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Stoppelmarkt, hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein

Kolumne: Das ganz normale Leben – Pünktlich zur 5. Jahreszeit in Vechta gibt es den aktualisierten Fragenkatalog zum Fest. 10 Dinge, die man unbedingt über den Stoppelmarkt wissen sollte.

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Alle Jahre wieder formuliert der Freundeskreis tapferer Schlauschnacker spätestens am zweiten Stoppelmarktabend einen historischen Fragenkatalog rund um das schönste Fest der Welt. Oft ist es dann schon zu spät, um noch satisfaktionfähige Antworten zu geben. Oder die Besserwisser verderben den Spaß, weil sie alles glauben, was in ihren Smartphones steht. Folglich ist es an der Zeit, eine Neuauflage des Stoppelkompendiums zu drucken — wohl aufgemerkt nun also:

1. Frage: Seit wann fängt der Markt eigentlich schon donnerstags an?
Antwort: Seit 34 Jahren. Das ist also wirklich nicht mehr neu.

2. Frage: Ist Stoppelmarkt stets am 2. Augustwochenende?
Antwort: Nein, keineswegs. Nach alter Sitte müssen die Festtage den 15. August (Mariä Himmelfahrt) einschließen oder dürfen erst danach beginnen.

3. Frage: Seit wann gibt es eigentlich Jan und Libett?
Antwort: Seit 110 Jahren, isses nicht schön?

4. Frage: Warum feiert man auf der Westerheide und nicht downtown?
Antwort: 1577 musste man den Markt wegen Pest auf die abgeernteten Felder vor die Stadt verlegen. Seither wird er genau nach diesen Stoppelfeldern benannt.

5. Frage: Gibt es auf dem Markt wirklich eine St.-Pauli-Straße? Antwort: Ja, die Straßen auf dem Gelände wurden in den 1950er-Jahren vom Marktausschuss benannt, allerdings nur intern für Orga und Blaulicht. Die St.-Pauli-Straße geht am Top-in-Scooter und Kettenflieger vorbei direkt aufs Riesenrad zu. Leider ist das nicht offiziell beschildert und Google kennt den Weg auch nicht, wozu an sich eine Enquete-Kommission des Bundestages einzuberufen ist. Wir arbeiten daran.

6. Frage: Wie alt ist eigentlich der neue Stoppelmarkt-Song?
Antwort: Das Lied stammt vom Vechtaer Akustik-Duo „Buddy & Soul“ und wurde erstmals 2006 eingespielt. Der Refrain ist gnadenreich: „Stoppelmarkt, hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“, schreien Sie bitte mit.

7. Frage: Wie lange gibt es jetzt diesen sagenumwobenen Vor-Stoppelmarkt in der Bundeshauptstadt?
Antwort: Seit 35 Jahren. Das erste parlamentarische Gartenfest dieser Art in der „Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund“ wurde bereits am 10. Juli 1987 zelebriert, damals natürlich noch in Bonn. Seither wird es in unregelmäßigen Abständen wiederholt, inzwischen natürlich in Berlin. Dort geladen zu werden, ist eine große Ehre, ich verneige mich.

8. Frage: Wann entstand der sensationelle Bahnhof direkt am Markt?
Antwort: Den improvisierte man im August 1886, als die Großherzoglich-Oldenburgische Eisenbahn erstmals einen „Extra-Personen-Zug nach dem Stoppelmarkte“ anfahren ließ.

9. Frage: Was kostet das Bier dieses Jahr?
Antwort: Geh drei bestellen und bring mir eins mit.

10. Frage: Gehst Du alle Tage hin?
Antwort: Was ist denn das für eine Frage?


Zur Person:

  • Christian Bitter ist Chef der Werbeagentur Bitter & Co. in Calveslage.
  • Er studierte Germanistik und war Leiter der Werbe-Redaktion der Oldenburgischen Volkszeitung.
  • Den Autor erreichen Sie per E-Mail an: redaktion@om-medien.de

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