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Turnen auf dem Pferd: Zwei Friesoytherinnen gewinnen Voltigier-Meisterschaften

Marie Gründing und Lisa Blömer holen gemeinsam mit sechs Teamkolleginnen den Titel bei den nordostdeutschen Meisterschaften. Ihr Ziel war es, nicht letzte zu werden.

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Akrobatisch: Julia Blömer (links) und Marie Gründing bei einer gemeinsamen Übung beim Deutschen Voltigierpokal. Foto: Bernd Thierolf

Akrobatisch: Julia Blömer (links) und Marie Gründing bei einer gemeinsamen Übung beim Deutschen Voltigierpokal. Foto: Bernd Thierolf

Normalerweise sitzen Reiterinnen fest im Sattel und schauen in die Richtung, in die auch das Pferd läuft. Marie Gründing aus Friesoythe und Julia Blömer aus Thüle sind da nicht so festgelegt. Sie sitzen auch mal verkehrt herum auf ihrem Pferd, stehen, balancieren oder machen einen Handstand. Und das vorzugsweise zu zweit oder auch zu dritt. Die beiden jungen Frauen sind Voltigiererinnen und mit sechs Kolleginnen vom Reitverein St. Hubertus Garrel vor kurzem als Team nordostdeutsche Meisterinnen im Voltigieren und 4. beim Deutschen Voltigierpokal geworden.

"Voltigieren ist Turnen auf dem Pferd", beschreibt ihre Trainerin Manuela Hinxlage die Grundidee des Sports. Mit dem Unterschied, dass einer der Akteure, das Pferd, nicht stillsteht, sondern im Kreis galoppiert. Entsprechend anspruchsvoll ist das Training. "Auf dem Niveau von Marie und Julia ist das durchaus Leistungssport", betont Hinxlage. Turngrundlagen, Kraft- und Landetraining gehören ebenso dazu wie Konditionstraining und natürlich die Arbeit mit dem Pferd. Vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche in der Reit- und in der Turnhalle sind für Gründing und Blömer normal.

Bis zu drei Reiterinnen gleichzeitig auf dem Pferd

Wie beim Turnen gibt es auch beim Voltigieren einen Pflicht- und einen Kürteil. Bei der Pflicht müssen die Reiterinnen nacheinander maximal bestimmte festgelegte Übungen auf dem Pferd zeigen. Jede davon muss für vier Galoppsprünge gehalten werden. Bei der Kür sind bis zu drei Reiterinnen gleichzeitig auf dem Pferd, die dann wie Artisten im Zirkus ihre Übungen gemeinsam turnen und dabei auch schon mal eine kleine Pyramide bilden – während das Pferd munter weiter galoppiert.

Bei den nordostdeutschen Meisterschaften in Mecklenburg-Vorpommern ist dem Team aus dem Landkreis Cloppenburg all das ganz besonders gut gelungen. Mit dem Erfolg gerechnet hatten die Voltigiererinnen allerdings nicht. Ein einziges Team durfte der Landesverband Weser-Ems für die Meisterschaften der nord- und ostdeutschen Bundesländer nominieren, die Wahl fiel auf die Damen aus Garrel. "Da haben wir uns erstmal nur gefreut", sagt Blömer. "Hauptsache war für uns, nicht letzte zu werden."

Conrad ist der einzige Mann im Team

Dass das klappen könnte, zeichnete sich schon nach der Pflicht ab. "Da waren wir zweite, mit der Kür haben wir das dann gewonnen", sagt Gründing. "Irgendwie lief es bei uns ganz gut." Auch dank Conrad. "Wie das Pferd darauf ist, spielt eine ganz entscheidende Rolle", betont Hinxlage. Conrad ist übrigens der einzige Mann im Team. "Bei den kleineren Kindern gibt es noch Jungs, die Voltigieren", erzählt die Trainerin. "Die gehen uns dann aber irgendwann an den Fußball verloren", ergänzt Blömer.

Mit dem Sieg bei den nordostdeutschen Meisterschaften und dem 4. Platz beim Deutschen Voltigierpokal ist das Team in die zweithöchste von vier Leistungsklassen aufgestiegen. "In den kommenden zwei Jahren müssen wir bei den Turnieren bestimmte Wertnoten erzielen, sonst steigen wir ab", erläutert Blömer. Um das zu verhindern, erarbeitet das Team im Wintertraining eine neue Kür. Im März geht es dann mit den Turnieren weiter. Und wenn die Ergebnisse stimmen, können Blömer und Gründing vielleicht auch zur Titelverteidigung bei den nächsten nordostdeutschen Meisterschaften antreten.

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