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Straßennamen: Pionier Franz Mecking führt Moorgut

Der Namensgeber stammte aus Dortmund, dort wurde er am 28. Januar 1888 geboren. Es war eigentlich keine Firmengründerzeit, als Europa ins dritte Weltkriegsjahr ging.

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Gewürdigt: Franz Mecking erhielt in Edewechterdamm einen Straßennamen. Foto: Martin Pille

Gewürdigt: Franz Mecking erhielt in Edewechterdamm einen Straßennamen. Foto: Martin Pille

„Unser Los ist bitter“, schrieb Franz Mecking nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an einen Freund im Ausland, „aber man darf nicht rückwärts schauen, sondern man muss trotz allem den Blick in die Zukunft richten“.

Das war eine Maxime des Moorpioniers, der so viel für Edewechterdamm und seine Siedler getan hat und dem man dort eine Straße widmete. Er stammte aus Dortmund, dort wurde er am 28. Januar 1888 geboren. Es war eigentlich keine Firmengründerzeit, als Europa ins dritte Weltkriegsjahr ging. Und dennoch: Als überall die Ernährungslage schlecht war, Brot und Kartoffeln so knapp waren, dass Lebensmittelkarten eingeführt werden mussten, kauften Georg Klasmann und Friedrich Graf von Landsberg-Velen und in Bösel-Edewechterdamm ein altes Moorgut. Friedrich von Essern, der bisherige Besitzer, kam mit den Verhältnissen nicht zurecht, er wollte nur noch verkaufen.

Pionierarbeit kam auf die Gründer und ihren Geschäftsführer Franz Mecking zu. Ab 1919 war er der Garant für den Erfolg: In seiner Person vereinigten sich Gründertugenden wie Menschenkenntnis, Organisationstalent und Idealismus. Das Problem des Absatzes löste er mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Edewecht-Edewechterdamm. Bald wurde mit dem Bau einer Torfstreufabrik begonnen. 1921 verließ der erste Ballen die Presse, um nach Amerika oder den Kanarischen Inseln exportiert zu werden. Schwarztorf wurde in den Pütten zunächst noch im Handstich gefördert. Erst als 1922 die Hochspannungsleitung von Wildenloh herangeführt wurde und zwei Wielandt-Bagger geliefert worden waren, begann der maschinelle Abbau.

Ausrüstung in eigener Werkstatt bauen lassen

Fast die gesamte Ausrüstung ließ Mecking in der eigenen Werkstatt bauen. 1920 entstand dann die Betriebssiedlung „Sieben Häuser“ und drei „Schokoladenhäuser“. Das Ministerium in Oldenburg beäugte das Vorhaben eher skeptisch: „Mecking tobt seine sozialen Empfindungen im Moor aus“.

Der wusste es besser ließ sich nicht beirren: Ab 1927 baute er die Werkssiedlung „15 Häuser“. Für die Kampagnearbeiter ließ Mecking 1924 ein dreistöckiges Arbeiterheim errichten, die heutige „Kantine“. Schwere Zeiten kamen auf Franz Mecking zu, als der Zweite Weltkrieg Edewechterdamm überrollte. Die Bevölkerung ging ins Moor und lebte dort in Torfbülten.

Als der Proviant ausging, sprang der Firmenchef ein und versorgte die Leute so gut er konnte.1946 bereits begann der Neubau der zerstörten Häuser, viele Oldenburger kamen mit „Pekol“, um für Torfscheine zu helfen. Den Wiederaufbau trieb Mecking in den folgenden Jahren mit unverzagtem Aufbauwillen voran.Nach schweren Gründer- und Kriegsjahren stirbt Franz Mecking am Tag vor Heiligen Abend 1950 mit nur 62 Jahren. Sein Sohn Hans Heinz wird sein Nachfolger und setzt die Erfolgsgeschichte seines Vaters fort.

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