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Tempo 30 für die Sager Straße? Anlieger sammeln Unterschriften

Die Sager Straße in Garrel wird oft als Abkürzung zwischen Hauptstraße und Beverbrucher Straße genutzt. Dabei gilt dort "Anlieger frei". Jetzt sollen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ergriffen werden.

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Die Sager Straße wird trotz der Regelung „Anlieger frei“ gerne als Abkürzung zwischen der Hauptstraße und der Beverbrucher Straße genutzt. Foto: Hoff

Die Sager Straße wird trotz der Regelung „Anlieger frei“ gerne als Abkürzung zwischen der Hauptstraße und der Beverbrucher Straße genutzt. Foto: Hoff

Anlieger frei? Daran halten sich nur die wenigsten, wenn es um die Sager Straße geht. Das geben sogar vereinzelte Mitglieder des Planungs- und Verkehrsausschusses der Gemeinde Garrel offen zu. Immerhin lässt sich die Straße so schön als Abkürzung vom überregionalen Berufsverkehr oder als Zubringer zur A29 nutzen.

Auch das Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 scheint für den ein oder anderen Autofahrer eine Herausforderung zu sein, die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird laut Angaben der Anwohner dabei oft überschritten. Aus diesem Grund haben sich die Anlieger der Sager Straße jetzt mit einem Schreiben an die Verwaltung gewandt. Sie wünschen sich verkehrsberuhigende Maßnahmen sowie eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30.

Neben den bereits genannten Gründen bemängeln die Anlieger, dass das erhöhte Verkehrsaufkommen ein hohes Unfallrisiko insbesondere für die am Fahrbahnrand abgestellten Fahrzeuge oder querenden Fußgänger und Radfahrer darstelle. Die Wohn-und Lebensqualität in der Sager Straße sei seit Jahren durch den zunehmenden Verkehrslärm deutlich zurückgegangen, heißt es in dem Schreiben weiter. 

Die Verwaltung begrüßt die gewünschten Maßnahmen

Die Nachtruhe würde zudem bereits in den frühen Morgenstunden durch einsetzenden Berufsverkehr gestört. Die Anlieger versprechen sich durch zusätzliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und eine Geschwindigkeitsreduzierung einen Rückgang der widerrechtlichen Straßennutzung und damit eine Verbesserung ihrer Wohnsituation.

Die Verwaltung begrüßt sowohl den Einbau von verkehrsberuhigenden Maßnahmen als auch eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30. Letztere müsste aber beim Landkreis als Genehmigungsbehörde beantragt werden. Möglich seien sogenannte Plateau-Aufpflasterungen, wie sie bereits oft innerhalb der Gemeinde zu finden sind.

Anlieger müssten etwa 22.750 Euro zahlen

"Generell gilt der Grundsatzbeschluss, wonach bei nachträglichem Einbau von verkehrsberuhigenden Maßnahmen die Antragssteller auf freiwilliger Basis einen Anteil von 65 Prozent der Herstellungskosten aufzubringen haben. Sobald der freiwillige Anteil bei der Gemeinde eingegangen ist und die Genehmigung auf die geplante Geschwindigkeitsreduzierung vorliegt, können wir die Baumaßnahme beauftragen", erklärte Bürgermeister Thomas Höffmann. 5 Plateau-Aufpflasterungen kosten etwa 35.000 Euro. Demnach müssten die Anlieger etwa 22.750 Euro zahlen. Die restliche Summe trägt die Gemeinde.

"Die Sager Straße dürfte generell optisch etwas aufgewertet werden. Besteht daher die Möglichkeit, ähnlich wie im ‚Wätkamp‘, eine Einengung mit Pflanzkübeln zu erreichen?", wollte Tobias Bohmann (SPD) von der Verwaltung wissen. Es sei lediglich eine Kombination aus dieser Variante und der Plateau-Aufpflasterung möglich, weil ansonsten die Gefahr bestehe, dass Lastwagen und Sattelzüge die Straße nicht mehr passieren könnten, berichtete Bauamtsleiter Ewald Bley. Eine Kombination aus beiden Varianten ziehe aber auch Mehrkosten für die Anlieger und die Gemeinde nach sich, die besprochen werden müssten.

„Wir sollten die Anlieger unbedingt mit einbinden, um gemeinsam eine Lösung zu finden“, sagte Matthias Looschen (CDU). Matthias Deeken (CDU) wollte wissen, warum vor Ort keine Kontrollen und keine entsprechende Sanktionen durchgeführt werden. „Dafür ist die Polizei zuständig und der fehlen laut eigenen Angaben die Kapazitäten“, erklärte Höffmann. 

Das politische Gremium empfahl einstimmig die Genehmigung des Antrags unter Berücksichtigung des Grundsatzbeschlusses. Die finale Entscheidung trifft der Rat in seiner Sitzung am 19. September.

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