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Tierheim Sedelsberg soll einen Neubau bekommen

Die derzeitigen Gebäude erfüllen die Standards nicht mehr, die heute an ein Tierheim gestellt werden. Außerdem fehlt schlichtweg der benötigte Platz.

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Baufällig: Den in die Jahre gekommenen Zwinger kann Karina Göbel, die Leiterin des Sedelsberger Tierheims, nicht mehr für die Unterbringung von Hunden nutzen. Die Plätze fehlen ebenso wie Auslaufflächen für Hunde und Gehege für Katzen.  Foto: Stix

Baufällig: Den in die Jahre gekommenen Zwinger kann Karina Göbel, die Leiterin des Sedelsberger Tierheims, nicht mehr für die Unterbringung von Hunden nutzen. Die Plätze fehlen ebenso wie Auslaufflächen für Hunde und Gehege für Katzen.  Foto: Stix

Beim Tierheim in Sedelsberg sollen kurzfristig die größten baulichen Mängel durch Sanierungsarbeiten beseitigt werden. Mittel- und langfristig strebt der Landkreis einen Neubau für das in die Jahre gekommene Gebäudeensemble an. Einem entsprechenden Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung ist der Planungsausschuss des Landkreises gestern einstimmig gefolgt.

Das Tierheim, das vom Tierschutzverein Friesoythe und Umgebung betrieben wird, ist seit 1992 in ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäuden an der Friesoyther Straße in Sedelsberg untergebracht. Grundstück und Gebäude gehören dem Landkreis und werden dem Tierschutzverein kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Keine nennenswerten Instandhaltungsmaßnahmen in den vergangenen 30 Jahren

Eine Besichtigung habe nun gezeigt, so die Beschlussvorlage, dass die Gebäude inzwischen "nicht mehr dem Standard entsprechen, der üblicherweise an Tierheime gestellt wird". Zudem seien in den vergangenen 30 Jahren keine nennenswerten Instandhaltungsmaßnahmen an und in den Gebäuden vorgenommen worden. "Dies schlägt sich in der Gebäudesubstanz nieder", heißt es dazu lapidar aus der Kreisverwaltung.

Konkret fehlen dem Tierheim Zwinger und Auslaufflächen für die Hunde sowie Katzenräume oder -gehege. So können beispielsweise in den baurechtlich genehmigten Räumen derzeit lediglich 14 Katzen gehalten werden. Gemäß der Empfehlungen der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz müsste der Landkreis hingegen Raum für mindestens 25 Katzen vorhalten. In Spitzenzeiten allerdings sind im Tierheim bis zu 70 Katzen untergebracht.

Kreisverwaltung unterstreicht gute Zusammenarbeit

Zudem müssen, um den seuchenhygienischen Vorgaben gerecht zu werden, eine Quarantänestation sowie eine Krankenstation für mindestens je 2 Hunde eingeplant und etabliert werden. Außerdem könne man, so die Kreisverwaltung, die Räume für die Mitarbeiter, die Lagermöglichkeiten und die sanitären Anlagen lediglich als behelfsmäßig bezeichnen.

In der Diskussion unterstrichen Vertreter der Kreisverwaltung nachdrücklich die gute Zusammenarbeit des Landkreises mit dem Tierheim und dem Tierschutzverein. Man wolle das, so Kreisrat Neidhard Varnhorn, auch in Zukunft beibehalten. Der Landkreis fühle sich dem Tierschutz verpflichtet, zudem seien auch Gesellschaft und Politik bei dem Thema sensibilisiert.

"Wir freuen uns über die Unterstützung."Karina Göbel, Leiterin Tierheim Sedelsberg

Der Tierschutzverein wird vom Landkreis mit jährlich 65 000 Euro unterstützt. Die Städte und Gemeinden des Landkreises stellen gemeinsam die gleiche Summe zur Verfügung. Davon werden ausschließlich Unterbringung, medizinische Versorgung, Pflege und Verpflegung im Tierheim finanziert. Weder die anstehenden Sanierungen noch einen Neubau könnte der Verein aus eigener Tasche finanzieren.

Karina Göbel, die Leiterin des Sedelsberger Tierheims, weist zur Bestätigung des Sanierungs- und Ausbaubedarfs unter anderem auf die fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten für Wildkatzen und auf einen leer stehenden Zwinger mit Platz für 5 Hunde hin. "Der ist baufällig, den können wir überhaupt nicht mehr benutzen", sagt sie. "Wir freuen uns über die Unterstützung."

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