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SV Emstek hat bei Förderanträgen ein gutes Timing bewiesen

Die neue Sporthalle und die Sportbegegnungsstätte ist eingeweiht. Viele Neugierige kamen zum Tag der offenen Tür.

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Schlüsselmoment: Architekt Ignaz Funke (Mitte) überreichte den symbolischen Hallenschlüssel an Bürgermeister Michael Fischer (rechts) und den SVE-Vorsitzenden Andreas Mählmann. Foto: Vorwerk

Schlüsselmoment: Architekt Ignaz Funke (Mitte) überreichte den symbolischen Hallenschlüssel an Bürgermeister Michael Fischer (rechts) und den SVE-Vorsitzenden Andreas Mählmann. Foto: Vorwerk

Von zwei Leuchttürmen in der Sporthallenlandschaft der Gemeinde Emstek sprach Bürgermeister Michael Fischer bei der Einweihung der neuen Gebäude neben der Oberschule an der Ostlandstraße. Dabei galt sein Dank sowohl den ehemaligen Ratsmitgliedern als auch den neuen politischen Vertretern in dem Kommunalparlament, denn die Umsetzung hat sich über Jahre hingezogen. "Es war aber die richtige Entscheidung", unterstrich der Verwaltungschef.

Pastor Alex Mathew – selber leidenschaftlicher Sportler – hat in der alten Halle noch Volleyball gespielt, wie er betonte. Es freue ihn daher, als seine letzte Einweihung in der Gemeinde Emstek der neuen Halle den Segen zu geben. Zum 1. Oktober wird er die Pfarrgemeinde St. Margaretha in Richtung Westerstede verlassen.

"Die Halle beschäftigt uns schon seit den Jahren 2008/2009. Wir haben uns lange um Förderprogramme beworben, sind aber nicht zum Zug gekommen, weil das Gebäude noch zu jung war", erinnerte Fischer an den Entscheidungsprozess, der 2015 in der Frage gipfelte: Sanierung oder Neubau? Zwei Architektenbüros waren beauftragt worden und beide kamen zum selben Schluss. Eine Sanierung, so hieß es damals, sei keine Option.

In der Sporthalle durften die Kinder am Samstag nach Herzenslust turnen und toben. Foto: VorwerkIn der Sporthalle durften die Kinder am Samstag nach Herzenslust turnen und toben. Foto: Vorwerk

Weitere hohe Investitionen stehen an

Aus kommunaler Sicht stand bei dem Neubau der Schulsport im Fokus. Früh war aber klar, dass der Emsteker Sportverein mit ins Boot geholt wird, um weitere zwei Umkleidekabinen zu übernehmen, sodass nun sechs Teams gleichzeitig die Einrichtung und die Außenplätze nutzen können. Als 2018 die Baugenehmigung erteilt wurde, waren keine Fremdmittel für die Halle zu bekommen und so zog die Gemeinde das Projekt auf eigene Kosten durch. 2,8 Millionen Euro ist die reine Bausumme, davon trägt der SV Emstek 200.000 Euro.

Unterm Strich bleiben beim Verein aber deutlich geringere Verbindlichkeiten, weil es seitens des Kreissportbundes, des Landkreises und der Kommune Zuschüsse gibt. Wenn alles fertig ist, also auch die Außenanlage und die Tribüne hergerichtet sind, wird das Projekt inklusive der Planungsleistungen bei 3,8 Millionen Euro liegen.

Herausforderung für den verein

Am 4. Mai 2020 wurde der Abriss begonnen und Ende 2020 war Richtfest. Der zeitliche Ablauf höre sich im Nachgang "geschmeidiger an, als er war", so Fischer. Entweder fehlten zwischenzeitlich Mitarbeiter oder das Material war schwer zu beschaffen. 2021 wurde nebenan die Sportbegegnungsstätte in Angriff genommen, die sich an der Architektur der Halle orientiert. Ein Raum, in dem sich nicht nur die Vereinssportler treffen sollen, sonder ein Ort, an dem sich alle Gruppen begegnen können, die nach dem Sport noch ein wenig zusammensitzen wollen. An den 475.000 Euro Gesamtkosten beteiligt sich die Gemeinde Emstek mit 190.000 Euro, aus dem Leader-Programm kommen 100.000 Euro, der Landkreis trägt 37.000 Euro und der Kreissportbund schießt 59.000 Euro zu.

Draußen maßen sich die Mini-Kicker. Foto: VorwerkDraußen maßen sich die Mini-Kicker. Foto: Vorwerk

Beide Projekte sind für den SV Emstek finanziell keine Kleinigkeiten. Die 45.000 Euro als Anteil für die Umkleiden seien die eine Seite gewesen, "doch viel mehr Sorgen hatten uns das Clubhaus gemacht", meinte SVE-Vorsitzender Andreas Mählmann. Von dort aus hatte man über 40 Jahre viele Siege und Niederlagen gesehen, "doch das Gebäude selber sah nicht mehr gut aus." Eine Sanierung kam auch dort nicht infrage und heute freue er sich, an dieser Stelle ein einheitliches Gesamtbild zu sehen. "Wir sind stolz, dass mit der Gemeinde geschafft zu haben. Es ist ein positives Bild für Emstek."

Christoph Rohling, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB), übte sich in Bescheidenheit. Wenn von KSB-Mitteln gesprochen werde, dann seien dies Gelder, die über den Landessportbund fließen. "Man kann die Emsteker nur beglückwünschen, denn sie haben zur rechten Zeit die Anträge gestellt. Aktuell fließen weniger Mittel", berichtete Rohling. Für 2022 lägen 35 Anträge vor und nicht alle könnten bedient werden.

Sportvorführungen: Unter anderem zeigten die Badminton-Spieler ihr Können. Foto: VorwerkSportvorführungen: Unter anderem zeigten die Badminton-Spieler ihr Können. Foto: Vorwerk

Architekt Ignaz Funke zeigte sich froh darüber, unter den gegebenen Bedingungen die Baumaßnahme abgeschlossen zu haben. Die steigenden Kosten für das Material und auch der Mangel an Fachkräften hätten dieses Projekt zu einer besonderen Aufgabe gemacht. Ihn freue es besonders, dass sein Büro in den vergangenen 20 Jahren drei Sporthallen in Emstek gebaut habe.

Von der Qualität beider Komplexe konnten sich die Besucher am Tag der offenen Tür überzeugen. In der Sporthalle gab es verschiedene Vorführungen und besonders die Kinder durften nach Herzenslust turnen und toben. Auf dem Sportplatz jagten die Mini-Kicker dem Ball hinterher und später zeigten die SVE-Allstars in einem Spiel gegen eine SVE-Auswahl ihr Können.

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