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Stoppelmarkt mit Lauterbach – Das zweite Pandemie-Jahr im Überblick

Kolumne: Das Leben als Ernstfall - 2020 war für die Tonne. Jetzt kann nur alles besser werden, oder? Wagen wir einen vorsichtigen Ausblick auf die kommenden Monate...

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Das vergangene Jahr 2020 konnte nun wirklich in die Tonne. Und auch die ersten 3 Monate dieses Jahres waren kein Kindergeburtstag. Aber es wird besser. Versprochen. Bestimmt. Irgendwann. Wir riskieren mal eine Prognose für die kommenden Monate.

April: Die Stadt Vechta wird Modellregion des Landes Niedersachsen für neue Öffnungen. Der Einzelhandel frohlockt, doch die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin legen bei ihrer Sitzung am 12. April um 4.36 Uhr strenge Kriterien fest: Es darf nur der Jahreszeit angemessene Kleidung gekauft werden, allerdings an ungeraden Tagen keine geblümten oder gestreiften Klamotten. Für Übergrößen muss vorher ein Termin ausgemacht werden. Ausgerechnet! "Dabei gibt es doch so viele übergewichtige Kinder wie noch nie", klagt Antonius Schröer, Inhaber von Kindermodegeschäften in Cloppenburg und Vechta.

Mai: Das Wolfcenter Dörverden ist auf der Suche nach einer Außenstelle endlich fündig geworden. Nach kurzen Verhandlungen einigt sich die Leitung des einzigartigen Wildparks mit der Stadtverwaltung auf die Lohner Innenstadt. Der Standort ist ideal, heißt es vom Wolfcenter. Die Tiere hätten viel Platz und Ruhe und würden nicht mit Menschen in Berührung kommen.

Juni: In Damme fällt ein Sack Reis um.

Juli: Weil die Zahl der Nichtschwimmer durch die Corona-Krise sprunghaft gestiegen ist, macht Goldenstedts Ex-Bürgermeister Willibald Meyer einen bahnbrechenden Vorschlag: Die Gemeinde soll Wasser aus dem Hartensbergsee abpumpen – bis auf einen Wasserstand von einem Meter. So können alle Kinder stehen, die Schwimmaufsicht der DLRG muss ihr Personal nicht aufstocken. Das abgepumpte Wasser wird per Tanklaster abtransportiert und zur Bewässerung der Gemüsefelder verwendet.

August: „Endlich wieder Stoppelmarkt, wenn auch unter strengen Auflagen. Es dürfen nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt werden.“Stefan Freiwald, Journalist

August: Der zweite internationale Kongress der Corona-Leugner in Vechta muss ausfallen. Denn es heißt: Endlich wieder Stoppelmarkt, wenn auch unter strengen Auflagen. Es dürfen nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt werden. Dieser Hygieneplan geht auf: Die wenigen Besucher können mühelos Abstand halten. Als Festredner tritt Pandemie-Ikone Karl Lauterbach auf. Die rheinische Frohnatur sorgt für so manchen Schenkelklopfer. Für die Westerheide hat der Politiker sogar einen wichtigen Termin bei "Markus Lanz" abgesagt.

September: Nachdem der Untergang des Abendlandes trotz des Wahlsieges der Grünen bei der Bundestagswahl (vorerst) ausgeblieben ist, führt der neue Landrat, Tobias Gerdesmeyer, 2 Veggie-Days pro Woche in der Kantine des Kreishauses ein. Daraufhin tritt die komplette Spitze der Vechtaer CDU in den Hungerstreik. Allzweckwaffe Uwe Bartels vermittelt. Schließlich einigt man sich auf zwei vegetarische Tage pro Jahr.

Oktober: Der Grundwasserspiegel im Bereich Holdorf sinkt immer weiter ab. Bürgermeister Wolfgang Krug hat die rettende Idee: Er fordert Wasser aus Goldenstedt an. "Da soll noch einer behaupten, uns im Oldenburger Münsterland kann niemand das Wasser reichen…", kommentiert Krug nach dem Jahrhundertdeal launig.

November: Schlafen mit den Wölfen: Die Pläne, direkt im Wolfsgehege in Lohnes Innenstadt ein Baumhaushotel zu bauen, scheitern. Die Begründung des Architekten: "Wir haben keine Bäume gefunden."

Dezember: "Wenn wir jetzt nicht schließen, kommen wir in die 12. Welle", mahnt Vechtas Bürgermeister Kristian Kater und beendet den Modellversuch mit zahlreichen Öffnungen in der Innenstadt. Neidisch blicken alle auf Lohne, wo das Wolfcenter Besucherrekorde verzeichnet. Schließlich dürfen Zoos ja seit März öffnen.  Was für ein verrücktes Jahr!


Zur Person:

  • Stefan Freiwald (47) hat ein Büro für Journalismus, PR und Marketing in Vechta.
  • Er lebt mit seiner Familie in Oythe.

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