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Togolesen machen Halt bei den Klostermanns

Apo Adzra und Jean-Marie Agbanou leben in der westafrikanischen Republik Togo. Für 3 Wochen sind sie zu Besuch bei der Familie Klostermann.

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Kommen gut miteinander aus: Apo Adzra (links) und Jean-Marie Agbanou (2. von rechts) sind zu Besuch bei Agnes und Benno Klostermann. Foto: Heinrich Kaiser

Kommen gut miteinander aus: Apo Adzra (links) und Jean-Marie Agbanou (2. von rechts) sind zu Besuch bei Agnes und Benno Klostermann. Foto: Heinrich Kaiser

Die Straßen in Warnstedt sind es vor allem, was Apo Adzra schwer beeindruckt hat. Dass sogar in einem so kleinen Ort die Wege so gut befestigt sind, kennt der 30-Jährige aus seinem Heimatland Togo nicht. Dort ist es mitunter beschwerlich, auch nur kurze Strecken zu überwinden. "In Togo ist es manchmal schwierig, eine Straße zu finden", sagt er. 

Seit dem 23. August sind der Deutschlehrer aus der südtogolesischen Stadt Tsévié und der 24-jährige Psychologiestudent Jean-Marie Agbanou Gäste der Familie Klostermann in Warnstedt. Die jungen Männer aus dem westafrikanische Land gehören der Organisation "Centre de Formation et de Promotion Rurale" (CFPR) an, die wiederum eine Partnerschaft mit der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) hat – und zwar seit genau 50 Jahren. Aus diesem Anlass sind Apo und Jean-Marie nach Deutschland gekommen und nehmen an einem umfangreichen Programm teil – unter anderem mit einer Fahrt in die Bundeshauptstadt Berlin.

"Togo ist nur auf dem Papier eine Demokratie"

Der  30-Jährige interessiert sich sehr für Politik. "Auf dem Papier ist Togo eine Demokratie, in der Realität aber eher eine Diktatur", sagt er. So herrsche zwar theoretisch Meinungsfreiheit in dem Land, das von 1884 bis 1916 unter deutscher Kolonialherrschaft stand. Doch müsse man vorsichtig sein, wenn man sich kritisch über die Regierung äußere. Das sei aber nicht mehr ganz so schlimm, wie noch vor ein paar Jahren. "Früher konnte es passieren, dass man nach einem Telefongespräch Besuch von der Polizei bekommt", versichert Adzra. Dabei brauche jede Regierung Kritik, um ihre Arbeit verbessern zu können, ist er überzeugt. 

Der Gastgeber der beiden, Benno Klostermann, empfindet den Besuch als "bereichernd". Sie seien sehr angenehme Gäste. Es gebe keine Sprachbarrieren, weil sowohl Apo als auch Jean-Marie gut Deutsch sprechen.  Beide könnten sich problemlos in der Gesellschaft bewegen, und sie fallen ihm und seiner Frau Agnes nie zur Last. Nur ein Manko hat Klostermann bislang festgestellt: Die Besucher wollten wegen der Hitze gerne baden gehen. "Wir sind zum Halener Baggersee gefahren. Da haben wir festgestellt, dass Apo und Jean-Marie nicht schwimmen können. Das kann man in Togo schlecht lernen." 


Fakten:

  • Das Partnerschafts-Jubiläum wird am 10. September auf dem Hof Schiplage in Bakum, Molkenstraße 15, mit einer Party gefeiert.
  • Einlass ist ab 20 Uhr.
  • Bis 21 Uhr ist der Eintritt frei. Danach kostet er 6 Euro.

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