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Umweltwoche im Kreis Vechta endet: Ewald Lienen fordert mehr Klimaschutz

Der Fussballfunktionär war auf dem Finale der Vechtaer Umweltwoche zugeschaltet. Derweil hat der Landkreis 5 Umweltpreise vergeben.

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Prominenter Gast: Zum Abschluss der Umweltwoche im Landkreis Vechta war Fußballfunktionär Ewald Lienen online zugeschaltet. Foto: Kessen

Prominenter Gast: Zum Abschluss der Umweltwoche im Landkreis Vechta war Fußballfunktionär Ewald Lienen online zugeschaltet. Foto: Kessen

Die diesjährige Umweltwoche des Landkreises Vechta ist am Samstag zu Ende gegangen. Das traditionelle Finale musste in diesem Jahr zwar online auf YouTube und Facebook über die Bühne gehen, punktete aber mit einem breitem Programm: Neben der Verleihung von 5 Umweltpreisen und der Vorstellung des Projektes "Sports for Future" wurde auch Fußballlegende Ewald Lienen zugeschaltet.

Der ehemalige Fußballspieler und -trainer sowie jetziger technischer Direktor des FC St. Pauli aus Hamburg sprach auf der Online-Veranstaltung des Landkreises über Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit Fußballvereinen. "Der FC St. Pauli hat sich schon immer für gesellschaftspolitische Themen eingesetzt, in den letzten Jahren ist auch die Ökologie hinzugekommen", erläuterte Lienen. So hätte der Verein auf das Insektensterben aufmerksam gemacht, im Stadion auf Pfadbecher gesetzt oder das Merchandising auf Nachhaltigkeit getrimmt.

Lienen: Kommunen sollen nicht auf Bundespolitik warten

"Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen, das kann aber nur ein erster Schritt sein", meint Lienen. Denn unternehmerisches Handeln und Klimaschutz können nicht voneinander getrennt gedacht werden. Lienen appellierte zudem an die kommunale Ebene: "Ich habe die große Hoffnung, dass Landkreise und Städte vorweg marschieren und nicht auf die Bundespolitik warten." Dabei fordert er, Lösungen für alle zu finden, gesteht aber auch ein, dass das keine leichte Aufgabe ist: "Es ist schwierig umzusetzen, weil jeder eigene Befindlichkeiten hat." Diese Befindlichkeiten zu überwinden, sei äußerst wichtig, "weil wir unsere Lebensgrundlage retten müssen".

Er selbst habe sich als Trainer noch nicht so sehr mit dem Umweltschutz beschäftigt: "Dafür schäme ich mich auch ein bisschen, aber ich hatte während meiner Trainertätigkeit einfach sehr wenig Zeit." Der Sport könne aber laut Lienen eine "super Plattform" sein, um diese Devise zu vermitteln. Deswegen kann er auch Kritik an Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp nicht verstehen, "nur weil er mit Umweltschutzprojekten Geld verdient".

Umweltpreise sind mit je 500 Euro dotiert

Lienen war es auch, der virtuell den ersten Umweltpreis des Abends vergab, die jeweils mit 500 Euro dotiert sind. Freuen durfte sich in der Kategorie "Sport" der SV Kroge-Ehrendorf, der sich schon seit Jahren aktiv für den Umweltschutz einsetzt. Der Preis in der Kategorie "Schule" ging an die Klasse FOW-12B der Handelslehranstalten Lohne, die in einem Projekt Alternativen zu Plastik entwickelt haben. In der Kategorie "Privatperson" wurde Ludger Böske aus Arkeburg ausgezeichnet, der seit Jahren Umweltschutz aktiv gestaltet und 45 Nistkästen sowie 3 Insektenhotels gebaut hat.

