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Theising setzt geschassten Pius-Verwaltungsrat wieder ein

Der Vechtaer Weihbischof nimmt heftig kritisierte Entscheidungen zurück. Der abberufene Verwaltungsrat des Pius-Hospitals kann die Fusion mit dem Evangelischen Krankenhaus nun weiter verfolgen.

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Weihbischof Wilfried Theising hatte den Verwaltungsrat Anfang März abgesetzt. Foto: M. Niehues

Weihbischof Wilfried Theising hatte den Verwaltungsrat Anfang März abgesetzt. Foto: M. Niehues

Alles auf Anfang: In der heftigen Auseinandersetzung um eine Fusion des katholischen Pius-Hospitals und des Evangelischen Krankenhauses in Oldenburg hat der Vechtaer Weihbischof Wilfried Theising am Mittwochnachmittag alle bislang getroffenen Personalentscheidungen zurückgenommen. Mehr noch: Die Amtszeit der geschassten Verwaltungsratsmitglieder Ludger Korte, Dr. Josef Lange, Thomas Prenzel und Dr. Gerhard Rolfes wird um 5 Jahre verlängert. Das besagt eine gemeinsame Erklärung des Pius-Hospitals und der Vechtaer Kirchenbehörde.

Konkret heißt es in der Mail, die Abberufungsdekrete seien aufgehoben. Der Vorwurf der „groben Pflichtverletzung“ werde fallen gelassen. Es solle weiter daran gearbeitet werden, die beiden Krankenhäuser „auf Augenhöhe“ zusammenzuschließen.

Der Pius-Verwaltungsrat, das Pius-Management-Team und die Vertreter der Kirchenbehörde: Dr. Gerhard Rolfes, Werner Meyer, Michael Gr. Hackmann, Elisabeth Sandbrink, Dr. Josef Lange, MichaelbrWinkler, Dr. Gerd Möller, Professor Dr. Dr. Rudy Leon De Wilde, Thomas Prenzel, Ludger Korte und Erich Thunhorst. Foto: privatDer Pius-Verwaltungsrat, das Pius-Management-Team und die Vertreter der Kirchenbehörde: Dr. Gerhard Rolfes, Werner Meyer, Michael Gr. Hackmann, Elisabeth Sandbrink, Dr. Josef Lange, Michael
Winkler, Dr. Gerd Möller, Professor Dr. Dr. Rudy Leon De Wilde, Thomas Prenzel, Ludger Korte und Erich Thunhorst. Foto: privat

Eskaliert war der Streit über die Fusion vor wenigen Tagen. Theising hatte in einem Brief, gerichtet an die kirchlichen Einrichtungen in der Region, sein damals noch geltendes „Nein“ zu der Fusion rechtfertigen wollen. Argumentiert hatte er mit dem Stifterwillen: Bei der Gründung sei festgelegt worden, dass das Pius-Hospital katholisch bleiben müsse.

Dem hatte allen voran Dr. Lange, ehemaliger Staatssekretär aus Hannover, öffentlich widersprochen. Der ehrenamtlich tätige Verwaltungsrat hatte dem Bischof vorgeworfen, seine Position mit Halb- und Unwahrheiten zu begründen. Er und die Kirchenbehörde seien stets in die seit Monaten laufenden Fusions-Verhandlungen eingebunden gewesen. Es habe Hinweise aus Vechta gegeben, worauf zu achten sei. Er, so Lange, habe diese und weitere Regeln immer befolgt und im Interesse des Pius verhandelt.

Vor allem an dem Vorwurf der „groben Pflichtverletzung“ störte sich der ehemalige Staatssekretär massiv und drohte mit juristischen Schritten. Die Belegschaft des Pius reagierte ebenfalls mit einem offenen Protestbrief. Weitere Verantwortliche stellten sich gegen Theising. Als dann bekannt wurde, dass laut eines bis dato nicht veröffentlichten Gutachtens die Fusion durchaus mit dem Stiftungsrecht vereinbar sei, lenkte die Kirchenbehörde ein. Es wurde verhandelt – bis zu der jetzt verabschiedeten Erklärung.

Weitere Gespräche führt ein Verhandlungsteam

Die wurde am Mittwoch gemeinsam verbreitet von wieder eingesetzten Verwaltungsrat, dem Pius-Management-Team um den ebenfalls rehabilitierten Geschäftsführer Michael Winkler und Finanzdirektor Michael Gr. Hackmann und Rechtsanwalt Dr. Gerd Möller aus Münster als Vertreter des Vechtaer Offizialats. Laut Mitteilung sei auch der Offizial Weihbischof Theising in die Beratungen einbezogen gewesen.

Die weiteren Gespräche mit dem Evangelischen Krankenhaus soll ein  Verhandlungsteam führen, dem Management und Verwaltungsrat des Pius sowie zwei Repräsentanten des Offizialats angehören sollen. Gemeinsam wolle man "für eine zukunftsorientierte Entwicklung des Pius-Hospitals zusammenwirken". Damit sei die Basis dafür geschaffen, "dass Vertrauen wieder wachsen kann".

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