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Stieftochter zunächst sexuell missbraucht, dann geschlagen?

Ein 54-Jähriger aus Friesoythe soll seine damals 14-jährige Stieftochter sexuell missbraucht haben. Nun soll er der heute 17-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben. Ihm droht die Haft.

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Foto: dpa

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Wegen vorsätzlicher Körperverletzung muss sich seit Donnerstag ein 54-Jähriger aus Friesoythe in einer Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dort will der Angeklagte ein früheres Urteil des Cloppenburger Jugendgerichtes ungeschehen machen. Das Jugendgericht (das war für den Fall zuständig, weil das Opfer der Tat minderjährig war) hatte den Friesoyther in einem ersten Prozess um die Sache zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt.

In dem Verfahren geht es um mutmaßliche Gewalttaten, die der 54-Jährige an seiner heute 17-jährigen Stieftochter verübt haben soll. Bereits vor 3 Jahren stand der Friesoyther wegen früherer Taten zum Nachteil seiner Stieftochter vor Gericht. Als die Stieftochter 14 Jahre alt war, hatte er das Mädchen sexuell missbraucht. Damals war er zu 11 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dieses Urteil ist mittlerweile rechtskräftig geworden.

Friesoyther soll Stieftochter mit Faust ins Gesicht geschlagen haben

Jetzt steht der 54-Jährige wegen einer weiteren Tat vor Gericht:  Körperverletzung. Wieder zum Nachteil seiner Stieftochter. Der Friesoyther soll nach wie vor mit der Mutter der Stieftochter zusammen sein. Die 17-Jährige wohnte nicht mehr in dem Haushalt. Am Tag der angeklagten Körperverletzung hatte sie aber ihre Mutter besucht. Laut Anklage soll der 54-Jährige den Besuch nun dazu genutzt haben, seiner Stieftochter einen Faustschlag ins Gesicht zu versetzen.

Zunächst hatte die 17-Jährige die Verletzung im Gesicht als Unfall dargestellt. Dann aber war sie zum Arzt gegangen, der die Verletzung dokumentierte. Gegenüber der Polizei und dem Jugendamt hatte die 17-Jährige dann ausgesagt, ihr Stiefvater habe sie geschlagen. In dem Cloppenburger Prozess hatte sie dann aber die Aussage verweigert. Deswegen durfte auch alles, was sie der Polizei gesagt hatte, keine Verwertung finden.

Weil das Jugendamt aber keine Justizbehörde ist, konnte alles, was die 17-Jährige dem Jugendamt gegenüber erklärt hatte, doch noch verwertet werden. So war es in Cloppenburg zu einem Schuldspruch gekommen. Dagegen hatte der Friesoyther Berufung eingelegt. In der jetzigen Berufungsverhandlung hat die 17-Jährige auch die Aussage verweigert. Deswegen sollen nun Mitarbeiter des Jugendamtes als Zeugen gehört werden. Sollte es am Ende beim ersten Urteil bleiben, müsste der Friesoyther nicht nur die 4 Monate Gefängnis wegen der Körperverletzung verbüßen, sondern nach einem Bewährungswiderruf auch noch die 11 Monate Haft wegen des früheren sexuellen Missbrauchs.

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