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"Tante Mia tanzt" und "Ladioo": Schweißperlen fließen schon vor dem Festival

Der Aufbau für die Events auf dem Stoppelmarktgelände in Vechta ist in vollem Gange. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und das Publikumsinteresse haben vieles verändert.

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Der Aufbau des Palastzeltes ist geschafft. Nun blicken die beiden Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur „plus2event“, Ralf Klaaßen (links) und Thomas Wernikowski (rechts), mit Mitarbeiter Stefan Timm dem Aufbau der anderen Bühnen auf dem Stoppelmarktgelände entgegen. Foto: Speckmann

Der Aufbau des Palastzeltes ist geschafft. Nun blicken die beiden Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur „plus2event“, Ralf Klaaßen (links) und Thomas Wernikowski (rechts), mit Mitarbeiter Stefan Timm dem Aufbau der anderen Bühnen auf dem Stoppelmarktgelände entgegen. Foto: Speckmann

Der Aufbau eines Festivalgeländes ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Da machen es die fast hochsommerlichen Temperaturen nicht leichter. Immer wieder wischen sich die Arbeiter die Schweißperlen von der Stirn, während sie in die Höhe klettern und das Stahlgestänge für die Bühnen montieren. Die Hammerschläge haben ihren ganz eigenen Beat. Das ruft auch Zaungäste auf den Plan.

Ein Unwetter zwingt die Arbeiter zwar zu einer unfreiwilligen Verschnaufpause, aber nach dem kräftigen Regenschauer geht es Schlag auf Schlag weiter. Zeit gibt es nicht zu verlieren auf dem Stoppelmarktgelände in Vechta. Hier steigt am Donnerstag (26. Mai) mit „Tante Mia tanzt“ das größte Electro-Festival des Nordwestens und schon 2 Tage später, am Samstag (28. Mai), die Premiere von „Ladioo – Das Party Open Air“.

Veranstalter Ralf Klaaßen steht vor dem Amtmannsbult und lässt den Blick über das eingezäunte Areal schweifen. Er wirkt ziemlich gelassen, doch innerlich sieht es anders aus: „Anspannung hoch drei, gerade wo es jetzt in die heiße Phase geht“, verrät der Geschäftsführer der Agentur „plus2event“, der gemeinsam mit seinem Kompagnon Thomas Wernikowski das Electro-Festival im Jahr 2016 aus der Taufe gehoben und zu einem Riesenspektakel gemacht hat.

Einsatz in luftiger Höhe: Die Arbeiter wollen bis Sonntagabend alle vier Bühnen aufbauen.  Foto: SpeckmannEinsatz in luftiger Höhe: Die Arbeiter wollen bis Sonntagabend alle vier Bühnen aufbauen.  Foto: Speckmann

Die Macher haben reichlich Erfahrung in der Ausrichtung von Events. Doch die Corona-Pandemie hat auch sie schwer getroffen. Nach der 2-jährigen Zwangspause ist nun vieles anders. Sie haben ihr Team neu aufgestellt, viele Dienstleister austauschen und sich in die Abläufe neu hineinfinden müssen. Der einstige Flow bei den Vorbereitungen scheint wie weggeblasen. „Man macht es gefühlt zum ersten Mal“, sagt Klaaßen.

Veranstaltungsfläche ist um 20 Prozent gewachsen

Zur Herausforderung gehört auch, dass sich „Tante Mia tanzt“ stetig weiterentwickelt. Schätzungsweise 20.000 Besucher sollen es beim letzten Mal im Jahr 2019 gewesen sein. Mit Blick auf das steigende Publikumsinteresse ist die Veranstaltungsfläche jetzt nochmal gewachsen, etwa um 20 Prozent, wie die Agentur berichtet. Es soll nicht zu eng werden auf dem Gelände, gerade abseits der vier Bühnen sollen sich die Leute gut bewegen können.

Auch das Palastzelt fällt in diesem Jahr deutlich größer aus. Es bietet Platz für etwa 3500 bis 4000 Fans der House-Musik. Der mehrtägige Aufbau des Achtmasters erweist sich als Kraftakt. Mit einem herkömmlichen Festzelt ist die hohe, abgedunkelte Location nicht zu vergleichen. Die so genannte „Diele“ soll dem Publikum ein Clubfeeling vermitteln, wenn hier Weltstars wie Lost Frequencies und Felix Jaehn auftreten.

Das Herzstück des Geländes bildet „Tante Mias Tanzgarten“. Hier spielt sich der partylastige Mainstream ab. Das Bühnenbild hat jedes Jahr einen anderen Charakter. Wie es diesmal aussieht, daraus macht der Veranstalter noch ein Geheimnis. Das soll erst kurz vor Himmelfahrt gelüftet werden. Die Freunde von Techno und Hardstyle kommen an zwei weiteren Bühnen, der „Guten Stube“ und der „Bassküche“, auf ihre Kosten.

Doch bis es soweit ist, gibt es noch einiges zu tun. „Der Bühnenaufbau soll am Sonntagabend abgeschlossen sein“, kündigt Klaaßen an. Dann ist der Weg frei für die Installation der Ton- und Lichttechnik. Für diesen Bereich hat die Agentur einen Dienstleister verpflichtet, der nichts dem Zufall überlässt. Schließlich sollen die mehr als 35 Künstler bei ihren Auftritten wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.

Neben den Plattformen für die DJs entsteht auf dem Stoppelmarktgelände bereits knapp 3 Monate vor dem traditionellen Volksfest ein kleiner Jahrmarkt. Die perfekte Aussicht aus dem mehr als 30 Metern hohen Riesenrad hat es schon in früheren Jahren gegeben, zum fünften Geburtstag von „Tante Mia“ kommen Kettenflieger und weitere Attraktionen hinzu. Diverse Getränke- und Imbissstände runden das Angebot ab.

Bis zu 400 Arbeitskräfte sind an Himmelfahrt aktiv

Die Gastronomie bindet einen Großteil der etwa 350 bis 400 Arbeitskräfte, die laut Veranstalter allein am Himmelfahrtstag auf dem Gelände beschäftigt sein werden. Den Getränkeausschank übernimmt die Agentur „plus2event“ selbst. Die Einnahmen sind im Budget fest eingeplant, denn allein durch den Ticketverkauf lässt sich ein solches Festival mit namhaften Künstlern kaum finanzieren.

Das Line-up ist schon seit Monaten in trockenen Tüchern. Darüber braucht sich der Veranstalter keine Gedanken zu machen. Der Fokus liegt voll und ganz auf den letzten Vorbereitungen. Einige Schweißperlen dürften wohl noch fließen bei den Arbeitern. Danach darf das Publikum ins Schwitzen kommen – zunächst beim Tanzen und Feiern zum Electro-Dance-Mix und 2 Tage später bei Partyschlagern.

Alles im Blick: Der Lageplan ist umfangreicher als in früheren Jahren. Das Festival ist räumlich und inhaltlich gewachsen.  Foto: SpeckmannAlles im Blick: Der Lageplan ist umfangreicher als in früheren Jahren. Das Festival ist räumlich und inhaltlich gewachsen.  Foto: Speckmann

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