Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Tankstellenräuber verurteilt

Der 23-Jährige hatte am 22. Juli 2022 eine Tankstelle in Lohne überfallen. Die Angestellte hatte er mit einer Schreckschusswaffe bedroht, die täuschend echt wirkte.

Artikel teilen:
Symbolfoto: Archiv/OM-Online

Symbolfoto: Archiv/OM-Online

Ein 23-Jähriger aus Lohne wurde vom Schöffengericht des Amtsgerichtes Vechta jetzt wegen schweren Raubes zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 8 Monaten verurteilt.

Der Mann, der aus dem Irak stammt, hatte für seine Tat am 22. Juli 2022 eine Schreckschusswaffe benutzt. Gegen 19.40 Uhr betrat der junge Mann damals laut Anklage die Esso-Tankstelle an der Dinklager Straße in Lohne. Er forderte zunächst Zigaretten und ein Feuerzeug, dann richtete er die Waffe auf die Angestellte (19). Sie musste den Feststellungen zufolge die Kasse öffnen; er erbeutete 790 Euro in Scheinen, griff sich die Zigaretten, das Feuerzeug und fuhr mit einem E-Scooter ohne Kennzeichen davon.

Das Tatmotiv: Der Mann war in Geldnot

Ob des ungewöhnlichen Fluchtweges und des Fahrzeugs fiel der Mann allerdings einigen Passanten auf. 17 Minuten nach dem Überfall konnte die Polizei den 23-Jährigen festnehmen.

Der Angeklagte zeigte sich geständig und entschuldigte sich bei der 19-Jährigen. Er sei spielsüchtig gewesen und habe große Geldsorgen gehabt; zudem habe er seine Verlobte und sein Kind versorgen müssen. Für 170 Euro habe er etwa eine Woche vor der Tat im Internet die Schreckschusswaffe besorgt. Die habe sehr echt gewirkt, sagte ein Polizeibeamter aus.

Am Nachmittag zuvor erkundete der Mann den Tatort

Der Angeklagte sei schon am Nachmittag des Tattages in der Tankstelle gewesen, erklärte die 19-Jährige. Er habe nach der Toilette gefragt. Beim Überfall sei kein weiterer Kunde vor Ort gewesen. Aber direkt danach sei eine Kundin gekommen, die auch die Polizei gerufen habe.

Der Angeklagte ist vorbestraft. Unter anderem hatte er Verwandte um 17.200 Euro betrogen; das Geld will er verspielt haben. Die Freiheitsstrafe hierfür – ein Jahr und 3 Monate – war mit in das aktuelle Urteil einzubeziehen. Beim Vorschlag zur Bemessung waren sich der Staatsanwalt und der Verteidiger einig. Das Gericht urteilte entsprechend.

Von den in der Betrugssache erlangten 17.200 Euro, die der Angeklagte in 3 Monaten verspielt haben will, sei noch eine hohe Summe offen, die aber als Ersatz-Freiheitsstrafe „abgesessen“ werden könnte, so war zu hören.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Tankstellenräuber verurteilt - OM online