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Und dann kam Corona

Roman Tabor beendet ein außergewöhnliches Freiwilliges Soziales Jahr. Bei Rot-Weiß Damme und im Gymnasium  war er im Einsatz. Die Bilanz fällt positiv aus.

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Zehn Monate lang ein Team: Matthias Theilmann (links) ist mit der Arbeit Roman Tabors für Rot-Weiß Damme sehr zufrieden. Auch der 20-Jährige zieht eine positive Bilanz.  Foto: Lammert

Zehn Monate lang ein Team: Matthias Theilmann (links) ist mit der Arbeit Roman Tabors für Rot-Weiß Damme sehr zufrieden. Auch der 20-Jährige zieht eine positive Bilanz.  Foto: Lammert

Seine zehnmonatige Tätigkeit als Absolvent eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) hatte sich Roman Tabor über weite Strecken anders vorgestellt. Doch Corona machte dem 20-Jährigen, dem Verein Rot-Weiß Damme und dem Dammer Gymnasium, bei denen er tätig war, über Wochen einen dicken Strich durch die To-do-Liste.

Dafür musste Roman Tabor in den vergangenen Monaten Aufgaben übernehmen, die ein FSJler in den "normalen" Zeiten nicht übertragen bekommt. Dazu gehörte zum Beispiel das Erarbeiten eines Hygienekonzeptes.

"Ich leitete im Gymnasium Sportarbeitsgemeinschaften im Handball, Fußball und in der Leichtathletik."Roman Tabor, FSJler

Bis Mitte März lief für Roman Tabor alles wie erwartet. Jeweils etwa die Hälfte seiner Arbeitsstunden absolvierte er für den Sportverein und die Schule. "Ich leitete im Gymnasium Sportarbeitsgemeinschaften im Handball, Fußball und in der Leichtathletik", berichtet der angehende Student. Im Verein trainierte er die Erste B- und die Dritte F-Jugend sowie die G-Anfänger. Alles war gut, sagt Rot-Weiß-Vorsitzender Matthias Theilmann.

Auch bei der Planung des für einen FSJler obligatorischen Projektes war Roman Tabor weit fortgeschritten. Er wollte mit Hilfe Rot-Weiß Dammes im Gymnasium ab Anfang Juni eine Pausen-Europameisterschaft in Anlehnung an die eigentlich für dieses Jahr geplante Fußball-Europameisterschaft durchziehen.

Das Konzept: Gymnasiasten hätten aus verschiedenen Jahrgängen besetzte Teams gebildet. Die Spiele sollten während der großen Pausen auf dem kleinen Bolzplatz hinter der Schulmensa stattfinden. Analog zur richtigen EM hätte es eine Gruppenphase und anschließend K.o.-Spiele gegeben.

Pausen-EM sollte Schüler in Bewegung bringen

Der Sinn: Vor allem auch für ältere Schüler sollte es ein attraktives Bewegungsangebot geben. "Ich hatte gerade die Anmeldeformulare fertig, dann kam Corona", ärgert sich Roman Tabor. Immerhin: Das Projekt fließt auch unvollendet in die offizielle Anerkennung seines FSJ ein. Der 20-Jährige musste lediglich einen Bericht über den theoretischen Ablauf schreiben, da eine Auswertung naturgemäß nicht möglich ist.

Auch bei den für FSJler verpflichtenden Seminaren, die der ASC Göttingen organisiert, wirkte sich Corona aus. Statt der eigentlich geforderten 25 Tage kam der Dammer nur auf 20, davon 15 bei Präsenzveranstaltungen und fünf bei Onlineschulungen. "Damit habe ich letztlich auch da mein Soll für die Anerkennung meines FSJ erreicht", sagt Roman Tabor.

Dass er von Mitte März, als der fast komplette Lockdown wegen der Corona-Pandemie kam, bis zur vorsichtigen Wiederaufnahme des Schulbetriebs und des ersten Trainings seiner Rot-Weiß-Teams am 15. Juni nicht komplett beschäftigungslos war, hatte gute Gründe. "Ich habe den Platzwarten im Dersa-Sportpark hin und wieder geholfen und mit Jörn Eilers vom Gymnasium die Sporthalle bei der Hauptschule und die beim Hallenbad aufgeräumt", berichtet Roman Tabor.

Statt Sportunterricht wurde auch mal gewandert

Ab Mai half er auch wieder in der Schule aus. Statt Unterstützung beim Sportunterricht stand allerdings die Betreuung von Klassen bei ganz anderen schulischen Angeboten wie etwa Wanderungen an. In dieser Zeit hätte er, wäre Corona nicht dazwischengekommen, ohnehin mehr Stunden in der Schule verbracht, denn er war auch als Betreuungskraft im Schwimmunterricht eingeplant.

Für Rot-Weiß war Roman Tabor zusammen mit Johannes Rechtien ab Mai an der Erstellung eines Hygienekonzeptes beteiligt, das unabdingbare Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Sportbetriebs war. Unter anderem erhielt jeder Betreuer eine ausgearbeitete Mappe mit dem Konzept.

Das Training war zunächst nur ohne Kontakt erlaubt

Außerdem musste Roman Tabor Maßnahmen wie das Aufstellen von Spendern für Desinfektionsmitteln im Dersa-Sportpark umsetzen. Und dann doch noch ein Lichtblick: Zuletzt durfte er seine Teams auch wieder normal trainieren, nachdem ab Juni - auch da ließ Corona grüßen – zunächst nur ein kontaktloses Training erlaubt war.

Trotz der ungewohnten Entwicklungen während seines am Freitag (31. Juli) endenden FSJ zieht Roman Tabor eine positive Bilanz. Er habe viel gelernt und sei dem Verein sowie dem Gymnasium für die gute Zusammenarbeit dankbar. Er hoffe, dass Rot-Weiß wieder einen FSJler findet.


  • Info: Wer bei Rot-Weiß ein FSJ absolvieren möchte, kann sich noch kurzfristig beim Vorsitzenden Matthias Theilmann unter der Telefonnummer 05491/1076 melden.

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