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Tierschützer legen PHW-Zentrale lahm

Im Juli richtete das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ ein mehrtägiges Protestcamp in Goldenstedt ein. Vor der PHW-Zentrale in Rechterfeld gab es eine Sitzblockade.

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Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ sorgte im Juli mit seinem mehrtägigen Protestcamp für Aufruhr im Nordkreis. Abgesehen hatten es die Aktivisten auf den PHW-Konzern mit Sitz in Rechterfeld. Mit ihrer Aktion wollten die Demonstranten eigenen Angaben zufolge ein Signal an die Tierindustrie aussenden. Außerdem forderten sie, die Ausbeutung von Mensch und Tier zu beenden. Mehrere Hundert Personen nahmen an dem Protestcamp teil.

Ihre Zelte aufgeschlagen hatten die Protestierenden am Hartensbergsee. Bis dahin mussten allerdings noch einige Hürden genommen werden. Der Landkreis Vechta hatte das Camp des „Bündnisses gegen die Tierindustrie“ in Goldenstedt mit dem Hinweis, es sei keine Versammlung im eigentlichen Sinn, zunächst nicht genehmigt. Das Bündnis als Veranstalter hatte sich an das Verwaltungsgericht in Oldenburg gewandt; das hat das Verbot gekippt. Der Landkreis legte Beschwerde ein – das Oberverwaltungsgericht verwarf diese.

Konzern verbarrikadierte sich und kaufte eine Straße

Vor Beginn der mehrtägigen Protestaktion ergriff der PHW-Konzern zudem einige Sicherheitsmaßnahmen, um sich vor den Demonstrantinnen und Demonstranten zu schützen. So verkaufte die Gemeinde Visbek kurzfristig die Paul-Wesjohann-Straße in Rechterfeld an das Unternehmen, das wiederum den Konzernstandort unter anderem mit Holztoren verbarrikadierte. Das Sicherheitspersonal wurde aufgestockt, für die ein- und ausfahrenden Lastwagen wurde eine Schleuse eingerichtet.

Die Protestierenden zogen vor die PHW-Konzernzentrale.  Foto: M. NiehuesDie Protestierenden zogen vor die PHW-Konzernzentrale.  Foto: M. Niehues

Dennoch erreichte das Aktionsbündnis das selbstgesteckte Ziel, den Konzern für mehrere Stunden lahmzulegen. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer marschierten zur PHW-Zentrale, blockierten die Einfahrt, ein Demonstrant überwand sogar den Zaun des Konzerns. Der Polizei gelang es über Stunden nicht, die Protestierenden zum Abzug zu bewegen. Die Sitzblockade konnte erst nach und nach aufgelöst werden.

Für das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ war das mehrtägige Camp mit Mahnwachen, Workshops und Diskussionen ein Erfolg, wie eine Sprecherin im Nachhinein wissen ließ. Die Polizei dagegen zeigte sich eher unzufrieden und berichtete von 112 Ordnungswidrigkeitsverfahren.

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