholung umso erfolgreicher. Ein Indiz, dass die 1. Klausur zu anspruchsvoll gewesen sein könnte, sieht die Uni aber nicht.

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Bei der ersten Klausur haben viele Studierende der Universität Vechta nur noch rot gesehen. Im 2. Anlauf ist die Erfolgsquote deutlich zufriedenstellender. Foto: Speckmann

Bei der ersten Klausur haben viele Studierende der Universität Vechta nur noch rot gesehen. Im 2. Anlauf ist die Erfolgsquote deutlich zufriedenstellender. Foto: Speckmann

Überwältigende Erfolgsquote im 2. Anlauf: Nach dem katastrophalen Prüfungsergebnis in einem Germanistik-Grundkurs fiel der Wiederholungstermin an der Universität Vechta wesentlich besser aus. Die Klausur wurde von fast 95 Prozent der Teilnehmer bestanden. Dies teilte die Hochschule am Mittwoch auf Anfrage von OM-Online mit.

Die Prüfung unter der Leitung von Dr. Jochen A. Bär, Professor für Germanistische Sprachwissenschaft, hatte im Februar bundesweit für Aufsehen gesorgt. Rund 98 Prozent der Klausurteilnehmer waren durchgefallen. Aufgrund der immens hohen Quote erntete die Hochschule heftige Kritik aus dem Kreis der Studierenden. Gegenseitige Schuldzuweisungen machten die Runde.

Nach der umgehenden Annullierung wurde die Prüfung nun am Dienstag nachgeholt, und zwar erneut im Online-Format. Es beteiligten sich insgesamt 235 Studierende. Davon hätten 5,3 Prozent nicht bestanden, teilte Uni-Sprecherin Katharina Genn-Blümlein mit. Die Ergebnisse würden im oberen mittleren Bereich liegen, der Notendurchschnitt betrage 2,7.

Studierende erwartete nun eine abgespeckte Version

Nach intensiven Gesprächen mit Kursteilnehmern hatte der verantwortliche Dozent die Prüfung neu konzipiert. Die Studierenden erwartete nun eine abgespeckte Version. Nach Angaben der Hochschule war die Anzahl der Fragen reduziert worden. Es gab auch weniger Multiple-Choice-Aufgaben im Verhältnis zu Lückentext-Aufgaben sowie weniger Antwortmöglichkeiten.

Ein Indiz, dass die Klausur am 1. Februar zu anspruchsvoll gewesen sein könnte, sieht die Uni in der Neukonzeption nicht. Die Prüfung sei in Umfang und Gestaltung nur leicht verändert worden. Der Dozent habe unter anderem zusätzliche Übungsklausuren zur Verfügung gestellt. Dies habe bei den Studierenden vermutlich zu mehr Orientierung und damit Sicherheit für die Klausur geführt, so die Sprecherin.

"Es ist erfreulich, dass die Uni direkt gehandelt und das Problem erkannt hat."Marvin Koch, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta)

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) hob noch einmal lobend hervor, dass der Dozent direkt nach Bekanntwerden des Klausurergebnisses entsprechende Schritte zur Annullierung beim Prüfungsausschuss beantragt habe. „Es ist erfreulich, dass die Uni direkt gehandelt und das Problem erkannt hat“, erklärte Marvin Koch, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, am Mittwoch.

Warum zunächst nahezu alle Teilnehmer gescheitert waren, kann der Asta-Vertreter nur vermuten. Die Durchfallquote sei in diesem Fach im ersten Durchgang generell hoch. Hinzu gekommen sei möglicherweise eine ungünstige Kombination aus Online-Studium und einem damit veränderten Lernverhalten sowie eine andere Erwartungshaltung an die Studierenden des Erstsemesters, so Kochs Einschätzung.

Dozent will sich nicht mehr zum Thema äußern

Eine Stellungnahme von Professor Dr. Bär war am Mittwoch nicht zu bekommen. Er wolle sich nicht mehr zum Thema in den Medien äußern, teilte die Pressestelle auf Nachfrage mit. Der Dozent hatte damals gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärt, dass viele Gründe zur hohen Durchfallquote geführt hätten, etwa Auswirkungen der Pandemie und Fehleinschätzungen der Studierenden beim Lernaufwand. Außerdem sei deren Teilnahme an Informations- und Gesprächsangeboten sehr gering gewesen.

Bleibt die Frage, ob aus Sicht der Hochschule ein Überprüfungs- oder Handlungsbedarf in Germanistik oder anderen Lehrbereichen besteht, damit sich eine derartige Durchfallquote nicht wiederholt. Genn-Blümlein: „Das Studienfach als auch der Prüfungsausschuss haben in diesem konkreten Fall unverzüglich und verantwortungsvoll im Sinne der Studierenden reagiert. Ein zusätzlicher Überprüfungsbedarf besteht daher nicht.“

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