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Stele symbolisiert 1200 Jahre Löninger Geschichte

Sein Kunstwerk solle Platz für eigene Interpretationen lassen, betonte Schöpfer Peter Rüwe. Das runde Jubiläum wurde wegen Pandemie und Ukraine-Krieg bewusst in kleinem Rahmen gefeiert.

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Neues Wahrzeichen (von links): Bürgermeister Burkhard Sibbel, Landrat Johann Wimberg, Bundestagsabgeordnete Silvia Breher, Künstler Peter Rüwe und Landtagsmitglied Christoph Eilers tauschten ihre Meinungen über die Stele aus. Foto: G. Meyer

Neues Wahrzeichen (von links): Bürgermeister Burkhard Sibbel, Landrat Johann Wimberg, Bundestagsabgeordnete Silvia Breher, Künstler Peter Rüwe und Landtagsmitglied Christoph Eilers tauschten ihre Meinungen über die Stele aus. Foto: G. Meyer

Mit der Enthüllung einer Stele  haben die Löninger das 1200-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung ihres Heimatortes gefeiert. Den Entwurf für das  überwiegend aus Sandstein gefertigte Denkmal hatte der Künstler Peter Rüwe geliefert. Es stellt einen vertikalen Zeitstrahl dar, der die lange Geschichte Löningens symbolisiert.

Auf eine einzige Interpretation festlegen wollte Rüwe sich aber ausdrücklich nicht. Jeder solle sich eine eigene Meinung bilden. "Vergessen Sie deshalb alles, was ich Ihnen gerade gesagt habe", bat der Künstler die Gäste vor dem Rathaus. Zuvor hatte Rüwe die Stele wahlweise als Siegessäule (über die Kräfte der Vergänglichkeit) und als Dankessäule (für das große Erbe der Vorfahren) bezeichnet. Besucher seines Ateliers, die das Modell im Vorfeld betrachtet hatten, seien ebenfalls zu unterschiedlichen Ansichten gekommen. "Einer fragte mich, was passiert, wenn jemand da drauf klettern würde." Rüwes Antwort: "Dann wäre er oben, auf der Höhe der Zeit." Die Stele könne dazu anregen, verstehen zu lernen. "Denn ohne Verstehen, gibt es keine Hoffnung", befand der Maler, der zugab, dass für ihn das Ergebnis etwas zu glatt geraten sei. "Es geht in diesem Fall aber nicht um Schönheit, sondern um Wahrheit."

Im Jahr 822 taucht der Name Loingo erstmals in einer Urkunde des Klosters Corvey auf. Auch wenn sich die Historiker nicht ganz einig sind, wird er der Ansiedlung zugeschrieben, aus dem die heutige Stadt hervorging. Der Name findet sich auch auf der Amtskette, die Bürgermeister Burkhard Sibbel zum feierlichen Anlass trug.

Sibbel appelliert an den Gemeinsinn

Sibbel hatte für seine Rede kräftig im Geschichtsbuch geblättert und dabei herausgefunden, dass die Löninger immer wieder mit großen Veränderungen fertig werden mussten. Er appellierte an den Gemeinsinn der Menschen. Frieden und Freiheit seien nicht selbstverständlich, sondern müssten stets neu behauptet werden. "Die Demokratie braucht uns", betonte Sibbel, zeigte sich aber überzeugt, dass auch künftig "die guten Zeiten überwiegen werden".

Die Entwicklung des Landkreises vom Armenhaus zur Boomregion beschrieb Landrat Johann Wimberg. Die Ausgangsbedingungen vor 1200 Jahren seien allerdings wenig ideal gewesen. "Die Gegend war karg, die Böden gaben nicht viel her." Am Ende komme es aber darauf an, was die Menschen aus ihren Möglichkeiten machten, befand Wimberg. Der Landrat wies darauf hin, dass Löningen trotz seiner langen Geschichte die jüngste Stadt im Kreis sei. Das Stadtrecht wurde am 1. März 1982 verliehen.

Breher: Löningen ist Heimat

Für die in der Löningen aufgewachsene Bundestagsabgeordnete Silvia Breher ist das Jubiläum ein besonderes Erlebnis. Der Ort bedeute für sie Heimat und die "kleinen Dinge, die man kennt". Zum Beispiel die Durchsage im Wellenbad oder das Bestellen im Lilo per Knopfdruck. Auch Breher rief die Bewohner zum Zusammenhalt auf. "Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen."  

Die Stele ist noch nicht ganz fertig. Der Entwurf sieht vor, sie um eine Skulptur zu ergänzen. Auch der Standort dürfte sich nach der Sanierung und der Erweiterung des Rathauses verändern. Ihr Schöpfer zeigte sich bereit, an der weiteren Gestaltung mitzuwirken. Der Stadt empfahl Peter Rüwe schon einmal, den obersten Schriftzug "Löningen 1200 Jahre" wieder zu entfernen. So entstehe eine wichtige Leerstelle, erklärte er. Die vom Bläserensemble der Kreismusikschule begleitete Feier endete nach gut einer Stunde. Danach zogen die Gäste weiter zur Eröffnung des 2-tägigen Weinfests auf den Kurt-Schmücker-Platz.

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