Über einen Preis in der Kategorie "Dorfgemeinschaften" durfte sich die Dorfgemeinschaft aus Harpendorf-Düpe freuen, die seit vielen Jahren mit verschiedenen Aktionen in der Umweltwoche aktiv ist. Die Ehre, für ein Projekt einen Sonderpreis zu erhalten, hatte die Tagesgruppe des evangelischen Kinderdorfes Johannesstift aus Vechta. Hier werden Kinder an 2 Samstagen zu "Umweltwächtern" ausgebildet; ausprobieren konnten sie ihre erlernten Fähigkeiten schon bei einem Gang um den Goldenstedter Hartensbergsee.

Gewinner gekürt: Landrat Herbert Winkel (links) und Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann überreichen den Preisträgern des Umweltpreises zum Abschluss der Umweltwoche im Landkreis Vechta in einer Live-Übertragung virtuell die Urkunden. Foto: Landkreis VechtaNiemannGewinner gekürt: Landrat Herbert Winkel (links) und Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann überreichen den Preisträgern des Umweltpreises zum Abschluss der Umweltwoche im Landkreis Vechta in einer Live-Übertragung virtuell die Urkunden. Foto: Landkreis Vechta/Niemann

Foto: Landkreis Vechta/Niemann

800.000 Menschen haben bisher moobil+ genutzt

Landrat Herbert Winkel bedankte sich bei allen Teilnehmern der Umweltwoche für die "ganz tollen Aktionen". Stellvertretend für die Anstrengungen des Landkreises Vechta in Sachen Klimaschutz hob er das Projekt "moobil+" hervor. "Wir wollen mit den Kleinbussen die Leute aus dem Auto bekommen", sagte Winkel. Circa 800.000 Menschen hätten das Angebot bisher schon genutzt. Außerdem sollen vermehrt Pendler-Radstraßen abseits der Autostraßen geschaffen werden. Als größtes Zukunftsprojekt nannte Winkel derweil eine klimaneutrale Verwaltung.

Wir müssen unter anderem das kostbare Gut Wasser schützen und erneuerbare Ernergien voranbringen.Alfred Kuhlmann, Bürgermeister von Goldenstedt

Auch der Vertreter der diesjährigen Ausrichter-Gemeinde der Umweltwoche, Bürgermeister Alfred Kuhlmann aus Goldenstedt, wertete die Umweltwoche als "riesen Erfolg". Vor allem die Beteiligung der jeweiligen Klimaschutzmanager hätte der Aktion ein "anderes Level gegeben".  Das Hauptprojekt Goldenstedts in diesem Jahr bestand darin, Wege neu zu bepflanzen und Blühstreifen anzulegen. "Das war eine tolle Leistung von allen, die in das Projekt mit eingebunden waren", freute sich Kuhlmann. Für die Zukunft wünscht sich Kuhlmann, Ökologie und Ökonomie besser in Einklang zu bringen. "Dafür müssen wir unter anderem das kostbare Gut Wasser schützen und erneuerbare Energien voranbringen", meint Kuhlmann.

"Sports For Future" wirbt für Pariser Klimaschutzabkommen

Ein spannendes Projekt hatte noch Stefan Wagner aus Mühlen mit "Sports for Future" mitgebracht. "Der Sport nutzt seine Möglichkeiten in Sachen Klimaschutz momentan nicht aus", konstatierte Wagner. So hätte der Sport durch seine hohe Reichweite durchaus mehr Möglichkeiten, für Klimaschutz zu werben. Genau deshalb wurde "Sports For Future" ins Leben gerufen: Zunächst mit der TSG Hoffenheim initiiert, haben sich mittlerweile über 100 Vereine, Institutionen oder Einzelsportler dem Projekt angeschlossen, die insgesamt über 22 Millionen Menschen repräsentieren. "Wir setzen uns in erster Linie dafür ein, dass das Pariser Klimaschutzabkommen eingehalten wird", erklärt Wagner. Alle eine, "sich nicht mehr raushalten zu wollen". Neben Aktionen in Schulen gebe es daher verschiedene Aufforstungsprogramme in Afrika, wo bisher fast 70.000 Bäume gepflanzt worden sind. 

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