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Stillen, Schlafen, Beikost: Lena Tönnies will Familien beraten

Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin hat sich fortgebildet und jetzt den Weg in die Selbstständigkeit beschritten. Ihr Angebot: Beratung im Bereich Stillen, Schlafen und Beikost.

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Lena Tönnies bildet sich aktuell zu Tragemöglichkeiten fort. Foto: Heinzel

Lena Tönnies bildet sich aktuell zu Tragemöglichkeiten fort. Foto: Heinzel

Lena Tönnies ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit fast 6 Jahren Berufserfahrung. Die 28-Jährige hat in den Krankenhäusern Lohne und Vechta in den Bereichen Gynäkologie und integrierter Wochenbett-Pflege gearbeitet. Die gebürtige Vechtaerin plant jetzt aber den Weg in die Selbstständigkeit – als Familienberaterin. Lena Tönnies bietet Hilfe in den Bereichen Stillen, Schlafen und Beikost an. Ihre Beratung kümmert sich um Kinder bis zu einem Alter von 4 bis 5 Jahren.

Derzeit bildet sie sich an der Trageschule Hamburg/Wien im Bereich Tragesysteme für Babys fort. Dafür hat sie Emmi, eine eigene Puppe, denn "einige Sachen muss man zeigen und an der Puppe üben lassen". Im Herbst folgt eine Weiterbildung zur Fachkraft für "formula ernährte" Säuglinge, also für Babys, die nicht gestillt werden. Lena Tönnies lebt in Visbek und plant ihre Beratungen in einem Umkreis von etwa 40 Kilometern um den Ort herum. Dazu gehören für sie beispielsweise Cloppenburg, Vechta und Lohne. "Ich möchte zu den Familien fahren können", sagt die Visbekerin.

Derzeit ist die Mutter in Elternzeit und kümmert sich neben Tochter Lina um ihre Selbstständigkeit als "Bindungsorientierte Familienbegleiterin". Das Institut gleichen Namens in Heilbronn bietet seit März dieses Jahres die Ausbildung deutschlandweit an. Sie zählt zu den ersten Absolventinnen der Ausbildung. Alle 2 Jahre muss sie eine bestimmte Anzahl an Fortbildungsstunden vorweisen, ansonsten werde ihr das Zertifikat entzogen.

Eigene Erfahrungen mit Tochter Lina hat Lena Tönnies für die Orientierung in Richtung Familienberaterin. Foto: privatEigene Erfahrungen mit Tochter Lina hat Lena Tönnies für die Orientierung in Richtung Familienberaterin. Foto: privat

Ihr selbst habe die Herangehensweise der Institutsgründerinnen geholfen. Sie habe sich bei ihrer eigenen Tochter unter Druck gesetzt gefühlt, bestimmte Verhaltensweisen zu übernehmen. Sie lernte damit umzugehen und ihren eigenen Weg zu gehen. Die Familienberaterin plädiert für eine wissenschaftlich basierte Herangehensweise und eine Abkehr von vielen überlieferten Mythen. Sie selbst verwende Bücher wie "Bindung – eine sichere Basis fürs Leben" von Fabien Becker-Stoll oder "Bindung als sichere Basis" von John Bowlby.

Lena Tönnies möchte Familien helfen, ihren eigenen, individuellen Weg zu finden. Wichtig ist ihr dabei, dass die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden und ein gangbarer Kompromiss gefunden wird. Ihre Vorkenntnisse und Fortbildungen sowie Philosophie macht sie über ihre Homepage transparent (www.getragen-geboren-gebunden.de). Hier kann sich jeder vorab informieren. Letztlich sei das Ganze eine Vertrauenssache und sie habe nichts zu verbergen, sagt die 28-Jährige.

Mütter und Familien könnten sich an sie wenden, wenn sie sich mit Unsicherheiten, Ängsten, Vorbereiten des Stillens, Abstillen, Problemen in der Stillbeziehung, Schlafmangel, Stress in gewissen Situation (z.B. Einschlafen), Informationsbedarf oder Druck auseinandersetzen. Dann können sie telefonisch, via WhatsApp, via Mail oder über die Homepage Kontakt mit Lena Tönnies aufnehmen. Dabei sagt sie auch klar, wo ihre Beratungsgrenzen liegen. Bei der Beikostberatung gehe es darum, wie das Kind esse, um einen guten Übergang von Muttermilch/Milchersatznahrung zur festen Nahrung zu finden. Dies sei aber nicht gleichzustellen mit einer umfassenden Ausbildung zur Ernährungsberaterin. Sie sei beispielsweise nicht für den Nährstoffbedarf eines Kindes in Bezug einer veganen Ernährung zuständig, da wären ihre Grenzen erreicht.

Hat selbst ihre Tochter gestillt: Lena Tönnies berät unter anderem zum Vorbereiten des Stillens, Abstillen oder bei Problemen in der Stillbeziehung. Foto: privatHat selbst ihre Tochter gestillt: Lena Tönnies berät unter anderem zum Vorbereiten des Stillens, Abstillen oder bei Problemen in der Stillbeziehung. Foto: privat

Oft helfe bereits das Erstgespräch. "Viel ist erst einmal zuhören und analysieren", so die Familienberaterin. Letztlich würden die Eltern entscheiden, was für sie und ihr Kind in der jeweiligen Situation sinnvoll ist. Sie könne nur Lösungsmöglichkeiten anbieten und Hilfestellung leisten. "Kinder sind individuell. Es gibt nicht den einen Lösungsweg der für alle passt", sagt die gebürtige Vechtaerin. Aber ein frischer, objektiver Blick auf die familiäre Situation könne sehr hilfreich sein.

Lena Tönnies sagt, dass ihr langfristiges Ziel die IBCLC-Ausbildung (International Board Certified Lactation Consultant, der international geschützte Titel für examinierte Still- und Laktationsberaterinnen) ist. Voraussetzung dafür sind allerdings 1000 absolvierte Beratungsstunden. Letztlich möchte sie hauptberuflich als Familienberaterin tätig sein. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Daher wird sie im Januar 2023 erst einmal wieder im Krankenhaus Vechta anfangen zu arbeiten.

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