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"Umsatz deutlich schwächer": Cloppenburger Einzelhändler sprechen von miesem Weihnachtsgeschäft

Verglichen mit dem Vorkrisenniveau hätten sie in der Vorweihnachtszeit deutlich weniger Geld verdient, erklären die Geschäftsführer von Bley und Werrelmann. Gerade die 2G-Regel trübte das Geschäft.

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2G wirkte abschreckend: Die Händler sprechen von verunsicherten Kunden. Symbolfoto: Hermes

2G wirkte abschreckend: Die Händler sprechen von verunsicherten Kunden. Symbolfoto: Hermes

Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel traditionell die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Doch zum zweiten Mal in Folge macht die Corona-Pandemie den Händlern einen Strich durch die Rechnung. Auch in Cloppenburg dürften viele von ihnen mit den Umsätzen nicht zufrieden sein. So berichten Thomas Grimme, Geschäftsführer des Haushaltswarengeschäfts Bley, und Hans-Jürgen Werrelmann, Geschäftsführer des Modegeschäfts Werrelmann, auf Nachfrage von OM-Medien von einem miesen Weihnachtsgeschäft.

"Es war schleppender als sonst", sagt Grimme. Gerade die vorübergehende und nur wenige Tage geltende 2G-Regel im Einzelhandel habe viele Kunden abgeschreckt, auch wenn mit den eingeführten Bändchen schnell eine Lösung habe gefunden werden können. "Man hat die Zurückhaltung der Kunden gemerkt", so Grimme weiter. Habe sein Haushaltswarengeschäft im vergangenen Jahr zumindest in den Wochen vor dem Lockdown noch ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft gehabt, rechne er in diesem Jahr mit einem Rückgang des Umsatzes "im zweistelligen Prozentbereich" im Vergleich zu den Weihnachtsumsätzen vor der Corona-Pandemie. 

Kunden von Regeln "völlig verunsichert"

Ähnliches berichtet auch Werrelmann. "Der Umsatz ist deutlich schwächer als noch 2019", sagt der Modehändler. Die Kunden seien von den sich ständig ändernden Corona-Regeln "völlig verunsichert" gewesen. Die Angst, sich anzustecken, spiele ebenfalls eine Rolle. Verglichen mit dem Weihnachtsgeschäft im Vorjahr sei die "Kundenfrequenz geringer" gewesen, allerdings kauften die Kunden bei einem Besuch auch mehr ein. "Wenn sie schon mal da waren, wollten sie nicht zweimal laufen", sagt Werrelmann. 

Wie der Handelsverband Deutschland mitteilt, seien deutschlandweit 78 Prozent von 750 Handelsunternehmen unzufrieden mit ihrem Weihnachtsgeschäft. Die Umsätze im stationären Handel seien unter der 2G-Regel in der Weihnachtswoche durchschnittlich 35 Prozent hinter dem Vorkrisenniveau zurückgeblieben. Die Kundenfrequenzen in den Geschäften lägen 37 Prozent unter denen im Vorkrisenjahr 2019. Besonders betroffen von Umsatz- und Frequenzrückgängen war erneut der Bekleidungshandel, wie der Handelsverband mitteilt. "Bei vielen Handelsbetrieben herrscht Ernüchterung und Existenzangst“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Bereits das zweite Mal in Folge war die Weihnachtszeit für den Einzelhandel eine Katastrophe."

Trotz Omikron-Welle "verhalten optimistisch"

Dass die 2G-Regel im Einzelhandel derzeit in Niedersachsen nicht mehr gilt, begrüßen Thomas Grimme und Hans-Jürgen Werrelmann. Insbesondere die Kontrollen hätten für sie einen großen Mehraufwand bedeutet. Werrelmann musste mehrere Eingänge zu seinem Modegeschäft schließen, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Es sei zwar "lästig" gewesen, er und seine Mitarbeiter hätten die Regeln aber konsequent umgesetzt. Viele Kunden hätten nicht verstanden, dass sie auch einen Ausweis vorzeigen mussten. Und doch hätte die überwiegende Mehrheit der Kunden die Regeln akzeptiert, sagen Grimme und Werrelmann – wenn sie denn ins Geschäft kamen. Aktuell müssen sie lediglich eine FFP2-Maske im Einzelhandel tragen. 

Die ersten Tage nach Weihnachten laufen für das Modegeschäft Werrelmann und das Haushaltswarengeschäft Bley nicht mehr so schlecht. In dieser Zeit kommen traditionell Kunden in die Geschäfte, um Ware umzutauschen oder Gutscheine einzulösen. Viele Kunden nutzen dafür aktuell die Brückentage und Ferien, sagt Grimme. Das "Nachweihnachtsgeschäft" laufe in gewohntem Umfang, sagt Werrelmann. Trotz heranrollender Omikron-Welle bleibe er verhalten optimistisch.

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