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Tüftler entwickeln Schutzvisier mit Lampe

Der HNO-Arzt Dr. Oliver Mick aus Cloppenburg testet ein neues Exemplar aus dem 3D-Drucker. Die Teilnehmer beim digitalen "Make@thon" an der Universität Osnabrück suchen nach innovativen Lösungen.

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Neues Face-Shield: Dr. Oliver Mick hat das Schutzvisier gleich getestet und für gut befunden. Foto: © HNO-Zentrum Oldenburger Münsterland

Neues Face-Shield: Dr. Oliver Mick hat das Schutzvisier gleich getestet und für gut befunden. Foto: © HNO-Zentrum Oldenburger Münsterland

Für gut befunden hat der Cloppenburger HNO-Arzt Dr. Oliver Mick ein neues Schutzvisier aus dem 3D-Drucker. Das Exemplar stammt von Tüftlern der Initiative "Maker vs. Virus", die am Wochenende bei der Digitalmesse "Make@thon" der Universität Osnabrück und der Fachhochschule Südwestfalen teilgenommen hatten.

An der Projektleitung ist unter anderem Prof. Marco Beeken aus Cloppenburg beteiligt. "Einige Ärzte haben uns aus der Praxis von Problemen berichtet und die Teilnehmer versuchen, dafür dann Lösungen zu finden", erklärt Beeken.

Bei der bundesweit erstmaligen Aktion konnten die Teilnehmer einerseits einen Aufsatz für OP-Stirnlampen, andererseits eine vollständig 3D-gedruckte OP-Stirnlampe mit Face-Shield entwickeln. Eingesendet wurden acht Beiträge.

Schwere Entscheidung für siebenköpfige Jury

"Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da alle Beiträge viele Vorzüge hatten und letztendlich nur Nuancen entschieden haben", so Beeken, der ebenfalls in der siebenköpfigen Jury saß. Sieger wurde die Idee von Kevin Würfel, bei der das Face-Shield oberhalb der Stirnlampe angebracht wird und dem Operateur so die größtmögliche Flexibilität verschaffe. So könnten sogar OP-Brillen und Lupenlampen ohne großen Aufwand in das System integriert werden.

Wie Beeken berichtet sei die erste Rückmeldung von Dr. Mick, der durch einen Zeitungsbericht auf das Projekt aufmerksam geworden ist, positiv gewesen. Einzig die Folie sei noch zu dick. Das Exemplar soll weiter verwendet und sogar noch modifiziert werden. "Man kann zum Beispiel ein Teil drucken, das zwischen der Maske und Brille steckt, damit diese nicht beschlägt."

"Außerdem entwickeln alle Teilnehmer Open-Source. Das heißt, dass die Daten frei nutzbar sind"Prof. Marco Beeken

Beeken ist unter anderem auch für die Vernetzung der Tüftler zuständig. Da zurzeit physische Treffen nur schwer umsetzbar seien, habe man die Idee einer Digitalmesse gehabt. Er sei gerade dabei, die Vor- und Nachteile auszuwerten. Positiv sei in jedem Fall, dass die Teilnehmer ihre Daten elektronisch schicken und diese dann am 3D-Drucker in Osnabrück umgesetzt werden können. "Außerdem entwickeln alle Teilnehmer Open-Source. Das heißt, dass die Daten frei nutzbar sind", erklärt Beeken.

Foto: © HNO-Zentrum Oldenburger MünsterlandFoto: © HNO-Zentrum Oldenburger Münsterland

Eine Förderung gibt es seitens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ziel ist es, weitere dringend benötigte medizinische Ausrüstung und medizinische Materialien zu entwickeln und diese kostenlos an Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser zu verteilen.

Im Laufe eines Jahres sollen weitere „Make@thons“ stattfinden, der nächste Termin ist vom 23. bis 25. August dieses Jahres geplant.

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