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The same procedure as every year …

Die Generation Z zeigt's Ihnen – Weihnachtsklassiker im Fernsehen gehören für mich genauso zu den Feiertagen wie Geschenke unterm Christbaum. Besonders die Hoppenstedts dürfen nicht fehlen.

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Festtagstraditionen verbinden, so heißt es nicht nur an Silvester "The same procedure as every year".  Allseits beliebte Klassiker im Fernsehen wie "Kevin allein zu Haus", "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" oder "Die Weihnachtsgeschichte" gehören für viele Menschen in Deutschland zu den Weihnachtsfeiertagen dazu. In meiner Familie gibt es so gut wie kein Weihnachten mehr ohne die Familie Hoppenstedt. Besonders fröhliche Festtagsstimmung kommt bei uns auf, wenn Opa Hoppenstedt ein Geschenk für seinen Enkel sucht, Loriots "besinnliches" Adventsgedicht im Forsthaus vorgetragen wird und die werten Herrschaften Weinvertreter Blümel, Staubsaugervertreter Jürgens und Versicherungsvertreter Schober sich im Zuge einer Weinverkostung gemeinsam mit Frau Hoppenstedt zuprosten. Schließlich "saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann".

"Sätze wie 'Früher war mehr Lametta' laden nicht nur zum Rezitieren ein, sondern schaffen auch eine Wohlfühlatmosphäre"Meike Wienken

Sätze wie "Früher war mehr Lametta" laden nicht nur zum Rezitieren ein, sondern schaffen auch eine Wohlfühlatmosphäre und vermitteln uns etwas Vertrautes. Der Humorist Loriot hat den deutschen Spießbürger in uns eingefangen wie kein anderer. Egal, ob es dabei um den sturen Opa Hoppenstedt geht, der seine Familie mit militaristischen Scherzen zur Verzweiflung bringt, oder die deutsche Hausfrau im Wahnsinn des Alltags, viele Szenen karikieren das deutsche Traditionsbewusstsein.

Doch was wäre Weihnachten ohne Bräuche und Traditionen? Einerseits gäbe es sicherlich weniger Stress – insbesondere, wenn es ums Schenken und Verschenken geht. Mal ehrlich: Am schwierigsten ist für mich oft das im Vorhinein lässig vereinbarte "Wir schenken uns nichts" zwischen Familie und Freunden. Die Entspannung ist dann häufig nur von kurzer Dauer: Was, wenn der andere sich nicht daran hält und doch ein Geschenk besorgt? Pflichtbewusst geht es für mich also doch auf Shoppingtour ins Internet oder in die Fußgängerzone – und das Schenken wird dadurch schnell nicht mehr unbedingt zur liebevollen Geste, sondern zu einer Pflichtveranstaltung. So fordert schließlich auch Opa Hoppenstedt am Heiligen Abend permanent: "Ich will jetzt mein Geschenk haben". Schließlich hat an Weihnachten alles so zu sein wie immer. Das kann unter Umständen zu Missverständnissen führen.

Andererseits finde ich, dass Schenken nicht nur andere glücklich macht, auch ich selbst kann mich von dieser Freude anstecken lassen. Schließlich geht es darum, es sich im Kreise seiner Liebsten "richtig gemütlich zu machen", wie auch Frau Hoppenstedt im Loriot-Sketch nicht müde wird zu betonen.

Egal welcher Weihnachtsklassiker über die Feiertage in den deutschen Wohnzimmern zu sehen sein wird, sicher ist: Am Ende des Tages sind die größten Dinge, die wir einander schenken können ­­– Aufmerksamkeit, Wärme und Zeit sowieso die, die kostenlos sind.


Zur Person:

  • Meike Wienken ist Volontärin der OM Medien.
  • Sie erreichen die Autorin per E-Mail an: redaktion@om-medien.de.

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