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Topfit mit Bällen, Bändern und Bewegung

Anna Huchtkemper leitet seit 45 Jahren die Gymnastikgruppe des SV Marka Ellerbrock. Montags trifft sich die 79-Jährige mit 16 Frauen zur Gymnastik. Fitness nach dem Frühstück gehört für sie dazu.

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Mit Freude am Ball und Band: Anna Huchtkemper ist gerne in Bewegung. Foto: Claudia Wimberg

Mit Freude am Ball und Band: Anna Huchtkemper ist gerne in Bewegung. Foto: Claudia Wimberg

Im Urlaub rückt sie auch schon mal die Möbel im Hotelzimmer zurecht, um Platz fürs persönliche Sportprogramm zu schaffen. Zu Hause marschiert Anna Huchtkemper jeden Morgen nach dem Frühstück durch die eigenen vier Wände samt Garten und beendet ihre rund 45-minütige Bewegungseinheit mit Übungen auf der Matte. Einen inneren Schweinehund kennt sie nicht. Im Gegenteil: Fitness weckt bei der Markhauserin die Lebensgeister, ist keine Last, sondern Vergnügen. „Das gehört einfach dazu, ich bin gesund und ich brauche keine Tabletten“, berichtet die 79-Jährige und strahlt.

Kurz nach der Geburt ihrer beiden Kinder beschloss sie, sich mehr zu bewegen und schloss sich 1971 der mit fünf Teilnehmerinnen frisch gegründeten Gymnastikgruppe des SV Marka Ellerbrock an.

1975 übernahm sie dann den Leitungsposten, den sie nun seit genau 45 Jahren inne hat. „Und in all der Zeit gab es nie einen Abend, an dem sie mal keine Lust hatte“, verrät Ehemann Walter, der die Sportleidenschaft seiner Frau teilt und selbst lange für den Verein, der 2022 sein 75-jähriges Bestehen feiert, als Fußballer und im Vorstand tätig war.

„Ihr müsst erst mal mit dem zufrieden sein, was ich euch biete“, hatte Anna Huchtkemper ihren Mitstreiterinnen gesagt, als die sie überredeten, die Gruppenführung anzutreten, nachdem die damalige Leiterin Irene Meyer die Verantwortung abgab.

16 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 60 und 83 Jahren

Die Frauen waren von Anfang an zufrieden und Anna Huchtkemper wollte ihrem eigenen Anspruch jedoch gerecht werden, absolvierte Weiterbildungen und erwarb an der Sportschule Lastrup die Trainerlizenz, um auch in der Theorie fit zu sein und ein abwechslungsreiches, attraktives Übungsangebot bieten zu können.

Heute sind es 16 Sportlerinnen im Alter zwischen 60 und 83 Jahren, die sich (außerhalb von coronabedingten Schließungen) einmal pro Woche für eine Stunde in der alten Schule treffen. Trainiert wird mal am Boden, mal mit Bällen oder Bändern und immer mit Spaß. „Das ist ganz wichtig“, weiß die Leiterin. Je nach Kondition macht jede das, was sie kann, Muskelkater ist kein Thema, der Klönschnack ein Muss.

Gymnastik bildet einen Ausgleich

In Sachen Geselligkeit treffen sich die Frauen außerdem zum Eis- und Spargelessen. Sie unternehmen Radtouren, organisieren eine Weihnachtsfeier oder besuchen spontan auch mal das Neuvreeser Schützenfest, um eigentlich nur eine Bratwurst zu essen „aber dann doch stundenlang hängenzubleiben, weil es so schön war.“

Bis zu ihrem 70. Lebensjahr hat die gebürtige Ellerbrockerin, die übrigens seit über 30 Jahren auch die Gymnastikgruppe in Markhausen leitet, als Verkäuferin im Friesoyther Modehaus Thien gearbeitet. Und wenn sie nach vielen Kilometern ihre Arbeit beendete, bedeutete nicht das Sofa Entspannung, sondern die Gymnastik. „Ein schöner Ausgleich“, berichtet Anna Huchtkemper, die im Januar 2021 ihren 80. Geburtstag feiert und ein Jahr später mit ihrem Verein auf sein Jubiläum anstoßen möchte. Und das als Leiterin der Ellerbocker Gymnastikgruppe, denn so lange wie es geht, „mache ich gerne weiter“.

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