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Tschernobylhilfe hält trotz Corona an Plänen fest

Die Initiative aus Wardenburg hat bereits acht Zusagen von Gastfamilien aus Cloppenburg und Garrel. In den Sommerferien sollen Kinder aus Belarus zu Besuch kommen.

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Mitorganisator Willy Kayser.

Mitorganisator Willy Kayser.

Auf der Suche nach Gastfamilien in Cloppenburg und im Landkreis ist die Elterninitiative Tschernobylkinder Wardenburg. „Wir haben bislang in Cloppenburg und Garrel schon Plätze für acht Personen“, erzählt Organisator Willy Kayser im Gespräch mit OM Online. Regelmäßig kommen über die Organisation Kinder aus Belarus für vier Wochen nach Deutschland.

„Die Reaktorkatastrophe ist lange her und gerät zusehends in Vergessenheit, obwohl die Halbwertzeit noch nicht einmal erreicht ist“, so Kayser weiter. Deshalb sei es wichtig, geschädigten Kinder diese Auszeit und Erholung zu ermöglichen. Geplant ist der Besuch in den Sommerferien. Natürlich müsse man abwarten, was in diesem Jahr möglich sein wird. „Ansonsten haben wir die Winterferien als Ausweichtermin“. Man sei dennoch schon jetzt auf der Suche, die Vorbereitung in Belarus dauere schließlich auch zwei bis drei Monate.

Ein außergewöhnliches Jahr 2020

Durch Corona und auch durch die Präsidentenwahl in Belarus sei es ein außergewöhnliches Jahr gewesen. Die Demonstrationen, Verhaftungen und Entlassungen sorgten für weitere Existenznöte in den dortigen Familien. „Dazu kam das Reiseverbot für unsere Erholungskinder. Gasteltern waren traurig und viele Kinder weinten am Telefon“, berichtet Kayser auf der eigenen Homepage.

Im Cloppenburger Raum hatte sich die befreundete Gruppe 2019 aufgelöst, unter anderem war Ludwig Wreesmann aus Altenoythe dort sehr aktiv. Dessen Vorstandskollege Gregor Möller-Reemts aus Cloppenburg hatte 1993 die Idee, die Auszeit für im Schnitt rund 30 Kinder als „Balsam für die Seele und zur Stärkung der Abwehrkräfte“ zu organisieren.

„Wir haben immer hervorragend zusammengearbeitet. Die Cloppenburger Initiative hat uns 2013 geholfen, wieder auf die Füße zu kommen“, erzählt Kayser. Nun versuche man, interessierte Gasteltern aus diesem Landkreis mit einzubeziehen.

Die Organisation der Reise übernimmt die Initiative, für Gasteltern gibt es im Vorfeld Merkblätter und eine Infoveranstaltung. Die Kinder bleiben über einen Zeitraum von vier Wochen. „Die Teilnehmer sollten sich innerhalb der Familie vorbereiten und auch mit ihren eigenen Kindern über den Besuch sprechen“, sagt Kayser. In der Zeit seien auch Gemeinschaftsaktionen geplant.

Sorgen bereite das Spendenaufkommen, im vergangene Jahr sei nur rund die Hälfte eingegangen. „Wir sind darauf angewiesen. Cloppenburg hatte immer regelmäßige Spender“, so Kayser. Ohne Pandemie rechne er mit 30 Kindern in diesem Jahr, inklusive Betreuern bedeute dies Kosten von bis zu 13.000 Euro.

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