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TV Dinklage will die ehrenamtliche Arbeit auf mehr Schultern verteilen

Ausschussarbeit und Jahnstadion, Energieeinsparungen und Mitgliedsbeiträge: Klubchef Dr. Jürgen Hörstmann informiert über die aktuellen Themen.

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Mehr Lust, weniger Frust: Der TV Dinklage will die Rahmenbedingungen für seine Ehrenamtlichen verbessern. Foto: TVD

Mehr Lust, weniger Frust: Der TV Dinklage will die Rahmenbedingungen für seine Ehrenamtlichen verbessern. Foto: TVD

Seit 33 Jahren ist Dr. Jürgen Hörstmann Vorsitzender des TV Dinklage. Doch so eine kurze Generalversammlung wie jetzt – die gab es in den vergangenen 3 Jahrzehnten nicht. Nur 51 Minuten dauerte die Versammlung. Es gab keine Wahlen, keine Ehrungen und keine Aussprache über Sportstätten, die in der Vergangenheit auch schon mal längeres Diskussionspotential bot. Themen im größten Sportverein in der Region gibt es dennoch einige.

Ausschussarbeit: Die ehrenamtliche Arbeit im Verein verbessern und erweitern, die Rahmenbedingungen neu ordnen und strukturieren, mehr Verantwortung und Aufgaben auf möglichst viele Mitglieder übertragen – dies ist dem Vorsitzenden Hörstmann ein wichtiges Anliegen. Ziel ist es, dass die Mitarbeiter entlastet werden und deshalb zufriedener sind. Hörstmann sagt. "Die Mitarbeit im TVD soll nicht zu einer Belastung führen, sondern zu Spaß an der ehrenamtlichen Tätigkeit."

Wie der Vorstand das erreichen möchte? Es sollen neue Arbeitsgruppen gebildet werden, die bisherigen Ausschüsse sollen anders aufgestellt werden. Mitglieder möglichst aller (großen) Abteilungen sollen in diesen Teams vertreten sein.  Nämlich für Ehrungen, Finanzen, Sport, Kohlessen, Organisation, Bau- und Liegenschaften, Übungsleiter und Eltern, Hobby und Freizeitsport, Inklusion, Fan-Abteilung, Öffentlichkeitsarbeit und Sicherheit. Außerdem soll sich ein Orga-Team zusammenfinden, das sich mit den Vorbereitungen für die 120-Jahr-Feier 2024 beschäftigt. Interessierte können sich in der Geschäftsstelle melden.

TV Dinklage will mehr Eltern als Übungsleiter gewinnen

Grundsätzliche funktioniere die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen immer besser, aber es gebe noch Luft nach oben, sagt Jürgen Hörstmann. Eine bessere Vernetzung im Großverein untereinander seit wichtig, um die Qualität zu erhöhen. Der 68-Jährige möchte auch mehr Angebote schaffen. Zum Beispiel im Bereich Trendsport. Auch Basketball und Volleyball sollen reaktiviert werden. Wenn sich der Turnverein besser austausche, dann sieht der Klubchef "Riesenpotential für die Zukunft".

Die größte Priorität hat für Jürgen Hörstmann, das räumt er unumwunden ein, der Ausschuss für Übungsleiter und Eltern. Über die Eltern sollen neue Trainer und Betreuer gewonnen werden. Hörstmann möchte einen Leitfaden aufstellen, Elternabende durchführen, einen Elterncoach einladen. Er selbst werde, betonte Hörstmann, auch die direkte Ansprache forcieren, um neue Übungsleiter zu gewinnen.

Umbau des Jahnstadions: Auf der vergangenen Generalversammlung hatte der TVD seine großen Pläne zum Umbau des Jahnstadions vorgestellt. In 5 Projektphasen soll die Sportstätte modernisiert werden. Die Stadt unterstützt die Idee mit bis zu 1,75 Millionen Euro. Doch die Pläne sind aktuell schon beim ersten Schritt ins Stocken geraten.

In schlechtem Zustand: Die Tartanbahn im Jahstadion. Foto: BöckmannIn schlechtem Zustand: Die Tartanbahn im Jahstadion. Foto: Böckmann

Der TVD wollte die Sanierung der Laufbahn am liebsten selbst in Angriff nehmen, muss dies aber jetzt der Stadt überlassen, weil diese eine Förderung erhalten hat. Außerdem steigen die Kosten immens – wegen der allgemeinen Preissteigerung und weil Altlasten im Boden gefunden wurden. Statt den einmal vom TVD anvisierten 438.000 Euro könnten sich die Kosten auf bis zu einer Million Euro erhöhen.

Wenn dieses Projekt abgeschlossen ist, wird laut Hörstmann der neue Geräteraum am alten Eingang an der Goethestraße gebaut. Die Baugenehmigung wurde bereits erteilt. Danach habe die Fußball-Abteilung freie Hand bei der Planung der neuen Umkleideräume respektive der Tribüne, sagt Hörstmann. Aktuell kein Thema mehr sind eine Freilufthalle und ein Bewegungspark. 

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Flutlichtanlage für Platz 4 soll, weil nun der Förderbescheid des Landessportbundes da ist, noch in diesem Jahr installiert werden. Das schaffe Entlastung für die anderen Spielfelder, hieß es.

Beitragserhöhung: Vor 5 Jahren gab es die letzte Erhöhung der Vereinsbeiträge. Für die nahe Zukunft kommt der TVD nicht drumherum, die Beiträge wieder zu erhöhen, sagt Hörstmann mit Blick auf den Mindestlohn, die steigenden Energiekosten, die stetig wachsenden Anforderungen an den Verein und die Bauarbeiten im Jahnstadion. Außerdem müsse die Hauptamtlichkeit verstärkt werden. Nur durch eine Beitragserhöhung lassen sich die Qualität und die Quantität im Verein halten, sagt Hörstmann. Die Höhe des neuen Beitrages müsse noch besprochen werden.

Energiesparmaßnahmen: Die Temperatur in den Hallen im TVD-Sportpark hat der Turnverein reduziert. In Halle 2 sollen LED-Lampen eingesetzt werden. Die energetisch katastrophale Jahnhalle wird gar nicht mehr beheizt. "Irgendwo müssen wir eben sparen", sagt Hörstmann. Im Sportpark und eventuell im Jahnstadion soll eine Photovoltaik-Anlage installiert werden. Wer Ideen hat, wie Energie gespart werden kann, kann eine E-Mail an klimaschutz@tv-dinklage.de schicken. 

Mitgliederzahl: Aktuell hat der TV Dinklage rund 4535 Mitglieder. Das sind zwar mehr als im Vorjahr, aber immer noch einige Hundert weniger als vor der Corona-Pandemie. Damals hatte der Turnverein jahrelang mehr als 5000 Mitglieder. Die Mitglieder fehlen – gleich dem allgemeinen Trend im Fitnessbereich – vor allem im Aktivcenter.

Gesamtvorstand: "Wir müssen überlegen, wie die Struktur in Zukunft aussehen soll", sagt Jürgen Hörstmann. Der stellvertretende Vorsitzende Heinz Witte wird 2023 von seinem Vorstandsposten zurücktreten (seine Arbeiten aber weiter ausüben). In der nächsten Generalversammlung am 13. März 2023 soll über eine Satzungsänderung abgestimmt werden, um einen hauptberuflichen Vorstand zu bestellen, sagt Hörstmann und baut damit indirekt auch auf die Zeit vor, wenn er nicht mehr Klubchef sein sollte.

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