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Taxibetriebe fordern Corona-Impfung

Die Impf-Priorisierung ist aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Zwei Inhaberinnen von Taxiunternehmen in Garrel fordern für ihr Personal Impfungen gegen das Coronavirus.

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<strong>Fordern Corona-Impfung:</strong> Das Taxipersonal möchte bei Krankentransporten ihre Kunden schützen. Symbolfoto: Franziska Kraufmann/dpa

Fordern Corona-Impfung: Das Taxipersonal möchte bei Krankentransporten ihre Kunden schützen. Symbolfoto: Franziska Kraufmann/dpa

Monika Breckweg und Edith Lanfermann, Inhaberinnen von Taxiunternehmen in Garrel, fordern im Gespräch mit OM-online für ihr Personal Impfungen gegen das Coronavirus.

Breckweg klagt: „Bei Krankentransporten helfen wir den Patienten und können direkten Kontakt nicht vermeiden. Rettungswagenfahrer werden geimpft, wir aber nicht. Ich hab das Gefühl, die Taxi-Branche fällt immer unten durch.“

„Ich finde man muss alles tun, um die älteren Menschen zu schützen“Edith Lanfermann

Auch Edith Lanfermann fordert die Impfung: „Wir fahren viele schwer kranke Chemo- oder Dialysepatienten und leisten dabei benötigte Hilfe. Das ist mehr als einfach nur ein Transport.“ Lanfermann erzählt, dass sie sich in Hannover aktiv für die Impfung eingesetzt habe. Und das anscheinend erfolgreich, vor einigen Tagen sei ein Schreiben gekommen, dass sie und ihre Mitarbeiter sich nun impfen lassen dürfen. „Ich finde man muss alles tun, um die älteren Menschen zu schützen“, sagt Lanfermann und freut sich über die Entscheidung.

Ein weiteres Thema, dass die Taxiunternehmen beschäftigt, ist die Kostenübernahme der Impffahrt für über 70-Jährige. Das niedersächsische Gesundheitsministerium hatte im Februar eine einheitliche Regelung für die Kostenübernahme von Impffahrten beschlossen. Für diesen Prozess zeigt sich der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) verantwortlich. Im März verkündete Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), dass diese Regelung auch für über 70-Jährige fortgeführt wird.

Transportschein für Erstattung der Kosten notwendig

Die Kostenerstattung funktioniert laut der GVN wie folgt: Nach der Vergabe eines Impftermins sollen sich Betroffene bei den Hausärzten telefonisch melden und um einen Transportschein bitten. Im nächsten Schritt lässt sich mit dieser „Verordnung zur Krankenbeförderung“ die Fahrt bei Taxiunternehmen vorbestellen. Dann wird bei der Hin- und Rückfahrt zum Impftermin der Schein vorgelegt und nach Fahrtende abgegeben. Die Fahrtkosten werden von den Unternehmen direkt mit der gesetzlichen Krankenkasse oder der zentralen Abrechnungsstelle des Landes Niedersachsen (DAVASO) abgerechnet. Die Krankenkassen tragen die Kosten für Personen mit Pflegegrad drei, vier oder fünf oder einem Schwerbehindertenausweis. Für Betroffene, auf die diese Voraussetzungen nicht zutreffen, zahlt das Land die Kosten in Rahmen der Corona-Ausnahmeregelung.

Breckweg berichtet von ihren Erfahrungen: „Viele Impfberechtigte wissen nicht, dass die Fahrten finanziert werden können und die meisten Arztpraxen wissen es ebenfalls nicht.“ Deswegen habe sie das Schreiben der GVN mittlerweile an Arztpraxen in ihrer Umgebung verteilt, um sie von dieser Möglichkeit zu informieren.

Lanfermann sagt, dass sie nicht das Gefühl habe, dass die Information nicht weit genug verbreitet wäre: „Häufig kümmern sich die Familien um den Transport, das finde ich schön.“ Sie informierte ihre Stammkunden und das Seniorenheim über die Möglichkeit der Kostenübernahme. Das Angebot wurde auch gut angenommen, erzählt Lanfermann. Sie könne aber noch nicht sagen, wie einfach die Kostenrückerstattung für das Unternehmen dann abläuft.

50 Prozent der Fahrten würden wegfallen

Während Lanfermann sagt, dass das Geschäft während der Pandemie „ein bisschen zurückgegangen ist“, spricht Breckweg von einem 50-prozentigen Rückgang der Fahrten in ihrem Unternehmen. „Das Wochenendgeschäft fällt komplett aus und alle Barfahrten abends fallen weg“, erläutert sie. Sie fügt hinzu, dass durch die ständige Testung und die Maskenpflicht auch mehr Kosten anfallen würden.

„Alle meine Fahrgäste lassen sich über Corona aus“, sagt Breckweg. Ihre Hoffnung, dass sich die Situation in naher Zukunft verändere, sei gering.

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