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Thronjubiläum der Queen: Friesoyther erinnert sich an persönliche Begegnung

Dr. Michael Dickmann lebt seit 1986 in Großbritannien. Ein Fan der royalen Familie ist er im Gegensatz zu seiner Oma nicht, aber die Lebensleistung der Königin sei bemerkenswert.

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70 Jahre im Amt: Königin Elizabeth II. von Großbritannien. Foto: <br>dpa-Bildfunk

70 Jahre im Amt: Königin Elizabeth II. von Großbritannien. Foto:
dpa-Bildfunk

Da stand sie nun, live und in Farbe: Das knallrote Kostüm mit schwarzen Applikationen verziert, der extravagante Hut modisch abgestimmt, die schwarzen Handschuhe passend zu den Stickereien und der lackledernen Handtasche. Erwartungsgemäß war auch optisch nichts dem Zufall überlassen.

Queen Elizabeth II. lächelte und schritt majestätisch die kleine Front ab. „You are?“ und „What are you doing here?“ fragte sie auch den Doktoranden Michael Dickmann. Damals Präsident des William Goodenough House, eine Studentenunterkunft mit rund 500 Frauen und Männern, gab er der „Ma’am“, wie die Königin laut Protokoll korrekt anzusprechen war, höflich Auskunft. „Und dann war es auch schon wieder vorbei“, erinnert sich Dickmann schmunzelnd an die erste und einzige persönliche Begegnung.

Ehefrau Liliana war ebenfalls mit dabei und von ihr existiert ein gemeinsames Foto mit der Chairwoman, die die Einrichtung alle zwei Jahre besuchte. Schon damals wurde dem gebürtigen Friesoyther recht deutlich vor Augen geführt, „in welcher Parallelwelt diese Frau lebt“, betonte der 55-Jährige.

Schon als Schüler ein England-Fan: Dr. Michael Dickmann lebt mit seiner Familie in Buckingham. Foto: DickmannSchon als Schüler ein England-Fan: Dr. Michael Dickmann lebt mit seiner Familie in Buckingham. Foto: Dickmann

1986 studierte er an der Queen-Mary-Elite-Universität Volkswirtschaftslehre

Abgesehen von den notwendigen und höchsten Sicherheitsvorkehrungen wurden jedoch auch die Wände frisch gestrichen und sogar die Straße erhielt eine komplett neue Teerschicht, auf der der Rolls-Royce aus den 50ern vorfuhr. „Was für ein Aufwand“, beschreibt er die wochenlangen Vorbereitungen für die zweistündige Stippvisite 1998. Da war die Queen bereits 46 Jahre im Amt. Am Sonntag feiert die 95-Jährige ihr 70. Thronjubiläum. Auch wenn er im Gegensatz zu seiner Oma als glühende Verehrerin nicht Fan der royalen Familie ist, „ist das eine bemerkenswerte Leistung“.

Umso größer sein Faible für Großbritannien, das der Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) schon mit 16 vor einem von ihm initiierten Schüleraustausch entdeckte. 1986 studierte er dann an der Queen-Mary-Elite-Universität Volkswirtschaftslehre und hatte schon mit 24 Jahren seinen Master in der Tasche. Heute doziert er als Professor of International Human Resource Management an der renommierten Uni in Cranfield, die Manager ausbildet, und ist in der ganzen Welt unterwegs.

Ob man willl oder nicht: Lebt man in England, „kommt man an der Queen nicht vorbei. Und sie ist mir von der ganzen Truppe mit ihren Schlagzeilen und Skandalen doch die liebste“, sagt der vierfache Vater, der mit seiner Familie in Buckingham wohnt. Bereits den Rosenkrieg zwischen Charles und Diana erlebte er im Land und als Diana starb, „hätte es mit der Monarchie auch zu Ende sein können, so schlecht war die Stimmung“, berichtet er über ein Volk, das seiner Königin Kälte und Empathielosigkeit vorwarf.

Wer folgt auf Queen Elizabeth II.?

Doch sie überstand die Krise „und wird sehr verehrt“, so der Wahl-Engländer. Mit Prinz Philip habe ihr über 70 Jahre ein für sie perfekter Ehemann zur Seite gestanden, der im Gegensatz zur ihr und ihrer eisernen Disziplin auch menschliche Züge öffentlich zeigte. „Beide haben sich um England sehr verdient gemacht und ihrem Land weltweit Attraktivität verliehen.“ Das könne man aktuell vom Premierminister Boris Johnson sicher nicht behaupten, übrigens der 15. Regierungschef in der Amtszeit der dienstältesten Monarchin.

Als der Prinzgemahl starb, der Ärger um Harry und Andrew zusätzlich belastete, „dachte ich, sie dankt ab, aber offenbar will sie auch weiterhin ihre Pflicht erfüllen und denkt nicht ans Aufhören“, so Dickmann weiter. Bewundern könne man „your Majesty“ für ihre Moral und für ihre Fitness, zu beneiden sei sie nicht.

Nichts wird dem Zufall überlassen: Und die Königin beeindruckt auch durch ein stets perfektes Äußeres. Foto: dpa-BildfunkNichts wird dem Zufall überlassen: Und die Königin beeindruckt auch durch ein stets perfektes Äußeres. Foto: dpa-Bildfunk

Wer folgt ihr nach? „Charles’ Reputation hat sich im Laufe der Jahre verbessert, ob er tatsächlich gleich an William übergibt, bleibt abzuwarten.“ 2022 stellt sich diese Frage vermutlich noch nicht. Vielmehr soll das Thronjubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen und im Sommer mit einem mehrtägigen Festival von den Royal-Fans gefeiert werden. „God save the queen.“

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