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Ukrainerin will ihr Geschäft in Deutschland wieder aufbauen

Yana Dobroserdova hat in der Ukraine Schneiderpuppen verkauft – das will sie in Deutschland fortführen. Hilfe bieten ihr die Berufsbildungs- und Servicegesellschaft und die Kreisvolkshochschule.

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Sprechen über eine berufliche Zukunft in Deutschland: Yana Dobroserdova (2. von links), Katharina Loose von der Berufsbildungs- und Servicegesellschaft (von links), Charliene Sölter und Maria Jäger, beide von der Kreisvolkshochschule Vechta. Foto: Böckermann

Sprechen über eine berufliche Zukunft in Deutschland: Yana Dobroserdova (2. von links), Katharina Loose von der Berufsbildungs- und Servicegesellschaft (von links), Charliene Sölter und Maria Jäger, beide von der Kreisvolkshochschule Vechta. Foto: Böckermann

Am 6. März dieses Jahres kam Yana Dobroserdova mit ihren beiden Kindern im Alter von 6 und 10 Jahren in Deutschland an, berichtet die Kreisvolkshochschule Vechta in einer Mitteilung. „Wir haben die notwendigsten Sachen eingepackt und sind mit dem Auto losgefahren“, erzählt die 35-jährige Ukrainerin. Nur schwer kann sie die Tränen unterdrücken als sie davon erzählt, wie sie aus ihrer Heimatstadt Dnipro im Osten der Ukraine geflohen ist und damit auch ihr bisheriges Leben, Freunde und Familienmitglieder im Krieg zurücklassen musste, heißt es weiter. Seit einigen Wochen wohnt sie nun bei einer Familie in Vechta. Mittlerweile besuche sie einen Deutsch-Sprachkurs an der Kreisvolkshochschule Vechta und plant ihre berufliche Zukunft in Deutschland.

Hilfe bieten ihr die kostenlosen Kurse „Beratungen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse“, die regelmäßig von der Kreisvolkshochschule in Kooperation mit der Berufsbildungs- und Servicegesellschaft (BUS) angeboten werden. „Aus der Ukraine kommen fast ausschließlich Frauen in unsere Beratungen. Sie haben einen hohen Bildungsstand und verfügen über einen oder sogar zwei Hochschulabschlüsse“, erzählt Katharina Loose von der Beratungsstelle. Die Anerkennung der ukrainischen Berufs- und Hochschulabschlüsse sei laut Mitteilung relativ einfach, da es in der Ukraine ein vergleichbares Ausbildungssystem gebe und auch die Hochschulabschlüsse mit Bachelor und Master den europäischen Standards entsprächen.

Auch Yana Dobroserdova verfügt über einen Hochschulabschluss als Bauingenieurin. Das Besondere: Sie war in der Ukraine selbstständig. Sie hatte eine Firma gegründet, die maßangefertigte Schneiderpuppen entwarf. Ihre Kunden waren Schauspieler oder Theater, die die Puppen für das Anpassen von Kostümen benötigten, aber auch wohlhabende Persönlichkeiten, die ihre Kleidung maßanfertigen lassen wollten.

Informationsveranstaltungen auf Ukrainisch angeboten

„Wir haben bei der BUS ein Projekt 'Women in Business' für Frauen, die sich in Deutschland selbstständig machen möchten“, erzählt Katharina Loose. „Dazu entwickeln wir gerade ein Informationspaket, das über alle wichtigen Themen, wie zum Beispiel Steuern oder Versicherungen informiert“, fügt sie hinzu. Speziell für Flüchtlinge aus der Ukraine werden auch Online-Informationsveranstaltungen in der Muttersprache angeboten, da die Nachfrage hoch sei.

Das kann auch Charliene Sölter, pädagogische Mitarbeiterin der Kreisvolkshochschule, bestätigen. „Wir sehen bei vielen Flüchtlingen aus der Ukraine eine hohe Motivation, die deutsche Sprache zu lernen und einen Job zu finden“, erzählt sie. So wurden bereits einige Zusatztermine für die Beratung zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse angesetzt. Die nächsten Termine werden aber erst nach den Sommerferien stattfinden können. „Menschen, die aus Ländern kommen, in denen es keine soziale Absicherung wie in Deutschland gibt, haben gelernt, sich selbst um ihre Zukunft zu kümmern“, so das Fazit von Katharina Loose.

Das trifft auch auf Yana Dobroserdova zu. Sie arbeitet bereits weiter am Aufbau ihres Unternehmens in Deutschland. So hat sie erste Gespräche mit einigen Stoffgeschäften geführt und Kontakte in die Bekleidungsszene geknüpft. Als nächstes möchte sie Werbematerial in deutscher Sprache entwickeln. Ihre Hoffnung ist, dass sie langfristig auch mit Firmen in ihrer Heimat, der Ukraine, wieder zusammenarbeiten kann.

  • Info: Weitere Informationen zu den Beratungen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sind im Internet unter www.kvhs-vechta.de und im aktuellen Programmheft zu finden sowie direkt über Charliene Sölter über die E-Mail- Adresse c.soelter@kvhs-vechta.de.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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