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SV Holdorf kann bald wieder Bälle kicken

Nach rund 4 Monaten Trainingsumstellung können die Fußballer des "kleinen HSV" nun bald auf ihrem neuen Kunstrasenplatz spielen. Doch davor steht noch viel Arbeit an.

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Wollen wieder Bälle kicken: Heiner Themann (von links), Manfred Pohlmann, Ludger Hülsmann und Michael Niemann. Foto: Bernhardt

Wollen wieder Bälle kicken: Heiner Themann (von links), Manfred Pohlmann, Ludger Hülsmann und Michael Niemann. Foto: Bernhardt

Beim SV Holdorf können bald wieder Tore geschossen werden: Der neue Kunstrasenplatz ist fertig und wartet nur noch auf die Abnahme vom Verein. Bereits ab dem 1. September sollen hier wieder die Bälle rollen. Auch der neue Naturrasenplatz ist letzte Woche ausgesät worden. Jetzt gibt der "kleine HSV" noch mal so richtig Gas, damit die Spieler im September auf dem neuen Feld loslegen können.

Erst Bayern und Dortmund, jetzt der SV Handorf-Langenberg

4 Monate ist es her, als Michael Niemann, der amtierende Kassenwart des Vereins, mit seinen Söhnen und anderen Helfern erstmals schweres Gerät auf den Platz am Sportzentrum zum Einsatz brachte. Seitdem hat sich einiges getan auf dem Gelände: Betritt man jetzt die Baustelle, sticht das leuchtende Grün des verlegten Kunstrasens ins Auge. Der moderne Fußballplatz wurde von der Firma Heiler aus Bielefeld gebaut. Das Unternehmen hat bereits Rasenflächen für Borussia Dortmund und den FC Bayern München hergestellt, aber auch für den Gemeindenachbarn SV Handorf-Langenberg.

Unter dem grünen Bodenbelag befindet sich ein strapazierfähiges Gummi-Splitt-Gemisch, welches aus alten Lkw-Reifen besteht. Darüber kommt der Kunstrasen. Um die Kunststoff-Grashalme nicht zu beschädigen, wurde als sogenanntes Infill, eine Spezialmischung aus Quarzsand und Kork, verwendet. Das Material sorgt dafür, dass die künstlichen Halme nicht abknicken. Dafür ist allerdings auch eine regelmäßige Pflege notwendig. 2 Mal pro Woche muss die Mischung auf dem Platz verteilt werden. Nichtsdestotrotz sei der Platz relativ pflegeleicht, da das Material nur alle 10 bis 15 Jahre aufgefüllt werden müsse. 

Wie im Bilderbuch: Die Kunststoff-Halme imitieren den Rasen täuschend echt. Foto: BernhardtWie im Bilderbuch: Die Kunststoff-Halme imitieren den Rasen täuschend echt. Foto: Bernhardt

Eine weitere Besonderheit an den Plätzen seien die Drainagen, welche bei den bisherigen Fußballfeldern fehlten. Die installierte Bewässerungsanlage sorgt dafür, dass der Regen im Boden versickern kann und der Überschuss anschließend in einem Sammelbecken aufgefangen werden kann. 

Laut Ludger Hülsmann, dem Vorsitzenden des SV Holdorf, soll die Abnahme des neuen Kunstrasenplatzes noch in diesem Monat stattfinden. Aktuell sind bereits die Markierungen fest eingebracht. Die weißen Linien werden durch blaue Markierungen für die Jugendfelder ergänzt. So könne der Platz auch quer genutzt werden und damit bis zu 4 Mannschaften gleichzeitig spielen. Auch sind vereinzelt schon die Ballfangzäune eingelassen. 

Um den geplanten Start einzuhalten, müssen jetzt noch Zäune und Eingangstore aufgebaut werden. Um die Plätze herum muss die Anlage wieder angefüllt und begrünt werden. Trainerkabinen, Barrieren und Banden würden auch noch fehlen. Auch ein Mähroboter muss noch auf dem Feld installiert werden. 

Das Projekt stand schon lange auf dem "Visionspapier"

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Anbindung der neuen LED-Fluchtlichtanlage an das Sportzentrum. "Wir überarbeiten dazu die vorhandene veraltete Infrastruktur für Strom und Wasser in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, um einen optimalen Stand zu erzielen", berichtet Hülsmann. 

Direkt neben dem Kunstrasenfeld befindet sich ein Naturrasenplatz. Die Aussaat hat letzte Woche stattgefunden und braucht nun Zeit zum wachsen. Das Feld wird wohl erst zu Anfang des Jahres bespielbar sein. Das Projekt stand schon lange im "Visionspapier" des Vereins. Durch die jahrzehntelange Nutzung seien die neuen Plätze dringend nötig gewesen. "Vor allem das Kunstrasenfeld ist ein absoluter Zugewinn", sagt der Vereinsvorsitzende. Dieser vereinfache die Trainings- und Spielplanung deutlich.

Rund 900.000 Euro kostet der Bau der Sportplätze, die mit 100.000 Euro vom Kreissportbund gefördert wird. Die Gemeinde Holdorf beteiligt sich mit insgesamt 750.000 Euro. Der Verein zeigt sich trotz deutlich steigender Materialkosten zuversichtlich, das geplante Budget einzuhalten.

Auch die Nachbarn dürfen das Gelände benutzen

Dankbar sei der "kleine HSV" auch für alle Helferinnen und Helfer. "Wir haben die Arbeitsstunden nicht gezählt, aber wir sind stolz auf die vielen Helfer aus den Fußball-Mannschaften und freuen uns besonders, dass einige Rentner und unter anderem auch die Indoor-Cycling Gruppe und die Handballer dabei waren", schwärmt Hülsmann. Die neue Anlage dürfen nicht nur die Vereinsmitglieder genießen. Auch die rund 550 Schülerinnen und Schüler der Holdorfer Grundschule und der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) sowie die Kinder der Kindertagesstätte St. Elisabeth dürfen sich auf dem Kunstrasenplatz austoben. 

Die Spieler des SV Holdorfs seien bereits hoch motiviert, auf den neuen Plätzen endlich wieder Bälle kicken zu können. "Alle freuen sich sehr aber haben schon Angst, dass sie nun ganzjährig zum Training kommen müssen", scherzt der Vorsitzende. 

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