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Tiere feiern Advent, aber sind unter dem Weihnachtsbaum tabu

Die Vorsitzende des Tierschutzvereins dankt Tierfreunden, die Hunde und Katzen als Hospiz- und Pflegestelle bei sich aufnehmen. Ab dem 20. Dezember erfolgt keine Abgabe von Hunden und Katzen mehr.

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Als lebende Geschenke tabu: Tiere haben unter dem Weihnachtsbaum nichts verloren, wenn die Entscheidung nicht zuvor wohlüberlegt wurde. Foto: Wimberg

Als lebende Geschenke tabu: Tiere haben unter dem Weihnachtsbaum nichts verloren, wenn die Entscheidung nicht zuvor wohlüberlegt wurde. Foto: Wimberg

Das kleine Weihnachtswunder ereignete sich schon kurz vorm Advent:  Allein gelassen irrte der alte Kater Rüdi durch die Gegend  und suchte vergeblich nach Futter und Wärme.  Am Ende seiner Kräfte, unterkühlt und unterernährt, brach er schließlich am Straßenrand zusammen. Doch sein Schicksal sollte noch nicht besiegelt sein, denn der hochbetagte Senior wurde gefunden und in gute Hände übergeben.

Vier Wochen kämpfte Rüdi tapfer um sein Leben, "er gewann den Kampf und wir haben einen idealen Pflegeplatz für ihn gefunden", berichtet Monika Böker von einer der schönsten Geschichten, die sie als neue Vorsitzende des Friesoyther Tierschutzvereins bislang erlebte.

Hündin Olimpia darf ihren Lebensabend genießen

Im Juli trat sie die Nachfolge von Dr. Veronika Tholen an. "Es gibt viel zu tun, aber Vorstand, Mitarbeiter und Ehrenamtliche bilden ein perfektes Team", dankt sie ihren Mitstreitern für die Unterstützung. Besonders herzliche Worte findet sie für die Menschen, die Tieren einen Pflege- und Hospizplatz bieten. So wie Rüdi darf auch die 13 Jahre alte Labrador-Mix-Hündin Olimpia ihren Lebensabend und eine individuell auf sie ausgerichtete Betreuung genießen. "Das könnten wir im Tierheim in dieser Form nicht leisten, somit ginge es ohne solch ein  Engagement nicht", unterstreicht die Vorsitzende und stellt in diesem Zusammenhang auch Kater Nizza vor, der am Auge operiert werden muss. Jack-Russel-Mops-Mix Sammy versorgt Monika Böker zurzeit selbst. Der zweijährige Rüde lebt mit der Familie, vier Hunden, Pflegekatzen und einem Pferd zusammen "und ist ein liebes Tier", schwärmt die Tierschützerin und kaufmännische Angestellte aus Harkebrügge.

Seit Juli im Amt: Monika Böker hat den Vorsitz des Friesoyther Tierschutzvereins übernommen. Foto: WimbergSeit Juli im Amt: Monika Böker hat den Vorsitz des Friesoyther Tierschutzvereins übernommen. Foto: Wimberg

Nicht nur bei ihr und in allen Pflegestellen herrscht zurzeit Adventsstimmung, sondern auch im Sedelsberger Tierheim. Und die verbindet das Team um Leiterin Franka Thun mit einer traditionellen Spendenaktion. Ehrenamtliche Helfer haben Lichtertüten für die Tiere gebastelt. Für eine kleine Gabe in Höhe von 5 Euro stellt das Heim im Namen der Spender eine Tüte mit den besten Wünschen für die Bewohner auf.

Um das Wohl der Vierbeiner zu gewährleisten, sollten sie als Präsent grundsätzlich tabu sein. Nach wie vor finden zahlreiche lebende Geschenke den Weg unter den Weihnachtsbaum, doch sie bleiben häufig nicht lange, da der Aufwand unterschätzt wird oder das Interesse schnell schwindet. Auch Monika Böker weiß um Hund, Katze oder Kaninchen, die ins Tierheim gebracht oder schlimmstenfalls ausgesetzt werden. Die ihr und ihren Kollegen anvertrauten Tiere werden auf keinen Fall mit Schleifchen verschenkt. "Das machen wir nicht", unterstreicht die Vorsitzende nachdrücklich und informiert über klare Zeiten und Zielsetzungen. So findet ab dem 20. Dezember keine Abgabe mehr statt, selbst wenn die Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Haltung gegeben sind.

Katzen gibt es reichlich: Zurzeit sind es im Sedelsberger Tierheim 60, die ein neues Zuhause suchen. Foto: WimbergKatzen gibt es reichlich: Zurzeit sind es im Sedelsberger Tierheim 60, die ein neues Zuhause suchen. Foto: Wimberg

Doch möglichen Weihnachts- und Silvestertrubel dürfe man keinem Tier zumuten, das gerade erst eine neue Umgebung kennenlerne. "Es braucht Ruhe zur Eingewöhnung", sagt Monika Böker.

Vermittlungsgespräche werden dagegen auch in den Weihnachtswochen vereinbart und die häuslichen Verhältnisse der Interessenten bei einem Besuch von den Tierheim-Mitarbeitern überprüft, die auch nach der Übergabe noch den Kontakt suchen. "Da gucken wir genau hin und überlassen nichts dem Zufall", betonte die Vorsitzende. Wer mit einem Tier leben will, muss sich diese Entscheidung wohl überlegen, denn ein Umtausch ist ausgeschlossen, eine Rückgabe aus niederen Beweggründen sollte es ebenfalls sein.

  • Info: Der Tierschutzverein sucht weiter Menschen und Familien, die sich als Pflegestellen anbieten. Informationen gibt es unter www.info@tierheim-sedelsberg.de und unter Telefon 04492/443.

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