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Tipps für Allergiker: Was in der "gemeinen" Zeit hilft

Vielen Menschen macht aktuell wieder der Heuschnupfen zu schaffen, Birkenpollen haben Hochkonjunktur. "Es wird immer schlimmer", sagt HNO-Arzt Dr. Moulay Rachidi aus Garrel. Aber es gibt Hilfe.

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Experte zum Thema Allergien: Seit 2016 betreibt Dr. Moulay Abderrahmane Rachidi seine Praxis in Garrel. Foto: Schrimper

Experte zum Thema Allergien: Seit 2016 betreibt Dr. Moulay Abderrahmane Rachidi seine Praxis in Garrel. Foto: Schrimper

Für viele Menschen hat die "gemeine" Jahreszeit begonnen: Obwohl das Wetter nach draußen lockt, bleiben sie lieber im Haus, denn sie leiden unter Heuschnupfen. Laut Dr. Moulay Abderrahmane Rachidi, Hals-Nasen-Ohrenarzt aus Garrel, gibt es in Deutschland rund 32 Millionen Allergiker, 12 Millionen davon reagieren auf Pollen allergisch. „Birken- und Gräserallergien kommen am häufigsten in Europa vor", so Rachidi. Aktuell machen vor allem Birkenpollen vielen Menschen zu schaffen. Nasenatmungsbeschwerden, Juckreiz in der Nase, Niesen, eine wässrige Nase, Kratzen im Hals, Schwellung im Rachenbereich sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit gehören laut Rachidi zu den Symptomen.

"Es wird immer schlimmer", kann der Mediziner aus seiner langjährigen Erfahrung berichten. Gerade in Städten sei es so, dass Birkenpollen "aggressiver als außerhalb der Stadt" aufträten. Das hätten Untersuchungen ergeben. Die Belastung durch Ozon, Kohlendioxid und Stickoxid führe bei Bäumen dazu, dass der Anteil ihrer Pollen größer werde und das das Protein in den Pollen, auf das der Mensch reagiert, aggressiver werde.

Rachidi zufolge, erkennen viele Menschen nicht, dass sie Pollenallergiker sind und schieben die Symptome auf eine Erkältung. Im schlimmsten Fall könne es bei einer Allergie zu einem sogenannten Etagenwechsel kommen. Das heißt: Zunächst ist der Hals-, Nasen- Ohrenbereich betroffen, dann die Lunge. "Wenn die Beschwerden frühzeitig festgestellt und adäquat behandelt werden, findet dieser Etagenwechsel weniger wahrscheinlich statt", so der HNO-Arzt. Dann bleibe es "nur" bei den rhinologischen Beschwerden.

3 Möglichkeiten zum Allergienachweis

Wie der HNO-Arzt sagt, gebe es 3 Verfahren, eine Allergie nachzuweisen. Das sei einmal der Pricktest, bei dem der Arzt verschiedene Lösungen auf die Haut tröpfelt und diese leicht einsticht. Liegt eine Allergie vor, zeigt die Haut bei dem jeweiligen Stoff eine Reaktion. Eine weitere Möglichkeit zum Nachweis einer Reaktion sei die Abnahme und Untersuchung von Blut. Eher unbekannt sei die sogenannte Nasalprovokation, bei der die Nasenschleimhäute mit Allergenen in Berührung gebracht werden. Allergiker, so empfiehlt es der HNO-Arzt, sollten auch um mögliche Kreuzreaktionen wissen. Wer etwa auf Birkenpollen allergisch ist, könne auch auf gewisse Lebensmittel wie zum Beispiel Äpfel allergisch reagieren.

Um die Beschwerden kurzfristig loszuwerden, rät Rachidi zu cortisonhaltigen Nasensprays. "Diese Sprays beruhigen die Schleimhäute und die Nebenwirkungen sind überschaubar." Allergietabletten mit Anti-Histaminika unterbrächen die allergische Reaktion. Eine langfristige Methode der Behandlung sei die Immuntherapie. Dabei wird der Körper über einen Zeitraum von 3 Jahren an die Auslöser einer Allergie gewöhnt. "Die Dosierung wird nach einem Schema erhöht. Viele Patienten profitieren davon", betont Rachidi.

Wenn ihre Beschwerden in einem Jahr nicht so heftig ausfielen, sähen manche Menschen keinen Anlass zu einer Therapie, bedauert Rachidi. Während der ersten und zweiten Welle der Coronainfektionen sei er mit Immuntherapien vorsichtshalber "sehr zurückhaltend" gewesen, so der Mediziner.

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