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Tödliche Messerattacke in Essener Schlachtbetrieb: 27-Jähriger steht vor Gericht

Prozessauftakt in Oldenburg: Der Schlachter soll einem Arbeitskollegen 15 Mal das Messer in Rücken, Herz und Lunge gerammt haben. Hintergrund soll ein Streit um ausgeschlagene Zähne gewesen sein.

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Der 27-jährige Angeklagte muss sich vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Foto: Franz-Josef Höffmann

Der 27-jährige Angeklagte muss sich vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Foto: Franz-Josef Höffmann

Heimtückischer Mord – so lautet die Anklage: Ein 27 Jahre alter Schlachter aus Ungarn muss sich vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Er soll am 30. November im Bereich der Hygieneschleuse eines Fleisch verarbeitenden Betriebes in Essen einem Arbeitskollegen 15-mal ein Metzgermesser in Rücken, Herz und Lunge gerammt haben. Für das Opfer kam jede Hilfe zu spät. Der Mann starb am Tatort.

Er sei damals "total sauer" gewesen, ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger erklären. Die brutale Tat soll eine Vorgeschichte gehabt haben. Nach der Erklärung des Angeklagten lebten er und das spätere Opfer gemeinsam in einer Unterkunft. 4 Wochen vor der Tat soll das spätere Opfer das gemeinsam genutzte Badezimmer der Unterkunft verunreinigt haben. Der Angeklagte will dann auf die Reinigung des Badezimmers bestanden haben.

Opfer soll Angeklagtem im Streit Zähne ausgeschlagen haben

Nach Angaben des 27-Jährigen entbrannte zwischen den beiden Männern ein heftiger Streit, in dessen Verlauf das spätere Opfer dem Angeklagten 3 Zähne ausgeschlagen haben soll. Er habe dafür Geld verlangt, so der Angeklagte, aber keines bekommen. 4 Wochen später, am 30. November, wartete der Angeklagte den Ermittlungen zufolge auf den Arbeitskollegen in der Hygieneschleuse des Essener Betriebes. Dort soll er ihm mit einem Metzgermesser von hinten in den Rücken gestochen haben. Weitere Stiche folgten von vorne in Herz und Lunge.

Zuvor habe der Angeklagte den gemeinschaftlich genutzten Pausenraum etwas eher verlassen als das spätere Opfer, um dem Arbeitskollegen ohne Zeugen im Bereich der Hygieneschleuse heimtückisch ermorden zu können, so die Anklage. Doch davon will der Angeklagte nichts wissen. Er habe seinen Arbeitskollegen gar nicht töten wollen, ließ er am Donnerstag erklären. Er habe mit dem Arbeitskollegen nur noch einmal über Bezahlung der ausgeschlagenen Zähne reden wollen.

Der 29-jährige Arbeitskollege habe aber nur gelacht und gesagt, er könne noch mehr Schläge bekommen und weitere Zähne verlieren, so der Angeklagte. "Dann bin ich durchgedreht", sagte der Angeklagte am Donnerstag. Er sei "blind vor Wut" gewesen, habe sich ein Metzgermesser gegriffen und damit blindlings auf den Arbeitskollegen eingestochen. Er habe zigfach zugestochen, wie oft, wisse er nicht mehr. Er habe aber nicht töten wollen, sei einfach nur total sauer gewesen, so der Angeklagte. Die Oldenburger Schwurgerichtskammer hat das Verfahren auf 4 Verhandlungstage terminiert. Der 27-Jährige muss bei einem Schuldspruch im Sinne der Anklage mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen.

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