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Thüler Musikverein kommt wieder in Fahrt und feiert seinen Dirigenten für 25 Jahre

Seit 1996 ist Profi-Trompeter Rafael Rötzer musikalischer Leiter. Seine Musiker überraschten ihn nun zum Jubiläum, dankten für seinen Einsatz und erinnerten sich auch die Anfänge.

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Nicht immer nur in Uniform: Die Thüler Musiker passen sich in Sachen Outfit immer wieder gerne und flexibel dem Motto der jeweiligen Veranstaltungen an. Foto: Wimberg

Nicht immer nur in Uniform: Die Thüler Musiker passen sich in Sachen Outfit immer wieder gerne und flexibel dem Motto der jeweiligen Veranstaltungen an. Foto: Wimberg

Die Zigarette lässig im Mundwinkel und 10 Minuten zu spät. Das sollte bereits bei der ersten Probe nicht unkommentiert bleiben. „Ich lege Wert auf Pünktlichkeit, geraucht wird bei mir nicht und getrunken übrigens auch nicht“, begrüßte Rafael Rötzer den einigermaßen perplexen Musiker, dem solche Flötentöne bisher noch nicht geläufig waren.

Das fängt ja gut an, mag der sich vielleicht gedacht haben, ersparte sich aber eine Reaktion – und ohne weitere Zwischenfälle nahm die Übungsstunde dann auch unter den Augen von Bernd Sieger ihren Lauf. Für den beeindruckten Vereinswirt stand am Ende ganz klar fest: „Wenn ihr den nicht nehmt, dann weiß ich es nicht.“

Rafael Rötzer dirigiert den Thüler Musikverein seit 25 Jahren

Sie haben ihn genommen und sind zu einer eingeschworenen Truppe geworden. Genau 25 Jahre dirigiert der gebürtige Schwarzwälder Rafael Rötzer nun den Thüler Musikverein, „und wir hoffen, dass das auch in den nächsten 25 Jahren so bleibt“, gratulierten ihm die Mitglieder unter dem Vorsitz von Marlies Preuth. Rötzer selbst hatte sein Jubiläum dagegen gar nicht im Kopf und zeigte sich ebenso überrascht wie gerührt, als er mit seiner Familie in einer Kutsche zum Sommerfest gefahren wurde, das nicht zuletzt ihm zu Ehren organisiert wurde.

In der Nähe von Freiburg geboren: Profi-Trompeter Rafael Rötzer ist Mitglied des Oldenburgischen Staatsorchesters und Dirigent des Thüler Musikvereins.    Foto: WimbergIn der Nähe von Freiburg geboren: Profi-Trompeter Rafael Rötzer ist Mitglied des Oldenburgischen Staatsorchesters und Dirigent des Thüler Musikvereins.    Foto: Wimberg

Mit Blasmusik ist er aufgewachsen und ihr wollte er in seiner Freizeit treu bleiben, wünschte sich der Profi-Trompeter, der seit 1995 das Orchester des Oldenburgischen Staatstheaters verstärkt. Private Wege führten ihn dann ein Jahr später nach Thüle, wo ein Dirigent gesucht wurde.

Musikalisch klappte es auf Anhieb mit der Verständigung, menschlich stimmt die Chemie, nur sprachlich muss der Badener manches Mal heute noch genau „taulustern“, auch wenn er mittlerweile weiß, dass das von ihm lange dem Tierpark zugeordnete „Affentau“ nicht im Gehege hängt, sondern „af un tau“ und damit „ab und zu“ heißt.

Musiker werben in Grundschule für Nachwuchs – mit Erfolg

Fleiß und Verlässlichkeit verlangt er seinen insgesamt rund 40 Musikern grundsätzlich ab. Die Zigarette ist in Innenräumen schon längst kein Thema mehr, an ihre Stelle ist das Handy gerückt, das für eine Stunde und 45 Minuten in den Taschen bleiben möge. „Wir haben ihm viel zu verdanken“, weiß die Vorsitzende. Abgesehen von der musikalischen Qualität habe es durch sein Netzwerk Auftritte an Orten gegeben, „wo wir eigentlich nie gewesen wären“.

"Nach einer halben Stunde klang es schon wieder ganz gut."Marlies Preuth, Vorsitzende

Aktuell kommt der Verein „wieder in Fahrt“ und rüstet sich für ein Gastspiel in Garrel, wo er bei einem bayerischen Abend für stimmungsvolle Unterhaltung sorgen möchte. Der Lockdown habe niemanden dazu veranlasst aufzuhören. „Zur ersten Probe musste man sich zwar schon aufraffen, aber nach einer halben Stunden klang es schon wieder ganz gut und wir freuen uns wieder auf jeden Mittwochabend“, berichtet die Vereinschefin. Dass die ersten Übungsstunden draußen stattfanden, kein Problem. „Spaziergänger und Radfahrer hielten an, hörten zu und wir probten quasi mit Publikum.“

Spielt das Wetter nicht mit, trifft sich die Formation in der Firmenhalle von Familie Meyer und hofft, gerade mit Blick auf den Winter, auf den Wiedereinzug in das Johanneshaus als ursprüngliches Domizil vor Corona. Um Nachwuchs zu gewinnen, stellen sich Rafael Rötzer und Klaus Haberstroh (Ausbilder der Kreismusikschule) mit ihren Instrumenten regelmäßig in der Grundschule vor. Nach ihrem jüngsten Besuch haben sich 4 Kinder angemeldet, die nun auch im Verein Musik machen möchten. 7 weitere befinden sich bereits in der Ausbildung. Wer noch dabei sein möchte, kann sich jederzeit melden. Bei der Auswahl der Instrumente gibt es keine Beschränkungen: Alle Register können gezogen werden.

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