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"Tschüss": Pfarrerin Kerstin von Stuckrad verlässt die Gemeinde Fladderlohausen

Die Geistliche geht nach 38 Jahren Kirchendienst zum 1. August in den Ruhestand. Bei einem gemeinsamen Gottesdienst hat sich die 63-Jährige jetzt von ihren Gemeindemitgliedern verabschiedet.

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Abschied nach 38 Jahren im Dienste der Kirche: Pastorin Kerstin von Stuckrad ist fast 20 Jahre Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Holdorf-Fladderlohausen gewesen. Zum 1. August geht die Seelsorgerin in den Ruhestand. Ihren Gläubigen hat sie pandemiebedingt jetzt schon "Tschüss" gesagt. Foto: Röttgers

Abschied nach 38 Jahren im Dienste der Kirche: Pastorin Kerstin von Stuckrad ist fast 20 Jahre Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Holdorf-Fladderlohausen gewesen. Zum 1. August geht die Seelsorgerin in den Ruhestand. Ihren Gläubigen hat sie pandemiebedingt jetzt schon "Tschüss" gesagt. Foto: Röttgers

Für Pastorin Kerstin von Stuckrad von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Fladderlohausen wird es bald einen neuen Lebensabschnitt, ein neues Kapitel in ihrem Leben geben. Die Geistliche geht am 1. August mit 63 Jahren in den Ruhestand.

Entscheidung ist schwer gefallen

Aus diesem Grund hat sie zusammen mit ihrer Gemeinde in der Schützenhalle kürzlich noch einmal einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert, um ihren Gläubigen "Tschüss" sagen zu können. "Natürlich hätte ich auch noch länger im Pfarrdienst bleiben können, aber ich habe nach längerem Überlegen meinem Körper nachgegeben, der deutlich mehr Ruhe einfordert", hatte die Seelsorgerin bereits vorab im Gemeindebrief erklärt. Die Entscheidung sei ihr schwergefallen, denn sie habe ihren Dienst in der Gemeinde sehr gerne getan.

Immerhin fast 20 Jahre ist von Stuckrad als Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Holdorf-Fladderlohausen tätig gewesen. Zur Vita: Sie wurde 1958 in Oldenburg geboren, wuchs in Bad Zwischenahn auf und ging dort bis zu ihrem Abitur zur Schule. Ihr Studium der Theologie führte sie zunächst an die kirchliche Hochschule in Neuendettelsau in die Nähe von Nürnberg; weitere Studienorte wurden Hamburg und Göttingen. 1983 legte Kerstin von Stuckrad ihr 1. Theologisches Examen ab.

Ordination in der Lambertikirche Oldenburg

Von 1983 bis 1986 folgte mit dem Vikariat ihre praktische Ausbildung. Diese erlebte von Stuckrad in Brake in der Wesermarsch. Unter anderem sammelte sie in dieser Zeit auch als Krankenhausseelsorgerin in Delmenhorst Erfahrungen. Ihre 1.  grundsätzliche Einführung in das Pastorenamt, die sogenannte Ordination, erlebte von Stuckrad am 16. März 1986 in der Lambertikirche in Oldenburg durch den damaligen Bischof Wilhelm Sievers.

In der Folge wurde sie "Pastorin auf Probe" in den Jahren 1986 bis 1989 in der Kirchengemeinde Oldenburg-Osternburg, wo sie auch von 1989 bis 2001 Pfarrerin war. Von Oktober 2001 bis heute ist von Stuckrad Pfarrerin der Kirchengemeinde Holdorf-Fladderlohausen mit aktuell rund 1.700 Seelen. Insgesamt hat sich von Stuckrad somit 38 Jahre in den Dienst der Kirche gestellt.

"Ich werde den Kontakt zu den vielen Menschen bei den unterschiedlichsten Begegnungen, zu Geburtstagen oder auch in der Trauerbegleitung vermissen."Kerstin von Stuckrad, Pfarrerin in Fladderlohausen

In ihrer Gemeindearbeit haben ihr besonders die vielfältigen Aufgaben gefallen, "Menschen an den wichtigen Punkten in ihren Leben" zu begleiten. "Leben, Taufe, Konfirmation, Trauung und Abschied durfte ich begleiten", blickt von Stuckrad zurück. In der Kirchengemeinde Holdorf-Fladderlohausen werde ihr nach eigenen Angaben insbesondere der Aufbau von 2 Kindergärten bestens in Erinnerung bleiben. "Wir sind Träger der Kindertagesstätten von Bora in Fladderlohausen und Martin Luther in Holdorf", berichtet die Seelsorgerin, der die Arbeit mit Kindern immer sehr viel Freude bereitet habe.

Erfüllung im Glauben habe sie auch bei der Gestaltung und Feier der verschiedenen Gottesdienste erfahren, seien es die Gottesdienste speziell für die Kindertagesstätten, die zahlreichen Familiengottesdienste, Tauferinnerungen, Schul- oder auch die ganz "normalen" Sonntagsgottesdienste gewesen. "Ich werde den Kontakt zu den vielen Menschen bei den unterschiedlichsten Begegnungen, zu Geburtstagen oder auch in der Trauerbegleitung vermissen", verabschiedet sich von Stuckrad. "Die tolle Zusammenarbeit mit den vielen, vielen Ehrenamtlichen hat mir stets viel Freude gemacht", dankt die Pastorin.

Offizielle Verabschiedung erst am 11. Juli

Dabei ist sie (zunächst) nicht aus der Welt. "Wir können noch einen kurzen Plausch halten", sagt Kerstin von Stuckrad zu ihren Gemeindemitgliedern. "An der Haustür, beim Einkaufen oder nach den Gottesdiensten und an Orten, an denen wir uns noch begegnen können", freut sich die Pastorin. Denn eine offizielle Verabschiedung mit geladenen Gästen werde es erst am 11. Juli geben.

Pandemiebedingt müsse sie ihre eigene Verabschiedung quasi "in 2 Etappen begehen und aufteilen", erklärte die Geistliche zu Beginn des bis auf den letzten Platz belegten Gottesdienstes. Musikalische Unterstützung im Abschiedsgottesdienst gab es vom 11-köpfigen Posaunenchor unter Leitung von Walter Morlock aus Wenstrup, der erstmals wieder in voller Besetzung spielen durfte.

Nach ihrem Dienst in der Kirche wird von Stuckrad in ihre Heimat nach Bad Zwischenahn zurückkehren, denn dort ist sie aufgewachsen und viele Mitglieder aus ihrer Familie wohnen dort oder in der Nähe bis heute. Dann wolle sie sich vermehrt Zeit für ihre Hobbys nehmen:  dem Singen und Lesen.

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