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"Tausch-Rausch" ist ein beliebter Treffpunkt

Die Frauen-Union Langförden hat den Laden innerhalb von drei Jahren fest etabliert. Eine Vereinsgründung soll zur weiteren Öffnung des Projektes beitragen.

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Das Stöbern lohnt sich: Stammkundin Renate Lüdeke (links) stößt auf einen Korb mit Wolle und Stricknadeln. Beim Sortieren der Sachen ist Vereinsvorsitzende Elke Lübbe gerne behilflich. Foto: Speckmann

Das Stöbern lohnt sich: Stammkundin Renate Lüdeke (links) stößt auf einen Korb mit Wolle und Stricknadeln. Beim Sortieren der Sachen ist Vereinsvorsitzende Elke Lübbe gerne behilflich. Foto: Speckmann

Der „Tausch-Rausch“ in Langförden ist eine kleine Erfolgsgeschichte. Vor drei Jahren hat die Frauen-Union das Geschäft an der Langen Straße aus der Taufe gehoben. Hier finden gut erhaltene Sachen, die einfach zu schade zum Wegwerfen sind, neue Besitzer. Neben der florierenden Börse erweist sich das Haus immer mehr als Treffpunkt für Menschen aus dem Ort und der Umgebung.

Das ehrenamtliche Team um Elke Lübbe ist zuversichtlich, dass dieses nachhaltige Projekt noch viele weitere Jahre erfolgreich bestehen kann. Dafür schaffen die Beteiligten jetzt neue Rahmenbedingungen. Sie lösen die Arbeit aus der Frauen-Union Langförden heraus und gründen einen gemeinnützigen Verein, der sich künftig um die Organisation und Leitung des Geschäftes kümmern soll.

Politische Orientierung soll keine Rolle spielen

An der Spitze des neuen Vereins stehen Vorsitzende Elke Lübbe und Sabine Reinke als Stellvertreterin. Sie sind in der Gründungsversammlung gewählt worden und bringen die Beweggründe auf den Punkt: „Wir wollen für alle offen und zugänglich sein.“ Die politische Orientierung soll demnach keine Rolle mehr spielen, zumal es jetzt schon einige engagierte Helfer gibt, die nicht der Frauen-Union angehören.

Der Vorstand des neu gegründeten Vereins: Manuela Bothe, Elke Lübbe, Dirk Lübbe, Sabine Reinke, Bernd Taske, Christa Lamping, Andrea Faske und Jens Frye (von links). Foto: Tausch-Rausch Der Vorstand des neu gegründeten Vereins: Manuela Bothe, Elke Lübbe, Dirk Lübbe, Sabine Reinke, Bernd Taske, Christa Lamping, Andrea Faske und Jens Frye (von links). Foto: Tausch-Rausch

Ein weiterer Vorteil liegt im finanziellen Bereich, wie der gewählte Geschäftsführer Dirk Lübbe erläutert. Als gemeinnütziger Verein bestehe fortan die Möglichkeit, Spendenquittungen auszustellen. Das könnte ein Anreiz für Sponsoren sein. Wie wichtig diese Hilfe ist, hat sich gerade in den ersten Monaten gezeigt, als die Initiatoren eine Anschubfinanzierung für die gemieteten Räume benötigten.

In erster Linie soll sich das Geschäft aber selbst tragen. Wer sich für einen Artikel interessiert, aber nichts zum Tauschen mitbringt, steckt eine Spende in das rote Sparschwein. Mit dem Erlös werden die Kosten des Hauses gedeckt. Etwaige Überschüsse kommen der örtlichen Gemeinschaft zugute. So wurden beispielsweise schon Schule, Kindergarten, Jugendfeuerwehr und Pflegeheim mit Sach- oder Geldspenden bedacht.

"Unser Angebot wird sehr gut angenommen. Die Leute kommen mittlerweile aus dem ganzen Landkreis Vechta."Elke Lübbe, Vorsitzende des neu gegründeten Vereins

Mit der Resonanz in den vergangenen drei Jahren sind die Verantwortlichen vollauf zufrieden. „Unser Angebot wird sehr gut angenommen. Die Leute kommen mittlerweile aus dem ganzen Landkreis Vechta“, berichtet Elke Lübbe. Beim Aufenthalt im Laden würden auch viele Menschen das Gespräch untereinander suchen. Dabei gehe es um viele Themen oder auch Probleme, die ihnen unter den Nägeln brennen würden.

Ob Porzellan, Bücher, Spielzeug oder Haushaltsgeräte: Beim Stöbern kommen immer wieder kleine Schätze zum Vorschein. An Angeboten mangelt es nicht, das Sortiment befindet sich im stetigen Wandel. Neben dem Mitbringsel der Kunden treffen immer wieder neue Kartons ein. Viele Sachen stammen auch aus Haushaltsauflösungen. Nur Bekleidung und Schuhe werden nicht angenommen.

Hoch im Kurs stehen zurzeit die Weihnachtsartikel. Baumschmuck, Kerzenstände, Lichter, Fensterbilder und sonstige Dekorationen sammeln sich in und vor den Regalen. Nach dem großen Fest werden die Saisonartikel eingelagert, sodass in dem rund 65 Quadratmeter großen Laden wieder Platz für andere Sachen ist. „Dann kommen schon wieder die Ostersachen“, sagt die Vorsitzende schmunzelnd.

In der Pandemie sind Puzzle besonders gefragt

Seit Beginn der Corona-Pandemie besonders gefragt: Puzzle. Während des Lockdowns findet sich für solche Beschäftigungen offenbar mehr Zeit. Auch Spielsachen und Stofftiere sind heiß begehrt. Sabine Reinke wundert sich, wie schnell auch die alten Becher und Teller aus Zinn vergriffen sind, die früher in vielen Wohnzimmerschränken zur Schau standen. Die Geschmäcker sind eben verschieden.

Beim Stöbern durch den Laden bleibt Renate Lüdeke vor einem prall gefüllten Korb stehen und überlegt nicht lange: „Ich hätte gerne die Wolle für meine Enkelin“, erklärt die Vechtaerin, die schon zu dem Stammkunden zählt. Eigentlich wollte sie diesmal nur etwas fürs Schrottwichteln suchen. Dass nun die Stricksachen herausgesprungen sind, dürfte die 13-jährige "Handarbeitsmaus" in ihrer Familie besonders freuen.

Eigene Sachen hat Renate Lüdeke an diesem Tag nicht mitgebracht. Sie revanchiert sich mit einem Obolus, und sie wird hellhörig, als sie von der Vereinsgründung für den „Tausch-Rausch“ erfährt. Wer Mitglied werden möchte, zahlt einen Euro pro Monat. So lässt sich die Arbeit des ehrenamtlichen Teams unterstützen und zugleich ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen.

  • Info: Der „Tausch-Rausch“ befindet sich in der Langen Straße 23 in Langförden. Die Öffnungszeiten sind jeden Dienstag und Donnerstag, jeweils von 16 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung.
Das Helferteam: Annette Wilking, Christa Lamping, Anne Lübbe, Elke Lübbe, Margret Kreutz, Sabine Reinke, Claudia Dammann und Manuela Bothe (von links). Foto: Tausch-RauschDas Helferteam: Annette Wilking, Christa Lamping, Anne Lübbe, Elke Lübbe, Margret Kreutz, Sabine Reinke, Claudia Dammann und Manuela Bothe (von links). Foto: Tausch-Rausch

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