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Studierende aus Vechta prüfen Bundesligist Hannover 96 auf Nachhaltigkeit

Die Bilanz fällt positiv aus: Bei der gemeinsamen Kooperation hat sich herausgestellt, dass der Bundesligist vieles richtig macht, aber auch Verbesserungspotenzial besteht.

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Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand: Die Studierenden des Master-Studiengangs Management Soziale Dienstleistungen haben auf der Trainerbank Platz nehmen dürfen. Foto: Universität Vechta

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand: Die Studierenden des Master-Studiengangs Management Soziale Dienstleistungen haben auf der Trainerbank Platz nehmen dürfen. Foto: Universität Vechta

Nachhaltigkeit wird auch im Fußball eine immer größere Rolle spielen, ist sich die Studierende Anneke Harland sicher. Vereine der 1. und 2. Liga verpflichten sich bereits dazu, Nachhaltigkeitsrichtlinien anzugehen und umzusetzen. Doch wie nachhaltig sind Profifußballvereine wirklich aufgestellt?

Um dieser Frage nachzugehen, haben Master-Studierende des Studiengangs Management Sozialer Dienstleistung an der Universität Vechta in einem Seminar untersucht, wie der Zweitligist Hannover 96 die Nachhaltigkeitsrichtlinien der Deutschen Fußball Liga umsetzt. Das Ergebnis: In Kooperation mit dem Klub ist eine 150-seitige Handreichung entstanden, welche die Studierenden nun Hannover 96 in der Landeshauptstadt übergeben haben. Zusätzlich entstand ein entsprechender Workshop für den Klub. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Universität hervor.

„Die erarbeiteten Inhalte des Moduls dienen dazu, Hannover 96 eine Grundlage für dessen Nachhaltigkeitsbericht und damit für mehr Nachhaltigkeit zu geben“, sagt Harland. „Damit setzt der Klub nicht nur ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit, sondern kann auch ein Best-Practice-Beispiel für die eigenen Fans sein.“

Bei ökologischer Nachhaltigkeit besteht größeres Potenzial zur Verbesserung

Die Grundlage für eine systematische Auseinandersetzung mit der Eigenverantwortung des Klubs sei gelegt, fasst es Christoph Schank, Professor für Unternehmensethik an der Universität Vechta und Leiter des Seminars, zusammen. Anhand gängiger Standards hätten die Teilnehmenden „wesentliche Felder, Kriterien und Kennzahlen nachhaltiger Vereinsführung herausgearbeitet“.

Sie hätten in Kooperation mit Hannover 96 den „Status Quo ermittelt und geschaut, wo im Bereich der Nachhaltigkeit Potenziale liegen und wie diese genutzt werden können“, erklärt Harland. „Dabei haben wir herausgefunden, dass Hannover 96 im Bereich des sozialen Engagements herausragend gut aufgestellt ist und durch die vielen Ausrichtungen ein Vorreiter ist.“ Neben der sozialen Nachhaltigkeit gelte es aber auch, die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Gerade bei Letztgenannter habe der Klub noch Potenziale, die laut Untersuchung der Studierenden genutzt werden sollten.

Erarbeitete Ziele könnten in die Leitlinien des Clubs aufgenommen werden

„Die Kooperation mit der Universität Vechta war uns eine große Hilfe, wichtige Handlungsfelder und Potenziale im Rahmen unserer Weiterentwicklung zu erkennen“, sagte Juri Sladkov, Leiter Corporate Social Responsibility (CSR)/Nachhaltigkeit bei Hannover 96, der das Projekt zusammen mit den Studierenden angegangen ist. „Darüber hinaus haben die Studierenden einen Workshop entwickelt, wie der Klub mit den Sustainable Development Goals (SDGs) umgehen kann“, ergänzt Schank. Die SDGs könnten somit in naher Zukunft in die Leitlinien des Fußballclubs aufgenommen werden.

Das Seminar jedenfalls kam bei den Studierenden gut an: Neben dem klassischen Praktikum und wissenschaftlichen Forschungen sei dies „eine echt großartige“ Ergänzung gewesen, meint Studentin Isabel Rutkowski. „Gerade bei der Abschlusspräsentation zu sehen, dass die Ergebnisse wertgeschätzt werden und eine Weiterarbeit damit in Aussicht steht, fühlt sich super an.“ So habe das Seminar für sie ein Arbeitsfeld gezeigt, in dem sie sich gut vorstellen kann, später einmal zu arbeiten. Harland unterstreicht: Das Seminar sei zwar aufwendig, aber ebenso spannend gewesen. Abschließend konnten die Studierenden die Profifußballer auch noch einmal in Aktion sehen: Der Klub lud zu einem Heimspiel ein.

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