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Syrien-Helfer von Spendenbereitschaft überwältigt

Sie hatten auf Unterstützung gehofft, doch was dann kam, machte die Familie Aldakhail und ihre Freunde geradezu sprachlos. Für den Transport der vielen Güter benötigen sie jetzt einen größeren Lkw.

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Hatten reichlich zu tun: Die Organisatoren und Helfer der Aktion "Kleiderspende für Syrien" in Lindern.   Foto: Aldakhail

Hatten reichlich zu tun: Die Organisatoren und Helfer der Aktion "Kleiderspende für Syrien" in Lindern.   Foto: Aldakhail

Die Spendenaktion für notleidende Flüchtlinge in Syrien ist ein Riesenerfolg. "Wir sind begeistert von der Hilfsbereitschaft der Menschen in und um Lindern", berichtet Mitorganisator Conrad Möhlenkamp euphorisch. Mehr als 30 Kubikmeter warme Kleidung, Schuhe, Matrazen und Bettwäsche lagern inzwischen im katholischen Pfarrheim und warten auf ihren Transport in den Norden des Bürgerkriegslandes.

Kurz vor Weihnachten und noch einmal an Silvester hatten Bürger die Möglichkeit, gut erhaltene Wintersachen im Schützenhaus abzugeben. Der Schützenverein stellte dafür seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Inzwischen wurden die Kartons von den freiwilligen Helfern umgepackt. "Wir sind den Schützen und der Kirche sehr dankbar, dass sie uns unterstützen", sagt Möhlenkamp. Alle Artikel seien in einem guten Zustand und sollen jetzt so schnell wie möglich nach Syrien gebracht werden.

Initiiert und größtenteils organisiert worden ist die Aktion von der Familie Aldakhail. 2015 als Flüchtlinge nach Lindern gekommen, fühlen sich Susan und Raad Aldakhail und ihre Töchter Raghad, Farah und Nasmah längst in der Gemeinde heimisch. "Wir haben sie als offene und freundliche Menschen kennengelernt", bestätigt Conrad Möhlenkamp. Mit Norbert und Renate Thien stellten sich den Syrern kurz nach ihrer Ankunft zwei Paten zur Seite, die sie bis heute begleiten. Schwer haben es die Neubürger vor allem bei der Anerkennung ihrer Bildungsabschlüsse. So darf Apotheker Raad seinen Beruf bislang nicht in Deutschland ausüben.

Menschen leben in Zeltlagern

In den vergangenen Tagen flossen außerdem rund 4000 Euro auf das von der Pfarrgemeinde eingerichtete Spendenkonto. Das Geld ist wichtig, weil deutlich mehr Sachgüter angeliefert wurden, als erwartet. "Wir müssen jetzt einen größeren Lkw haben und werden eine international erfahrene  Speditionsfirma aus Osnabrück mit dem Transport beauftragen", erklärt Möhlenkamp. Der Weg führt durch die Türkei zunächst in den Irak. Von dort aus kann der Lastwagen die Pufferzone im Nordosten Syriens  erreichen. Zahlreiche Menschen aus dem ganzen Land sind im Laufe des Krieges in diese Zone geflohen und leben teilweise seit Jahren in großen Zeltlagern. Jetzt im Winter kann es in der Region bitterkalt werden. "Unsere Spenden sind deshalb wichtig", betont Möhlenkamp. Die Aldakhails nutzten ihre Kontakte, um den Transport und die spätere Verteilung der Güter zu organisieren.

Der Abreisetag steht noch nicht fest. "Wir sind gerade mit dem Papierkram beschäftigt", berichtet Möhlenkamp.  Weil der Lastwagen jetzt mehr laden kann, nimmt die Initiative in den kommenden Tagen weitere Spenden an. Neben Jacken, T-Shirts, Hosen, Kleidern und Unterwäsche sind auch Schals, Mützen, Stiefel, Schuhe und Handschuhe sowie Bettzeug und Decken gefragt. Alles, was wärmt, eben. Anmeldungen nimmt Susan Aldakhail unter Telefon 0157/80800307 entgegen. Sie zeigt sich ebenfalls begeistert von der hohen Spendenbereitschaft. "Die Sachen kamen auch aus anderen Gemeinden", berichtet sie. Eine Frau aus Löningen etwa habe fleißig Socken gestrickt, die jetzt gut verpackt vor dem Abtransport stehen. 

  • Info: Auch ein wenig Geld für die Transportkosten wird noch benötigt. Das Spendenkonto bei der Volksbank Lindern bleibt deshalb weiterhin freigeschaltet (IBAN: DE 132806 5061 1203 3901 00).

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