Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Theologie-Dozent Blum: "Der Synodale Weg ist die letzte große Chance, um Vertrauen zurückzugewinnen"

Die Auftaktveranstaltung in Katholischen Akademie Stapelfeld stößt auf gute Resonanz . Die Veranstaltungsreihe soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Artikel teilen:
Diskutieren: Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (von links), Johannes W. Vutz, Gisela Koopmann, Prof. Dr. Norbert Köster, Pfarrer Dr. habil. Marc Röbel, Dominik Blum und Wolfgang Vorwerk.  Foto: Lünnemann

Diskutieren: Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (von links), Johannes W. Vutz, Gisela Koopmann, Prof. Dr. Norbert Köster, Pfarrer Dr. habil. Marc Röbel, Dominik Blum und Wolfgang Vorwerk.  Foto: Lünnemann

Auf reges Interesse stieß die Auftaktveranstaltung „Streitkultur in der Kirche? Erfahrungen mit dem Synodalen Weg“. Auf Einladung der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS), diskutierten jüngst Vertreter der Kirche, kirchlicher Verbände und engagierte Katholiken gemeinsam mit den Gästen über die innerkirchliche Streitkultur sowie die Zukunft des Synodalen Wegs in Deutschland.

Pfarrer Dr. Marc Röbel, Geistlicher Direktor der KAS, erläuterte laut einer Pressemitteilung, dass die aktuelle Kirche der Krise viele Gesichter habe. Vor allem die Missbrauchskrise habe dazu geführt, den Synodalen Weg zu nutzen, um bestimmte Konfliktfelder zu bearbeiten, um die seit langem gerungen werde.

Dazu gehörten die Rolle der Frau in der Kirche, die katholische Sexualmoral sowie die Frage nach Macht und Gewaltenteilung. „Das sind komplexe und konfliktreiche Themenfelder, die ein kulturviertes Streiten erfordern“, wird Röbel zitiert.

Empathisches Zuhören gefordert

Mitorganisator Johannes W. Vutz, Referent beim Bischöflich Münsterschen Offizialat (BMO), habe betont, dass der Synodale Weg als eines der größten kirchlichen Ereignisse der letzten Jahrzehnte zukunftsweisend für die Entwicklung der Kirche ist.

„Synoden sind Zeichen einer lebendigen Kirche. Wo gestritten wird, ist Kirche noch am Leben“, habe auch Prof. Dr. Norbert Köster, Professor für Historische Theologie und ihre Didaktik an der Universität Münster, erklärt.

Unterdessen sagte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Vertreter des Bistums Münster beim Synodalen Weg, dass der christliche Glaube das Fundament der Auseinandersetzung sein müsse.

Er forderte laut der Mitteilung von allen Beteiligten noch mehr empathisches Zuhören bei einer offenen, kritischen Auseinandersetzung und wünschte sich bei allen Kontroversen auch ein Streben nach gegenseitigem Verständnis.

Hat sich die Kirche schon zu sehr von der Lebensrealität junger Menschen entfernt?

Gisela Koopmann, Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken Niedersachsen, sah Parallelen zum familiären Zusammenleben. Sie sagte, dass sie sich als Frau in der Kirche nicht immer gesehen fühle und warnte davor, dass sich die Kirche bereits von der Lebensrealität vieler junger Menschen verabschiedet hat. „Der Synodale Weg ist die letzte große Chance, um Vertrauen zurückzugewinnen“, habe KAS-Dozent für Theologie Dominik Blum betont, der auch Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken ist. Blum forderte eine Abkehr von der männlichen, patriarchalischen und klerikalen Streitkultur hin zu einer gemeinsamen Kommunikationskultur.

In der anschließenden Diskussionsrunde sei deutlich geworden, dass aktuelle Fragen nach dem Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch, der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare sowie die Rolle der Frau in der Kirche die Anwesenden intensiv beschäftigen und sich von der Kirche sowie vom Synodalen Weg konstruktive Antworten und Impulse wünschen, die auch von der Weltkirche wahrgenommen werden sollten. Die Veranstaltungsreihe wird laut den Veranstaltern im kommenden Jahr fortgeführt. Es wird dabei unter anderen um die Themen „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ gehen. Die genauen Termine sollen rechtzeitig bekanntgegeben werden.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Theologie-Dozent Blum: "Der Synodale Weg ist die letzte große Chance, um Vertrauen zurückzugewinnen" - OM online