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Tiere gehören zu lebendigem Museumsdorf

Die Tiere waren besonders für die Menschen auf landwirtschaftlichen Höfen eine große Hilfe. Lange Zeit lebten Zwei- und Vierbeiner ohne räumliche Trennung gemeinsam unter einem Dach.

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Gefährdete Rasse: Im Museumsdorf werden in Zusammenarbeit mit einem Schäfer unter anderem Heidschnucken gehalten.   Foto: Hermes

Gefährdete Rasse: Im Museumsdorf werden in Zusammenarbeit mit einem Schäfer unter anderem Heidschnucken gehalten.   Foto: Hermes

Einen großen Nutzen hatten Tiere in der Vergangenheit besonders für Menschen auf landwirtschaftlichen Höfen. So auch auf der Anlage Hoffmann, die im 17. Jahrhundert in Goldenstedt gebaut wurde.

1938 wurde das Gebäude im Museumsdorf wieder aufgebaut. Hinzu kamen ebenfalls eine Zaunscheune von 1760 aus Friesoythe sowie ein Speicher von 1687 vom Hof Zurhake aus Emstek.

Das Hallenhaus mit Zweiständer-Bauweise besitzt einen Krüppelwalm mit einem darüberstehenden Bretterdreieck, eine typische Bauweise im nördlichen Weser-Ems-Gebiet.

Hoffmann: Die Hofanlage wurde im 17. Jahrhundert gebaut.  Foto: HermesHoffmann: Die Hofanlage wurde im 17. Jahrhundert gebaut.  Foto: Hermes

Rechts und links vom Eingangsbereich standen die Pferde. „Sie waren die wertvollsten Tiere, die die Arbeit auf dem Feld erleichtert haben“, erklärt Maren Böhm vom Museumsdorf. Die Knechte haben über den Tieren geschlafen, bei Unglücken konnten sie so schnell reagieren und sich kümmern.

Der Fokus der Familie Hoffmann lag auf dem Ackerbau, im ausgehenden 19. Jahrhundert gehörten 36 Hektar Land zum Hof. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Rauchhaus. Weder Kamin noch Schornstein waren vorhanden, der Rauch verbreitete sich so im gesamten Haus. Nur die Stube und der Schlafbereich der Familie blieben frei. Ein positiver Effekt war so das Konservieren von Fleisch.

Mensch und Tier lebten bis zum 19. Jahrhundert gemeinsam unter einem Dach, eine räumliche Trennung gab es nicht. Rinder waren für die Düngerproduktion zuständig, Hunde waren prestigeträchtig. „Zu ihnen wurde auch eine emotionale Bindung aufgebaut“, erklärt Böhm. Um der Mäuse und Ratten Herr zu werden, hielten viele Menschen Katzen. Auch Eulen wurden für die Jagd auf den Dachboden gelockt.

Rauchhaus: Die Spuren sind an den Wänden deutlich zu erkennen.   Foto: HermesRauchhaus: Die Spuren sind an den Wänden deutlich zu erkennen.   Foto: Hermes

„Schweine wurden eher in einem extra Stall gehalten, um den Geruch fernzuhalten“. Aktuell wird im Museumsdorf das bunte Bentheimer Landschwein gehalten. Die Rasse wäre im 20. Jahrhundert fast ausgestorben, nur ein einzelner Landwirt in der Grafschaft Bentheim züchtete die Tiere weiter.

„Der Einsatz für den Erhalt gefährdeter Tierrassen ist uns sehr wichtig“, sagt Böhm. So gibt es unter anderem in Zusammenarbeit mit Schäfer Matthias Abeln auch seltene Schafe und Ziegen zu sehen. „Neben den Gebäuden möchten wir natürlich auch zeigen, was es früher sonst noch gab“, so Böhm.

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