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Umbau zum Jubiläum löst Diskussion aus

Der Altarraum der St.-Marien-Kirche in Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor soll zum 100-jährigen Bestehen des Gotteshauses aufwändig umgestaltet werden. Das sorgt für Kritik in der Kirchengemeinde.

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Nachfolger fällt eine Nummer kleiner aus: Dr. DIrk Költgen zeigt den Zelebrationsaltar, der durch ein weniger raumgreifendes Modell mit Glasscheiben ersetzt werden soll.    Foto: Schrimper

Nachfolger fällt eine Nummer kleiner aus: Dr. DIrk Költgen zeigt den Zelebrationsaltar, der durch ein weniger raumgreifendes Modell mit Glasscheiben ersetzt werden soll.    Foto: Schrimper

Das Datum steht schon fest: Am 16. Mai 2021 wird das 100-jährige Bestehen der St.-Marien-Kirche Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor gefeiert. Bis dahin, so der Plan, soll das Gotteshaus durch Renovierungs- und Umbaumaßnahmen in neuem und zugleich ursprünglichem Glanz erstrahlen. Das Vorhaben ist unter den Gläubigen umstritten.

Für rund 38.000 Euro soll die Kirche nach rund 30 Jahren einen neuen Innenanstrich erhalten, berichtete Monsignore Dr. Dirk Költgen. Darüber hinaus soll die 1975 errichtete hölzerne Stufenanlage im Altarraum zurückgebaut werden, um für mehr Platz zu sorgen und Stolperfallen zu vermeiden. Der Zugang von der Sakristei wäre somit ebenerdig. Zu sehen wären dann die in der übrigen Kirche verlegten cremefarbenen Marmorplatten. Diesbezüglich gibt es unter den Gläubigen die Befürchtung, dass der Priester, der nur noch eine Stufe höher stünde als die Gemeinde, schlechter zu sehen sei.

Zelebrationsaltar soll kleinerem Modell weichen

Der spätbarocke Hochaltar bleibt an Ort und Stelle. Er erhält außer zwei Stufen ringsum noch die seitlichen Verzierungen aus Stuckmarmor zurück, die an einen 1967 errichteten und – wie Költgen findet – „wuchtigen“ Zelebrationsaltar aufgesetzt wurden.

Dieser Zelebrationsaltar soll entweder im Offizialatsdepot eingelagert oder zu einem kleineren Seitenaltar umgebaut werden, so Költgen. Statt seiner soll es einen neuen, kleineren und näher zur Gemeinde stehenden Zelebrationsaltar geben. An der Front und an den Seiten eingesetzte Glasscheiben sollen den Blick auf die in einer Kapsel verwahrten Reliquien zweier Märtyrerinnen freigeben. Nach Angaben des Offizialats handelt es sich dabei um die Heilige Ursula und die Heilige Faustina.

Taufbrunnen wird wieder aufgestellt

Der durch den Abbau der Stufenanlage und den kleineren Zelebrationsaltar gewonnene Platz soll unter anderem genutzt werden, um die Kanzel mehr in den Mittelpunkt zu rücken. „Dadurch treten sich Lektor und Priester nicht mehr auf die Füße und auch bei Hochzeiten und Ehejubiläen haben die vorlesenden Familienangehörigen mehr Platz“, so Költgen.

Zugleich soll der historische, im Keller des alten Pfarrhauses wiederentdeckte Taufbrunnen aufgestellt werden. „Dann hätten wir eine schöne Taufsituation“, sagt Költgen. Der Taufbrunnen sei von den Siedlern damals selbst gebaut worden, sagt der Geistliche. „Der Brunnen ist künstlerisch nicht besonders wertvoll, aber ein Zeitdokument.“ Alle diese Arbeiten zur Umgestaltung des Altarraums veranschlagt Költgen mit 4000 Euro.

Anonymes Flugblatt machte die Runde

Wenngleich Spenden willkommen seien, würden mit den Umbaubaumaßnahmen keine Schulden gemacht, stellt Költgen klar und widerspricht damit in der Kirchengemeinde kursierenden Gerüchten. „Es geisterten verschiedene Falschinformationen durch die Gegend“, so der Geistliche. Auch ein anonymes Flugblatt sei aufgetaucht. Einige Gläubige halten laut einem anderen Schreiben „allenfalls Reparaturen und Malerarbeiten für sinnvoll“. Hinter der Kritik vermutet der Geistliche „alte Rechnungen“, die beglichen werden sollten. Kritik gibt es von Gläubigen auch am Kirchenausschuss, dessen Mitglieder „den Faden zur Gemeinde“ verloren hätten und Gottesdienstbesucher nicht in ihre Entscheidungen einbänden – so die Behauptung. Für Költgen ist das „eine perfide Unterstellung“.

Er betont: „Wir haben die Gelegenheit, etwas Schönes zu schaffen.“ Losgehen soll es mit den Arbeiten Ende Januar. Ziel sei es dann, zu Ostern wieder Gottesdienst feiern zu können. Der Pfarreirat und der Kirchenausschuss hätten den Umbaumaßnahmen inzwischen zugestimmt. Die Diözesankunstkommission im Offizialatsbezirk Oldenburg begrüßt die Pläne.

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