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Strücklinger warnen vor Überflutungen

Die Anwohner sind in Sorge wegen der geplanten C-Port-Projekte. Sie befürchten, dass die kleine Sagter Ems die zusätzlichen Wassermengen nicht aufnehmen kann.

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In Sorge: Am Scheitelpunkt der Sagter Ems bei der Brücke „Am Wiesengrund“ trafen sich  Strücklinger Einwohner, die befürchten, dass ihre Grundstücke „absaufen“. Foto: M. Passmann

In Sorge: Am Scheitelpunkt der Sagter Ems bei der Brücke „Am Wiesengrund“ trafen sich Strücklinger Einwohner, die befürchten, dass ihre Grundstücke „absaufen“. Foto: M. Passmann

Gegen den geplanten Bau von zwei Großanlagen zur Aufbereitung von Gülle und Mist aus der Tierhaltung im C-Port am Küstenkanal regt sich nun auch Widerstand aus der Bevölkerung in Strücklingen. Die Anwohner befürchten, dass das Wasser, das über eine 3,5 Kilometer lange Pipeline in die Sagter Ems gepumpt werden soll, die Umwelt belasten könnte. Noch größere Sorgen machen sie sich über die zu erwartenden großen Mengen Wasser, die der kleine Fluss aufnehmen soll.

Befürchtung: Brücken für Wasserdruck nicht ausgelegt

"Dann werden wie hier eines Tages absaufen", vermutet Friedrich Ennens. Die schon jetzt vorhandenen großen Schäden an den Uferböschungen könnten immer schlimmer werden. "Und können die kleinen alten Brücken, die vor vielen, vielen Jahren gebaut wurden, überhaupt dem Wasserdruck standhalten", fragt sich der Strücklinger.

„Es stinkt zum Himmel.  Wir Bürger wollen so etwas hier nicht.“Anwohner Friedrich Ennens

Er hatte am Wochenende die Einwohner zu einem Termin vor Ort an der kleinen Brücke "Am Wiesengrund" eingeladen. "Absaufen ist das richtige Stichwort. Vor Jahren, als das Sperrwerk in Gandersum geschlossen wurde und wir starken Regenfall hatten, kam das Wasser über den Deich und unser Garten war überflutet", erinnert sich Wilhelm Schmedes. Er warnt vor einem solchen Szenario nach dem Bau der Großanlagen.

"Es stinkt zum Himmel. Wir Bürger wollen so etwas hier nicht. Uns passt schon gar nicht die Art und Weise, wie man informiert wurde. Hier wurde unter dem Tisch gekungelt", findet Friedrich Ennens klare Worte. Er ist der festen Überzeugung, dass die Investoren, Politiker und Verantwortlichen nichts über die Sagter Ems mit ihrer Fließgeschwindigkeit wissen. "Hier bei der kleinen Brücke ist der Scheitelpunkt der Sagter Ems und von beiden Seiten herrscht eine Fließgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern", erklärt Ennens. Die Frage ist für ihn, ob die Brücke für stärkeres Wasseraufkommen überhaupt ausgelegt ist.

Vorschlag: Wasser in die Thülsfelder Talsperre leiten

"Allein schon durch die Erd­erwärmung steigt der Wasserspiegel", gibt ebenfalls Paul Erdmann zu bedenken. Für Ennens und die besorgten Strücklinger Einwohner stellt sich ohnehin die Frage, warum das Wasser statt in die Sagter-Ems nicht in die Thülsfelder Talsperre eingeleitet wird. "Das wäre die Lösung. Die Talsperre kann genügend zusätzliches Wasser aufnehmen und bei einem bestimmten Pegelstand kann es dann über die Soeste, Leda und Ems in die Nordsee geleitet werden", schlägt Ennens vor.

Und er argumentiert weiter: "Nach Aussage von Gert Stuke von der Firma Kaskum ist das geklärte Wasser ja ohnehin so sauber, dass er es bedenkenlos trinken würde. Somit würde es auch nicht der Talsperre schaden", betont Ennens.

Ins Boot geholt hätten die Planer scheinbar auch nicht den Leda-Jümme-Verband in Leer, der unter anderem für Deichsicherung zuständig ist. Das habe eine Anfrage von Franz Schulte an den Verband ergeben. "Der Geschäftsführer Meino Kroon zeigte sich bei meiner Anfrage ganz überrascht über das Vorhaben. Er hätte bislang keine Informationen über die Einleitung des Wassers in die Sagter Ems erhalten und war sehr erstaunt", informierte Schulte bei dem Ortstermin an der Wiesengrund-Brücke.

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